info@franzidesign.de 0160 / 94 46 91 00

Neugelb
Tag Archive

Mein ganz persönlicher Rückblick 2019 (#4)

Kommentare deaktiviert für Mein ganz persönlicher Rückblick 2019 (#4) Blog, Design, Erfahrungen, Rückblick, Rucksackblog

App: Top Nine for Instagram 2019


Design your future

Heute ist Donnerstag, der 26. Dezember 2019 – der zweite Weihnachtsfeiertag und ich habe nichts Besseres zu tun, als die ersten Zeilen meines Jahresrückblicks zu schreiben. Mittlerweile schon der vierte Bericht in Folge. Im Januar hatte ich mir im fest vorgenommen, diesmal früher mit dem Schreiben zu beginnen und nicht erst wieder im Dezember, doch es kam wie immer alles „einfach anders“ als geplant. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte zusammen: Klarheit, Finanzen & Studentenprojekt. Danke 2019.

 

Die häufigsten Google Suchanfragen 2019

Was hat die Menschen in Deutschland bei Google bewegt und wonach haben die Leute auf Google gesucht? Die Google Trends des Jahres 2019 ergeben sich durch die Auswertung von Milliarden Suchanfragen, die Nutzer in dem Jahr getätigt haben. Sie basieren auf anonymisierten, aggregierte Daten die in dem Zeitraum 2019 gesucht wurden. Platz 1: Das Schicksal um Rebecca Reusch, die Anfang 2019 verschwunden war und ganz Deutschland beschäftigte. Platz 2: Der Brand von Notre-Dame in Paris. Platz 3: Handball-WM.

Google Deutschland: Suchbegriffe

  1. Rebecca Reusch
  2. Notre-Dame
  3. Handball-WM
  4. Karl Lagerfeld
  5. Julen
  6. Europawahl
  7. Frauen-WM
  8. 30 Jahre Mauerfall
  9. Thomas Cook
  10. Greta Thunberg

 

Google global: Suchbegriffe

  1. India vs South Africa
  2. Cameron Boyce
  3. Copa America
  4. Bangladesh vs India
  5. iPhone 11
  6. Game of Thrones
  7. Avengers: Endgame
  8. Joker
  9. Notre-Dame
  10. ICC Cricket World Cup

Quelle: Google Trends


Mein 2019 in Zahlen

Instagram
1.083
Abonnenten

2.922 Likes 
114 Posts


Facebook
634 Gefällt mir
630 Abonnenten

 

Allgemein
14 x Meetups & Konferenzen
12 x Zugfahrten von Berlin nach Frankfurt
12 x Flugstecken
        (Ägypten, Porto, Manchester, Taiwan und Indien)

5 x Konzerte
(Max Raabe, Wilhelmine, Rammstein, VIVID + Thees Uhlmann)
3 x Festivals
(Artlake, Fusion + NOG)
2 x Berghain Besuche (Februar + November)
2 x kreative Workshops (Siebdruck + Porzellan gießen)

 

Meine Spotify Lieblingskünstler 2019

1. Robert T. Kiyosaki
2. Solomun
3. Rammstein
4. Ludovico Einaudi
5. Thausend Fingers


Mein Lieblingspodcast auf Spotify:

 

Was bewegte mich 2019 und was möchte ich diesmal mit der Welt teilen?

Januar 2019: Online Coaching „RUSU – das dritte Jahr in Folge“
Wie auch die letzten zwei Jahre begann ich das neue Jahr mit dem Online Coaching Programm von Laura Seiler, der RUSU, zur Fokussierung und Neuausrichtung für 2019. Drei Wochen lang jeden Morgen früher als gewohnt aufstehen und an sich und seinen Zielen für 2019 arbeiten.
Eine Coaching Übung namens „Die Vergangenheit im neuen Licht“ zeigte mir eine wichtige Erkenntnis über mich und meine Vergangenheit, die mir vorher nicht klar war, obwohl ich die RUSU nun schon das dritte Jahr in Folge absolviert hatte und ich mich seit Jahren intensiv mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftige. Scheinbar saß ein Thema bei mir tief verankert und die Erkenntnis ließ bis zu diesem Zeitpunkt auf sich warten. In der Übung analysierte ich wie auch die beiden Jahre zuvor meine Kindheit. Holen wir aus: In der Grundschule begeisterte ich mich für Schulfächer mit Kreativität. In Musik oder Kunst fand ich meine Leidenschaft und somit war die logische Schlussfolgerung, dass ich ab der zweiten Klasse zur Musikschule ging. Es fing mit Gesangsunterricht an, es folgte Akkordeon und Notenlehre bis hin zum Klavierunterricht was das Akkordeon spielen später ablöste da ich Akkordeon spielen irgendwann uncool fand.
Meine Wochenplanung: Montag = Gesang, Mittwoch = Akkordeon/später Klavier und Donnerstag = Theorie Unterricht. Ab der Realschule kamen Musical Auftritte hinzu wofür wir jedes Wochenende das ganze Jahr über im Kulturhaus in Spandau probten. Mein Leben bestand aus Schule und Musik und ich kann mich noch genauan die Zeit erinnern, wo ich keinen Gesangsunterricht mehr nehmen wollte. Ich war in der 11. Klasse und hatte kein Interesse mehr an irgendwelchen Auftritten auf irgendwelchen Bühnen. Mein Leben war Techno, Berlin und anders sein. Jeden Mittwoch nach der Schule ging es mit dem Zug nach Berlin zu Melting Point oder ins DNS am Hackeschen Markt die neusten Platten kaufen. Zu der Zeit hatte ich noch keine Ahnung, was ich werden wollte. Irgendwas mit Musik? Eventuell auf dem SAE studieren oder doch etwas anderes? Das einzige, was ich wusste, ich wollte nicht mehr zum Gesangsunterricht und es fiel mir unendlich schwer meinen Eltern nicht das Herz zu brechen und ihnen zu sagen, dass ich nicht mehr zum Unterricht gehen wollte. Auf der einen Seite war ich unendlich froh als ich nicht mehr zur Musikschule gegangen bin aber fiel es mir unfassbar schwer diesen Schritt zu gehen da ich meine Eltern nicht enttäuschen wollte. Die Coaching Übung machte mir das erste Mal klar, dass diese lange Zeit Spuren bei mir hinterlassen hatte und Liebe für mich mit Leistung verbunden war. Ich wollte niemanden enttäuschen, doch hatte ich keine Lust mehr auf das Doppelleben und musste mich entscheiden, Musik oder etwas anderes kreatives. Zwar konnte ich im Techno mich verwirklichen und hatte meine Freude an der elektronischen Musik gefunden. Doch hatten die vielen Jahre mich geprägt und das Auflegen in der Nachtszene war nicht meins. Ich machte für mich Musik und nicht für andere. Ich hasste es vor anderen aufzulegen und im Rampenlicht zu stehen. Ich tat es für mich, aber das konnte niemand verstehen. Früher war es das „Sing ein Weihnachtslied“ oder „Spiel ein Lied auf dem Klavier“ und später „Willst du nicht auflegen?“. Mir wurde das erste Mal im Leben klar, dass ich gar nichts muss. Ich muss nichts leisten, um eine Anerkennung zu bekommen. Durch die vielen Jahre hatte sich bei mir ein ausgeprägter Perfektionismus entwickelt und es fällt mir heute noch schwer im Mittelpunkt zu stehen da mich mein Perfektionismus oft hindert. Hingegen liebe ich es Prozesse zu analysieren und überlasse anderen die Show im Vordergrund. Die Übung machte mir klar, dass es vollkommen okay ist, wie ich bin und ich gar nichts muss. Ich kann auch so alles erreichen und mein Geschenk für die Welt ist mein starker Wille, meine ehrliche Art Dinge offen anzusprechen, die sich nicht jeder traut, Sachen zu verändern und dafür muss ich nicht die Bühnen der Welt gezwungenermaßen erobern.

 

Februar: Eine völlig neue Reiseerfahrung in Ägypten

Ende Januar bis Mitte Februar ging es für zwei Wochen nach Ägypten. Im Nachhinein stellte sich raus, dass es der erkenntnisreichste Urlaub seit Jahrzehnten war. Normalerweise bleibe ich auf meinen Reisen nicht länger als eine Woche an einem Ort und schon gar nicht in einem Hotel mit Vollpension. Doch diesmal war alles anders. Kein Blog schreiben, keine unzähligen Ausflüge nur Strand, lesen und die Zeit genießen – treiben lassen. Ein völlig neues Gefühl was ich zuvor so nicht kannte. Ich las so viele Bücher wie noch nie in zwei Wochen und tankte unendlich viel Energie für das kommende Jahr. Ein absolut neues Erlebnis was meinen Akku wieder voll lud und eine wertvolle Erkenntnis für mich selbst war.

 

März: Yoga Reise zur Ostsee und das Studentenprojekt

Im März ging es für ein verlängertes Wochenende an den Ostseespeicher nach Strove zur Yoga „Weiberzeit“ mit ein paar weiteren Frauen. Der Name war Programm, Yoga, Meditation und Coaching Übungen. Jeder fertigte sich ein Visionboard an, es gab jede Menge Spaziergänge an der Ostsee und wir wurden sehr gut bekocht. Das Lustige an der Sache, es war kein normales Yoga, sondern Hormonyoga. Bei der Frage „Warum wir dabei wären“ musste ich lachen und antwortete: „Ich habe Anne, die das Yoga veranstaltetet, auf einem Festival kennengelernt und bin deswegen hier“. Sie erzählte mir von ihrem Plan letzten Sommer und ich war von der ersten Minute an hell auf begeistert von der Reise und überredete Mariana mitzukommen. Hormonyoga für Damen in den Wechseljahren. Wir nahmen es mit Humor und waren sehr interessiert, man kann sich ja nie früh genug mit dem Thema auseinandersetzen. Die Gruppe hätte nicht unterschiedlicher sein können und wir erzählen unsere Geschichten und hörten gespannt den anderen Frauen zu, hatten sehr viel Spaß und Erkenntnisse für die kommenden Monate gesammelt. Danke Anne für dieses tolle Format und das Überreden auf der NOG. 🙂


Nach dem Yoga Wochenende ging es aufregend weiter. Auf der Arbeit bekam ich die Chance ein Studentenprojekt mit der Hochschule in Darmstadt zu betreuen und als Mentorin tätig zu werden. Dafür ging es Ende März für eine Woche nach Porto – eine Ideationreise, um die Studenten kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Einen sehr detaillierten Bericht gibt es hier zum Nachlesen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt sehr viel Zeit 2019 beanspruchte. Ich arbeitete parallel zu meinen Projekten bei NEUGELB mit den Studenten in Frankfurt und reiste mit dem Zug so oft es ging nach Frankfurt zum gemeinsamen Austausch. Unser Team wuchs mit seinen Herausforderungen und von Woche zu Woche interessierte ich mich immer mehr für das Thema Aktien und Anlagen. Ich konnte gar nicht genug von dem Thema bekommen, was man auch an meinem Lieblingspodcast 2019 auf Spotify sehen kann „Madame Moneypenny“ als meistgehörten Podcast 2019. Finanzielle Bildung war nun mein Spezialgebiet.

Workshop mit den Studenten in Porto

 

April: München und Color Obstacle Rush und Studentenprojekt

Alle zwei Wochen ging es mit dem Zug nach Frankfurt, um mit den Studenten zusammen an den einzelnen Projekten zu arbeiten. Privat reiste ich das erste Mal nach München, um mir endlich mal München anzuschauen und genoss die wundervolle Natur am Eibsee – oh Deutschland du kannst so schön sein. Sportlich ging es zum Color Obstacle Rush – 5 Kilometer Freizeitrun mit jeder Menge Spaß, doch leider meldete sich mein Knie wieder mal zu Wort und somit musste ich weiterhin auf das tägliche Joggen verzichten. 2019 war auf jeden Fall nicht mein sportlichstes Jahr. Als Ausgleich zum Laufen gab es jeden Mittwoch Yoga.

 

Mai: DNX, Karneval der Kulturen, Europawahl und Studentenprojekt

Der Mai ist jedes Jahr einer meiner Lieblings-Monate mit dem Karneval der Kulturen in Berlin, der für mich den Sommer einleitet. Alle Jahre wieder die DNX – Digitale Nomaden Konferenz im Funkhaus Berlin, die ich seit Jahren verfolge und mit Spannung beobachte wie sich die Szene rund um den Globus entwickelt. Vor ein paar Jahren hatte ich ja selber mal mein Glück für zwei Monate in Asien versucht und meine persönlichen Erfahrungen zum ortsunabhängigen Arbeiten gesammelt. Politisch zeigte die Europawahl, dass sich wieder mehr Menschen für die Politik interessieren was sich in der Wahlbeteiligung mit über 50 Prozent niederschlug, so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

 

Juni: TEDX, Rammstein, Fusion und Studentenprojekt

In der Woche beschäftigte ich mich mit den Studenten zum Thema Aktien und ETFs. Am Wochenende hieß es TEDX Berlin im Admiralspalast – ein ganzer Tag voller Energie und spannenden Vorträgen, die es in sich hatten. Rammstein tourte im Olympiastadion, ich war dabei und abgerundet wurde der Juni mit einem kleinen Fusion-Sonntag mit gemütlicher Übernachtung im Hotel. Man wird ja nicht jünger. 🙂

 

Juli: Vertragsverlängerung Neugelb, NOG und CSD

Ab diesem Monat hieß es Festvertrag bei Neugelb, ich verlängerte meinen Vertrag und gute Kollegen wurden zu sehr guten Freunden.
Für zwei Tage ging es zum UX Psychology Workshop, um mein Praxiswissen zu vertiefen.

Musikalisch fiel meine geliebtes Goa Festival (Antaris) ins Wasser da das Studentenprojekt sehr zeitintensiv war und die Abschlusspräsentation in der Commerzbank in Frankfurt anstand. Mein Lieblingsfestival die NOG ließ ich mir aber nicht nehmen und natürlich durfte der CSD auch nicht fehlen. Diesmal hatte ich das große Glück, seit ewigen Jahren mal wieder auf einem Wagen mitzufahren und die Strecke von oben aus genießen konnte. Danke NEUGELB!

Abschlusspräsentation in Frankfurt (Commerzbank)

 

August: Artlake, Zug der Liebe, B2Run und Segeln

Das zweite Festival der Saison das „Artlake“ in der Lausitz stand auf dem Festivalplan wo es um nachhaltige Themen und Musik ging. Es folgte die Teilnahme beim Zug der Liebe in Berlin, um ein Zeichen zu setzen und Ende August ging es mit meinem 82-jährigen Vater das zweite Mal zum Segeln an die Mecklenburgische Seenplatte. Im Holzboot ging es wieder aufs Wasser und diesmal hatten wir Glück mit dem Wind. Unfassbar wie viel Energie mein Vater in dem Alter an den Tag legt, denn das Segelboot ist von 1937 und somit alles andere als modern.

Bällebad auf dem Artlake


Es wurde sportlich mit dem B2Run. Leider machte mir mein Knie wiedermal einen Strich durch die Lauf-Rechnung, es meldete sich nach ca. 1,5 km mit Schmerzen zurück und somit konnte ich nur noch langsam die restlichen 3,5 Kilometer langsam laufen, danke Feli für die Unterstützung und die Gesellschaft beim langsamen Gehen zum Zieleinlauf ins Olympiastadion.

 

September: Fridays for Future, URBAN NATION, Folsom und UX Konferenz in Manchester

Fridays For Future mobilisiert Millionen – für das Klima. Eine weltweite Bewegung dank Greta die sogar zur Person des Jahres 2019 wurde. Millionen Kinder und Jugendliche treten rund um den Globus an Freitagen für den Klimaschutz in den Schulstreik. Die Krise gerät endlich ins Zentrum des öffentlichen Bewusstseins und setzt die Politik unter DruckFridays For Future mobilisiert Hunderttausende. Danke Greta für den Impuls.

Kulturell gab es wie jedes Jahr die URBAN NATION und das Folsom Fest in Schöneberg.

Beruflich ging es nach Manchester zur UX Konferenz wo ich eine der legendären Warehouse Partys irgendwie verschwitzte, obwohl wir schon in der Schlange anstanden. 😉

UX Konferenz (Ladies that UX Manchester)


Natürlich gab es auch 2019 ein Technik-Gadget als neuen Input zur Selbstoptimierung, einen Oura Ring der mich seitdem 24/7 analysiert. Grund dafür war, dass meine Apple Watch nicht richtig funktionierte. Durch meine Tattoos am Arm kann das Licht die Geschwindigkeit des Blutes nicht richtig messen und somit bin ich für Apple klinisch tot. Lange suchte ich nach einer Alternative und der Oura Ring war die perfekte Lösung. Seitdem unterstützt er mich als Schlaf-Coach. Der Ring kann in Tiefschlaf (Deep Sleep), REM-Schlaf (REM Sleep – schnelle Augenbewegungen) und leichten Schlaf (Light Sleep) unterscheiden. Die Readiness zeigt die Balance zwischen erholsamen Schlaf und meiner Aktivität (gemessen durch Körpertemperatur und Herzschlag) an. Das Bewegungsprofil (Activity) lässt sich ebenfalls erfassen. Es können Kalorien erfasst werden, was mir persönlich zu anstrengend ist da die Sachen manuell eingetragen werden müssen. Fürs Meditieren nutze ich weiterhin lieber mein MUSE Band für direktes Feedback oder aber die 7Mind App. Die Oura App überzeugt durch ein durchdachtes Interface und der Akku hält fast eine Woche und schlägt somit meine Apple Watch bei weitem. Viele werden sich jetzt fragen, warum man sich von einem Ring analysieren lässt. Ich liebe es neue Dinge zu testen und mir selber ein Urteil zu bilden als alles Neue immer gleich zu verteufeln. Mit dem Ring kann ich schnell und einfach erkennen, wie effektiv zum Beispiel mein Schlaf war und kann das für die kommenden Tage optimieren.

 

Oktober: Rucksackblog in Taiwan

Im Oktober hieß es „Rucksackblog“ fliegt nach Taiwan. Als Erstes ein paar Tage Hongkong erkunden und dann rüber auf die Insel Taiwan. „Made in Taiwan“ kennt man aus unzähligen Blogs, Schildern in Kleidung, die großen Chiphersteller und Textilfabriken der Welt sind hier ansässig. Warum Taiwan? Ganz banal, wenn man bei Google nach dem Reiseziel für perfektes Wetter im Oktober sucht, stößt man bei der Recherche irgendwann automatisch auf die kleine Insel mit seinen fast 24 Millionen Einwohnern. Gesagt getan und Taiwan hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Nachtmärkte, Spielautomaten, freundliche Menschen, überall saubere Toiletten, eine wundervolle Natur, unfassbar gut schmeckender Kuchen an jeder Ecke, Bubble Tea und eine Digitalisierung wie ich sie mir vorstelle. Jeder nutzt eine Chipkarte, um Bus und Bahn zu fahren. Egal ob jung oder alt gibt es hier die sogenannte Easycard mit der man nicht nur die Bahn oder den Bus nehmen kann, sondern in vielen Geschäften auch kontaktlos bezahlen kann. Die Menschen sind hier offen gegenüber neuen Technologien.
Wir reisten vom Norden in den Süden und wieder zurück in den Norden. Überall gibt es etwas zu entdecken und die Freundlichkeit der Menschen und die Kultur war sehr entspannt. Ein Land was auf jeden Fall auf meine Top 10 Länder Liste platziert wurde.

Taiwan

 

November: 30 Jahre Mauerfall, Dirk Kreuter, ETF Sparplan, CO Galerie und GFK Kurs

Nach dem Taiwan Urlaub waren die Energiespeicher auf 100 Prozent geladen. Tägliches Meditieren und Yoga wurde wieder zur morgendlichen Routine.

Die logische Schlussfolgerung nach dem Studentenprojekt war der Einstieg in die Börsenwelt somit schloss ich im Zug nach Düsseldorf meinen ersten Sparplan ab und beschäftige mich seitdem aktiv mit der Börse.

Ein komplettes Wochenende im November gab es die volle Dröhnung Vertriebsseminar mit Dirk Kreuter „Vertriebsoffensive“ im Estrel in Berlin. Von morgens bis abends gab es nicht nur das 1 x 1 der Vertriebstechniken, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung in Themen rund um Finanzen. Dirk Kreuter? Er ist Unternehmer, Verkaufstrainer, Redner und Autor, der seit über 26 Jahren im Vertrieb tätig ist. Sein Fokus liegt auf Verkaufstechniken, Markenaufbau und Sichtbarkeit auf Social Media.
Damals in meiner dreijährigen Mediengestalter Ausbildung durfte ich drei Jahre lang Vertrieb machen. Zwei bis drei Tage die Woche Kundentermine per Telefon Kaltakquise und zwei bis drei Tage lang raus zur Neukundenakquise. Drei Jahre, die es in sich hatten und somit war die Vertriebsoffensive thematisch für mich nicht neu da ich mir viele Methoden vertraut sind.

Mein AHA-EFFEKT: Mache nicht alles halb, sondern fokussiere dich auf wenige Dinge.

Das Seminar ging zwei volle Tage, Samstag und Sonntag und hatte es in sich. Ich kann jedem der mit Kunden zu tun hat das Seminar nur ans Herz legen.

 

Der Inhalt: Bedarfs- und Bedürfnis Analyse, angewandtes Wissen ist Macht. Abschlussreflex, die 33 gute Gründe Liste, man kauft Vorteile und keine Merkmale, ein guter Verkäufer erzeugt Bilder beim Kunden (Vorteilskommunikation), Kaufmotive, wer will, findet Wege und wer nicht will, findet Ausreden. Was ist dein Warum? Danach das wie! Denken Sie groß. Flummi-Technik, geistige Brandstiftung und natürlich Menschentypen. Das Wort „Grundsätzlich“ kann sehr mächtig sein, um das Interesse des Kunden zu gewinnen. Wer kommt, der kauft – lasse den Kunden zu dir kommen. Gebe dem Kunden Hausaufgaben und mache einen Termin damit sich jeder vorbereiten kann.

 

Dirk Kreuter: Vertriebsoffensive 2019

 

Kulturell ging es in die CO Galerie zur Ausstellung “No Photos on the Dacefloor” – eine Reise in meine musikalische Vergangenheit. Viele schöne Erinnerungen aus der berliner Clubwelt, wo ich groß geworden bin. Passend dazu bekam mein Freund Hendrik die Chance im Berghain aufzulegen und ich fand endlich mal wieder Zeit das Tanzbein zu schwingen, was 2019 wieder einmal zu kurz gekommen ist. Der Auftritt war alles andere als überfällig und auf jeden Fall sehr spannend das Berghain aus einer anderen Perspektive zu sehen. Seitdem weiß ich, dass die DJs an der Bar digital bezahlen. 😉

 

Kreativen Input gab es an einem Wochenende. Ich nahm an einem Porzellan Workshop teil, wo es darum ging Porzellan selber zu ziehen. Jeder Teilnehmer konnte drei Dinge aus Porzellan herstellen, eine völlig neue Erfahrung und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ganz schön aufwendig so eine Herstellung und auf jeden Fall wichtig von Zeit zu Zeit analoge Dinge per Hand zu erschaffen.

Dank NEUGELB habe ich ein GFK Seminar – Gewaltfreie Kommunikation besucht, um noch besser auf meine Mitmenschen einzugehen und deren Bedürfnisse zu verstehen.
GFK nach Marschall Rosenberg kann zur Lösung bestehender Konflikte genutzt werden und ist eine Methode wie man im Team (besser) kommuniziert. Egal ob die Klärung eines inneren Konflikts als auch für die Vorbereitung auf ein bevorstehendes Konfliktgespräch ist GFK eine sehr lösungsorientierte Methode. Beim GFK geht es darum, wieder in Verbindung mit den Gefühlen und Bedürfnissen zu kommen, die hinter unseren Urteilen und Bewertungen stecken. Man lernt durch unterschiedliche Methoden auf den anderen einzugehen und kommt so schneller ans Ziel ohne große Reibungen.
Im März 2020 ist das Folgeseminar, wo ich das Wissen vertiefen werde und mich schon riesig freue. Nach dem zweiten Seminar 2020 wird es auf jeden Fall einen separaten Blogbeitrag zu dem Thema geben. Ich würde jedem der in Teams arbeitet GFK ans Herz legen.

 

Dezember: Notaufnahme und Goa Festival in Indien

Bis zum 23.12 hieß es durcharbeiten. Ende Dezember ging es dann in den wohlverdienten Urlaub nach Indien zum Yoga Retreat doch leider fing die Reise alles andere als entspannt an, denn kurz vor dem Abflug bekam ich die Information, dass mein Vater in die Notaufnahme musste. Von einem auf den anderen Moment brach eine Welt zusammen, ich wusste nicht was ich machen sollte und hatte keinerlei genaue Informationen die Situation einzuschätzen und meine Schwester war natürlich auch gerade am Flughafen, niemand da der helfen konnte. Wie ernst war die Lage? Den Bericht kann man auf Rucksackblog nachlesen. Link: Zum Artikel

www.rucksackblog.de


Das Jahr endetet wie es anfing “etwas anders”. Zum Jahresabschluss ging es zur Goa Trance Party des Jahres – Hill Top in Goa. Ein Traum der durch Zufall in Erfüllung ging – unfassbar und nicht geplant wie so vieles im Leben.

 

Meine Top 5: Positiv

  • Einen neuen Steuerberater für franzidesign
  • Meine Reisen: Ägypten, Taiwan und Indien
    Link: Rucksackblog
  • Studentenprojekt hd_a
    Link: Zur Case Study
  • GFK Seminar
  • Meditation und Yoga Praxis


Meine Top 5: Negativ

  • Mein Perfektionismus
  • Zu wenig Blogbeiträge auf franzidesign
  • Routinen nicht eingehalten
  • Zu wenig Sport
  • Zu wenig “Nein” gesagt

 

2020?

Privat: Hoffen das mein Vater wieder gesund wird. Mir mehr Auszeiten nehmen, um meine Energiereserven zu schonen.
Beruflich: Mich noch mehr mit dem Thema Aktien und ETFs beschäftigen und endlich die Case Study von Testberichte veröffentlichen.
Allgemein: Bin ich sehr gespannt auf das Demokratie Festival am 12.06.2020 im Olympiastadion und alles was sich 2020 ergibt.

 

Hat dir der Beitrag gefallen?
Ich würde mich über ein Kommentar oder ein „gefällt mir“ Herz freuen.

 

Das könnte Dich auch interessieren
2018:
Rückblick 2018

2017: Rückblick 2017
2016: Rückblick 2016

Read more

Die Höhle der Löwen – in Porto

Comments (0) Case Study

Mobile App & Desktop + Hardware



„Studenten machen Bank“

8 Studenten
6 Designer
11 Work-Sessions in Frankfurt
7 Reviews an der Hochschule Darmstadt
6 Gast Vorträge an der Hochschule
3 finale Konzepte
————————————————–
= Eine Commerzbank Präsentation

 


 
🇺🇸 English text version is available on Medium
👉 Link: Medium

 


Intro

Die alles durchdringende Digitalisierung hat unsere Welt in den letzten Jahren radikal verändert. Online Banken wie N26, Revolut, Fidor oder Direktbanken erzielen großes Wachstum und stellen traditionelle Banken auf den Prüfstand. Wurden Produkte früher hauptsächlich vertriebsorientiert verkauft, so stellt die Digitalisierung komplett neue Herausforderungen an Unternehmen. Der Mensch steht im Fokus, das Kundenerlebnis mit der Marke und dem Produkt beeinflusst das Kaufverhalten. Was sind die konkreten Bedürfnisse der Nutzer heutzutage und wie agieren sie mit der Marke?
Während sich in Deutschland Banken und Finanz-Startups schwertun, ihre Kunden von Banking Apps oder mobilem Bezahlen zu überzeugen, ist zum Beispiel in Afrika das digitale Banking längst im Massenmarkt angekommen. Der größte Teil der Bevölkerung in Kenia nutzt mobile Bezahldienste. Aus der Not heraus entstand bereits 2007 ein Vorreiter-Projekt für Digitales Banking und der Telekommunikationsanbieter Safaricom hat seither in Afrika die traditionelle Bank schon lange abgelöst. Das Problem: Es gab zu wenige Bankfilialen und die Kenianer hatten nicht genug Einkommen, um ein Konto zu eröffnen. Man erkannte das Potenzial und das neue mobile Bezahlsystem namens M-Pesa war geboren. Der Dienst wird zum Geldverschicken, zum Bezahlen im Supermarkt oder zum Begleichen von Rechnungen oder zum Empfang von Gehalt genutzt. Das Geld wird einfach direkt auf das Telefon überwiesen. Die Menschen benötigen kein Konto, ihr Mobilfunkvertrag dient als solches. Sie lassen sich ihr Geld auf ihr Handy schicken, laden Geld auf oder lassen sich Bargeld auszahlen – es ist sofort verfügbar und selbst die einfachsten Telefone, nicht nur neue Smartphones, bieten diesen Service an.
Auch bei uns verzichten mehr und mehr Menschen auf den Besuch einer Bankfiliale und neue Banken konkurrieren mit den Etablierten. Doch wie kann das Banking der Zukunft aussehen? Das war die Hauptfrage unserer Kooperation zwischen UX/UI Designer und Studenten der Hochschule Darmstadt.

 

Die Design Challenge

Studenten für Finanzthemen begeistern, ihnen einen exklusiven Einblick in das tägliche Arbeitsleben in einer Service Design Agentur gewähren und mit ihnen die Bank von Morgen zu gestalten.

 


Der Ablauf des Projektes
Innovations-Workshop in Portugal 

Für mich begann das Projekt im März 2019 mit einer gemeinsamen Ideenreise „Ideation“. Ende März ging es für fünf Tage mit dem Flieger von Frankfurt nach Porto, um dort mit den Studenten zusammenzuarbeiten. Zehn Mitarbeiter von Neugelb und zehn Studenten der Hochschule Darmstadt. Angekommen am Flughafen Porto ging es mit einem UBER Richtung Innenstadt zum gemeinsamen Airbnb. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Das Einzige, das fest stand, besseres Wetter als in Berlin würde es geben mit 17 Grad und Sonnenschein. An der Unterkunft angekommen besichtigten wir unser Haus und ich lernte zum ersten Mal die Studenten kennen. Das Haus war riesig, es hatte drei Stockwerke mit unzähligen Zimmern. Ich teilte mir ein Zimmer mit zwei Kollegen aus Frankfurt.
Am ersten Abend bekochten uns die Studenten herzlich, es gab Burritos für alle. Beim Glas Wein lernten wir uns kennen und wurden in fünf Arbeitsgruppen eingeteilt. Am nächsten Morgen starteten wir in den Gruppen, alle hatten das gleiche Thema mit dem Titel: „Digital meets Analog“. Unsere Gruppe hieß „Kolibri“ und setzte sich aus zwei Studenten und zwei Neugelbians zusammen. 

Die erste Herausforderung: Den Studenten das Thema Banking näherzubringen und zusammen überlegen was spannende Themenfelder sein könnten. 

Das Problem: Die Studenten waren klassische Sparkassen und Volksbank Kunden. Sie hatten ein Girokonto und das war es dann auch. Kreditkarte? Nein! Sparen? Nein! Altersvorsoge? Nein! Aktien? Ein Fremdwort. Die meisten von den Studenten hatten ihr Konto als Kind von ihren Eltern bekommen und interessieren sich herzlich wenig für Banken und deren Produkte.

Die zweite Herausforderung: Eine Hardware/Software Lösung zu gestalten. Soweit so gut. 

 

 

 

Porto im Schnelldurchlauf

Montag: Gemeinsamer Kick-Off Termin bei dem alle Studenten in anfänglich fünf Gruppen aufgeteilt wurden. Das Thema: „Explore Banking“. Unsere Gruppe „Kolibri“ setze sich aus Studenten Dareen und Sinem und Sandy und mir (UX Design) von Neugelb zusammen. Die erste Herausforderung war es eine Zielgruppe festzulegen. Wir entschieden uns für junge Mensch (Studenten und Azubis) da wir an das Netzwerk der Studenten und der Uni für den späteren Research anknüpfen wollten. Nach der Zielgruppendefinition folgte die Analyse von Nutzer und Businesszielen. Am Anfang war es wichtig die richtigen Fragen zu stellen. Wie gehen die Studenten mit Geld um? Wie wichtig ist ihnen Geld? Wie bezahlen die Studenten, bar oder digital? Nutzen sie Kreditkarten? Bei welcher Bank sind die Studenten? Was sind die konkreten Wünsche und Probleme in Hinblick auf die Finanzen? All diese Fragen mussten erstmal beantwortet werden bevor wir loslegen konnten. Aus den Informationen entstanden erste Use Cases. 

Dienstag: Die konkreten Probleme und Bedürfnisse der Zielgruppe schärfen. Pains und Gains wurden auf Post-its gesammelt und es wurde eine Value Proposition erstellt. Es entstanden erste Lösungen für Hardware und Software Ansätze. 

Mittwoch: Unzählige Post-its, bunte Wände und etliche Präsentationsrunden später stand unser erster Konzeptansatz. Es sollte eine Art Finanzcoach werden, der junge Menschen an die Hand nimmt und das Thema „Finanzen“ näherbringt. Frei nach dem Motto: Statt Revolution eine Evolution.
Es folgte die erste Pitch Situation „Höhle der Löwen“: Alle fünf Teams durften ihre Ideen präsentieren und das erste Team schied aus. Unser Team „Kolibri“ durfte bleiben und verfolgte die Idee „Finanzcoach“ für junge Menschen weiter. Sändy (UX Design) wechselte in ein anderes Team und wir bekamen dafür Federica (UI Design) von Neugelb und einen weiteren Studenten (Benedikt) dazu. Durch den Wechsel gab es frischen Input und weiter ging es mit dem Verfeinern der Ideen.

Donnerstag: Stadtbesichtigung, denn auch Porto sollte nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Abendessen, Strandbesuche und Tagestouren durften natürlich nicht fehlen. Porto war der perfekte Nährboden für das Projekt. Die Teams haben sich gefunden und die ersten Konzeptansätze standen in den Startlöchern.

Freitag: Ging es wieder zurück Richtung Frankfurt.

 

 

Oh Porto

Meine Top 8 Sehenswürdigkeiten oder typischen Dinge für Porto:

  1. Ausblick von oben auf die ganze Stadt
    Igreja dos Clérigos – Clérigos-Kirche

  2. Stadtrundfahrt
    HOP ON HOP OFF BUS

  3. Pastéis de Nata essen
    Blätterteigtörtchen mit Pudding

  4. Eléctrico
    Eine Fahrt mit der Straßenbahn

  5. Buchhandlung „Livraria Lello“ besuchen
    Eine der ältesten und schönsten Buchhandlungen Europas (Must-see für Harry Potter Fans)

  6. Durch die Altstadt spazieren

  7. Weinverkostung
    Porto ist berühmt für seinen Portwein

  8. Unbedingt probieren: Portwein & Tonic
    Kombination aus dem traditionellen Portwein und Tonic Water

 

 

Gemeinsame Work-Sessions in Frankfurt

Nach der gemeinsamen Zusammenarbeit in Porto folgten elf Work-Sessions in unserem Büro in Frankfurt wo meine Kollegin Federica (UI Design) und ich die Studenten tageweise unterrichten durften. Ich pendelte den Sommer über alle zwei Wochen für mindestens zwei Tage zum Arbeiten nach Frankfurt, um mit den Studenten im klassischen Design Sprint Format und Design Thinking Prozess an unserem Konzept zu arbeiten. Wir hatten zwei Konzeptansätze: Sparen und Investieren. Aus allen Informationen erstellten wir für beide Ansätze eine Persona und eine User Journey, die uns bei der Konzeption der Software und Hardware halfen die Schnittstellen besser zu verstehen.  

 

 

Die Herausforderung: Das Konzept basierte auf einer Hardware/Software Lösung. Wir recherchierten nach Artefakten.
Was soll das es für eine Hardware sein: Ein Ring? Eine Karte? Ein Armband? Ein Chip? Eine Klebefolie oder aber ein Schlüsselanhänger? Aus welchem Material soll die Hardware sein?

Wie agiert der Mensch mit der Hardware und Software? Wie sind die Schnittstellen und wie bekommen wir die Idee umgesetzt, sprich wie funktioniert die technische Umsetzung? Von meiner täglichen Konzepter Rolle schlüpfte ich in eine komplett neue Position. Studenten anleiten, Konzepte ausdenken, recherchieren, analysieren, umsetzen und natürlich planen. Jeder von uns musste in seine Rolle hineinwachsen. Als Gastdozentin durfte ich einen Vortrag an der Fachhochschule Darmstadt zum Thema User Experience halten. Ich erzählte von meinem Lieblingsbuch „The Design of Everyday Things“ von Donald Norman und weshalb mich seit geraumer Zeit das Thema „Toilettenexperience“ nicht mehr loslässt. Seit diesem Buch ist nichts mehr vor mir und meinen prüfenden UX Blicken sicher von der Toilette bis hin zu Fahrradschlössern, Smarten Fahrrädern oder meinem smarten Gemüsebeet.

Ich kann mich noch gut an die erste Work-Session in Frankfurt erinnern. Den Abend zuvor war ich total aufgeregt, ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Die Studenten waren überpünktlich am nächsten Morgen vor Ort und saßen wie in der Schule vor mir. Ich fühlte mich wie eine Lehrerin, hallo Mentor Rolle. Ich musste auf einmal anleiten, Feedback geben und führen. Nach dem ersten Tag ging für mich eine Welt unter, ich saß die halbe Nacht, um den nächsten Tag vorzubereiten und zu planen. Ich war heilfroh, als die ersten zwei Tage Work-Session vorbei waren. Von Work-Session zu Work-Session wurde es immer einfacher und es machte großen Spaß. Wir teilten die Aufgaben im Team ein und stimmten uns immer wieder ab. Konnten wir keine Entscheidung zusammen treffen, ließen wir durch ein Testing den Nutzer entscheiden, wodurch wir persönliche Konflikte in der Gruppe aus dem Weg gingen. Für die Studenten war dieser Ansatz komplett neu aber sie verstanden schnell die Effizienz der Methode und hatten verinnerlicht, worauf es ankommt. Der Nutzer steht im Mittelpunkt und die eigenen Interessen und Meinungen sind nicht immer die besten. Unser Konzept wurde von Treffen zu Treffen immer runder. Das kollaborative Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachrichtungen funktionierte mit viel Disziplin sehr gut. Wir tauschten uns über WhatsApp und Slack aus, dokumentieren unsere Ergebnisse in Confluence – für die Studenten war das alles neu und ungewohnt.

 



Am Anfang gab es immer wieder Fragen: „Warum, wieso, weshalb, muss das sein?“ Doch zum Ende des Projektes hatten die Studenten verstanden, warum das transparente Vorgehen von Vorteil ist. Wir besuchten Bankfilialen, führten Interviews mit Bankberatern, erstellten Umfragen und recherchierten nach Studien und die Studenten hatten auf einmal Interesse an dem Thema Finanzen. Sie setzen sich das erste Mal mit ihren Finanzen auseinander und wollten auch direkt aktiv werden und ihr Sparverhalten selber optimieren.

 

 

Wir erstellten unzählige Scribbles an den Wänden und am Computer und die Studenten bauten in der Werkstatt erste Hardware Modelle aus Polystyrol, die wir immer wieder testeten. Die Studenten testeten die unterschiedlichsten Materialien. Es wurde am Rechner ein 3-D Modell erstellt welches in der Werkstatt gelasert, geschnitten und geschliffen wurde. Unsere Hardware Smamo war geboren, es entstand eine Design Lampe die in Interaktion mit dem Interface tritt und dem Nutzer sein Sparziel per Licht visualisiert. 

 

 

Interface

Die App Wireframes wurden zu einem interaktiven InVision Prototypen erarbeitet, der dann auf Herz und Nieren mit Nutzern geprüft wurde. Ziel war es, bei der Abschlusspräsentation die Commerzbank von unserer Lösung zu überzeugen. 

 

 

Unser Team gab von Anfang bis Ende 100 Prozent, nicht eine Work-Session war jemand abwesend, worauf ich persönlich sehr stolz war. Es war nicht immer einfach, neben dem normalen Arbeitsalltag, aber das finale Ergebnis belohnte unsere harte Arbeit. Nicht nur für die Studenten waren die ganzen Tools und Programme der Zusammenarbeit komplett neu, sondern auch für mich war so eine Aufgabe eine Herausforderung, die ich so vorher noch nicht durchgeführt hatte. Unser Team ist von Woche zu Woche an ihren Herausforderungen gewachsen mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

 

 

 

Unsere Zielgruppe. Warum „Generation Z“? 

Durch die Zusammenarbeit mit den Studenten lag es für mich nah, diese als primäre Zielgruppe auszuwählen, da diese ihre Bedürfnisse am besten kennen und wir somit beim Research und dem Netzwerk der Studenten anknüpfen konnten. Hauptzielgruppe: Junge Menschen (Schüler, Studenten und Azubis) die durch unsere Lösung sich einfach und schnell mit ihren Finanzen auseinandersetzen.

 

Persona: Caroline

 

Hintergrund zu unserem Projekt SMAMO

Unabhängig vom eigenen Einkommen und der finanziellen Lage findet die Sensibilisierung und der richtige Umgang mit den eigenen Finanzen bei vielen Menschen oftmals zu spät statt. Gerade junge Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Finanzen regelmäßig zu kontrollieren, Kontoaktivitäten richtig zu kalkulieren oder aber sich fürs Alter abzusichern. Touchpoints zu den Themen Sparen, Geld anlegen, Investieren oder sich mit dem Konsumverhalten auseinanderzusetzen sind wichtiger denn je, doch wissen viele junge Menschen einfach nicht, wo sie anfangen sollen zu sparen oder aber Geld zu investieren. Die Vorgänge sind meist zu komplex, sodass es gerade jungen Menschen schwerfällt, einen greifbaren Bezug zu den eigenen Finanzen zu finden. Bis vor einem Jahr waren Bereiche wie z.B. Aktien auch für mich persönlich keine spannende Themenfelder. Doch um so mehr ich mich mit diesen Themen auseinandergesetzt habe, um so spannender wurden sie.
Die Industriedesigner brachten das nötige Wissen für die physikalische Experience und wir die digitale Experience mit. Durch die Kooperation entstand durch kollaboratives Arbeiten das Konzept SMAMO, welches gleichermaßen physikalische und digitale Experience einschließt. 

 

Projektbeschreibung SMAMO 

Bei unserem Projekt SMAMO geht es um eine Unterstützung bestehend aus Hard- und Software, die junge Menschen bei ihren alltäglichen Finanzen hilft. Die Zielgruppe besitzt die Möglichkeit, ihre Finanzen rund um Service, Ausgaben, und Einnahmen per App selbst zu kontrollieren.

 

 

Das Konzept teilt sich in zwei Lösungen: Der erste Ansatz ist das „kurzfristiges Sparen“: dabei handelt es sich um simple Unterkonten. Die Nutzer können in der Commerzbank App ganz einfach und schnell Unterkonten anlegen, um einfach auf Sparziele hin zu sparen und ihre Finanzen besser zu kontrollieren. Die App tritt mit einem physischen Objekt in Verbindung, der sogenannte ‚Smart Money‘, kurz: SMAMO genannt, der direkt Einfluss auf das emotionale Erlebnis des Nutzers ausübt. Der Nutzer kann sich sein Sparziel in der App oder aber direkt auf SMAMO anzeigen lassen. Bei dem physischen Objekt handelt es sich um eine sehr schmale weiße Design Lampe, die ca. 10 cm hoch und 2 cm tief ist. SMAMO kann an die Wand gehangen oder aber auf den Tisch gestellt werden und sollte in keiner Wohnung fehlen. Per Commerzbank App kann sich der Nutzer mit SMAMO verbinden, die Lampe füllt sich mit Licht und zeigt dem Nutzer seinen Sparfortschritt an. Der emotionale Wert, der den Nutzer zum Sparen motiviert, baut eine Brücke zwischen Mensch-Maschine-Interaktion. Dem Nutzer wird damit die verloren gegangene persönliche Beziehung zu seinen Finanzen wiederhergestellt.

 

 

Der zweite Ansatz ist das „langfristige Sparen“. Nachdem die Studenten für das Sparen sensibilisiert waren, wollten wir eine weitere Lösung für die Altersvorsorge integrieren. Auf Basis von Expertenwissen in Form eines Interviews mit einem Bankexperten, Umfragen und Recherche entschieden wir uns für das Thema Aktien – ein ETF Sparplan, den man einmalig einrichtet und dann einfach liegen lässt. Die junge Zielgruppe hat die Möglichkeit per App in einen nachhaltigen Aktienfonds zu investieren und diesen in der App zu beobachten. Sparrechner und Schieberegler geben dem Nutzer ein Gefühl für Rendite und eine schlanke Auswahl an Optionen erleichtert den Einstieg in das Investitionsthema. Ab 25 € im Monat kann man sich für das Alter absichern.

 

Die finale Präsentation

Am 11. Juli 2019 war es endlich so weit. Mit dem Fahrstuhl ging es in den 49. Stock des höchsten Gebäudes von Deutschland – den Commerzbank-Tower in Frankfurt. Acht Studenten und wir von Neugelb. Heute war der große Tag, auf den wir die letzten Monate hingearbeitet hatten. Alle drei finalen Gruppen bekamen jeweils 15 Minuten Zeit, dem Bereichsvorstand der Commerzbank (Ulrich Coenen) von ihren Konzepten zu überzeugen. 

Los ging es mit einem kurzen Intro von Prof. Phillipp Thesen und Holger Grünwald (MD Neugelb). Als erste Gruppe durfte SMAMO präsentieren. Um das Thema einzuleiten, präsentierten wir die Hintergrundzahlen und Fakten aus Studien und eigener Umfrage zum Thema Finanzen. Es folgten die Designs fürs Interface und der Modellbau in der Werkstatt, danach die Recherche und zum Schluss gab es den finalen Prototyp und unser Modell plus Animation. Die Studenten präsentierten stolz ihr Objekt „SMAMO“, das sie in der Werkstatt gebaut hatten.

 

 

Foto, v. l. n. r.: Team SMAMO:
Federica Deschino, Sinem Kicirti, Benedikt Schneeberg, Franziska Gronwald & Darleen Mittelstädt

Nach der Präsentation ging es zum gemeinsamen Mittagessen in den Räumlichkeiten, die normalerweise nur für den Vorstand der Commerzbank vorgesehen sind, zum gemeinsamen Snack. Stolz blickten wir zusammen auf den Main und stießen mit einem Glas Apfelsecco auf unser Ergebnis an.

 

PAGE November 2019
eDossier »Digital System Design bei Neugelb Studios und der Hochschule Darmstadt«

 

 

DOWNLOAD:
Link: Page Shop

 

Aus Erfahrungen lernen

Gerade die letzten Wochen waren sehr intensiv, aber jede einzelne Stunde harte Arbeit hat sich gelohnt.

So eine Kooperation aus Hardware und Software Design war für mich neu. Ich agierte nicht nur als UX Designer, sondern auch als Mentor, Projektmanager und als Lehrer. Nicht nur die Studenten, sondern auch ich nehme viele neue Impulse in meine tägliche Arbeit mit. Statt Konzepte zu Überoptimieren noch mehr und viel schneller Dinge vertesten, noch mehr Zahlen (Data-Driven Design) in die tägliche Arbeit einzubeziehen und den Nutzer entscheiden lassen. Noch früher Entwürfe mit Nutzern testen auch, wenn diese nicht perfekt sind. Sind die Entwürfe schon zu weit ausgearbeitet läuft man Gefahr, dass man Feedback zu Farben und Abständen bekommt, die an der Stelle nicht relevant sind.

Aber auch Vorbereitung und Nachbereitung sind elementar wichtige Themen sowie regelmäßige Feedback-Runden mit der Reflektion der eigenen Arbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Umso mehr schätze ich die Arbeit der Projektmanager, die mir täglich den Rücken frei halten damit ich mich auf meine Konzepte konzentrieren kann und wünsche mir, dass es weitere Kooperationen in dieser Form geben wird. Solche Projekte sind genau der richtige Ansatz, die neue Generation Z auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Es kommt nicht darauf an, wie gut ich Dinge auswendig lerne und dann mit guten Noten in der nächsten Klausur glänze, sondern Teamwork und echte Kundennähe, an denen die Produkte und Services ausgerichtet werden.

 

Zum Schluss möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei der Commerzbank, meinem Chef Holger Grünwald und Professor Philipp Thesen für die Chance und das Vertrauen bedanken. Ein großartiges Projekt mit Potenzial auf Wiederholungsbedarf.


 

Text: Franziska Gronwald (franzidesign), Senior UX Designer bei Neugelb Studios GmbH
Umfragen Erstellung: Mariana Schmellenkamp, Senior UX Researcher
Illustrationen Storyboard: Bo Virkelyst Jensen, Senior Visual Designer

 



Zu den anderen Projekten auf Neugelb:
Link: https://bit.ly/2Xrnb9I


 

Bücherempfehlung

The Design of Everyday Things: Psychologie und Design der alltäglichen Dinge
Autor: Norman Don, Christian Eschenfelder


Bei amazon bestellen

Read more

Mein ganz persönlicher Rückblick 2018 (#3)

Comments (2) Blog, Design, Erfahrungen, Rückblick


Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere

Es ist 20:40 Uhr, der 21. Dezember 2018, es war mein letzter offizieller Arbeitstag für dieses Jahr, ich sitze auf dem Sofa, die Regentropfen klopfen an das Fenster und ich schreibe die ersten Zeilen, von meinem Jahresrückblick nieder. Es ist verrückt, vor genau einem Jahr wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Freude am Leben haben kann. Es ging mir alles andere als gut. Ich hatte ein Burnout und wusste nicht mehr, wie es weiter geht. Meine Ärztin empfahl mir, dass ich meine Arbeit kündigen und mir psychologische Hilfe suchen sollte. Schlechter hätte ein Jahr kaum enden können. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte: Neuanfang, Neuausrichtung und tiefe Dankbarkeit für all die verrückten, traurigen und spannenden Dinge, die passiert sind. Danke 2018.

 

Warum ich das Jahr reflektiere?
Um mich vom alten Jahr zu verabschieden.
Um zu würdigen, was ich erlebt habe.
Um meine Erfolge zu feiern.
Um herauszufinden, wo ich stehe.
Um zu lernen.
Um mich neu auszurichten.

2018: Ein Jahr wie sein Sommer: heißer, als es manchen lieb war. Immuntherapie gegen Krebs, Donald Trump, Brexit, Razzien in Bassiani, Fußball WM, Königshochzeit, der Tod von Stephen Hawking, der Suizid von Avicii, Rückzug von Merkel als CDU-Chefin, Turbulenzen an den Finanzmärkten, Reduzierung von Plastikmüll, Klimawandel, Google Home und Amazon Echo, Apple Pay, Sony WH-1000XM3, Google Pixel 3, Apple Watch Series 4, …

 


Was bewegte mich 2018 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Januar 2018: Die Aussichten für das Jahr waren alles andere als gut. Den Rat meiner Ärztin mit der psychologischen Hilfe musste ich nach mehreren Anläufen Anfang des Jahres abbrechen, da es unmöglich war in Berlin einen Termin zu bekommen. Ich hatte nicht die Kraft einen Therapeuten zu finden. Das Thema war mir äußerst unangenehm da Burnout oder Depression gesellschaftlich für viele Menschen noch immer schwer verständlich sind. Ich fühlte mich missverstanden und hilflos. Entweder gab es keine Termine oder aber man sucht sich eine private Praxis, wo die Preise ab 100 € pro Sitzung losgehen. Für einen kranken Menschen nur schwer realisierbar zum einen wird man zusätzlich unter Druck gesetzt und zum anderen weiß man nicht wie lange so eine Krankheit andauern kann – ein Teufelskreis. Ich entschied mich für eine andere Lösung und startete mit nur wenig Kraft in das neue Jahr, es ging mir sonderlich schlecht und ich wusste nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen sollte. Aufgeben war wie immer keine Option für mich, bloß keine Schwäche zeigen. Mit aller Kraft wollte ich die zwei Jahre für den Lebenslauf in Festanstellung voll bekommen, komme, was wolle. Im Nachhinein weiß ich das es eine dumme Idee war und ich die Horrorshow schon viel früher hätte abbrechen müssen, doch ich war im Hamsterrad gefangen. Immer 100 Prozent geben und es auch von allen anderen erwarten – diese Rechnung ging natürlich nicht auf.

Viele fragten mich, wie ich aus dem Burnout herausgekommen bin. Das regelmäßige Meditieren wurde zur Routine, 2106 Minuten und 227 Mediationen waren es 2018. Ich habe das Jahr wie die Jahre zuvor mit einem einmonatigen Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) gestartet. 5 Tage die Woche jeden Morgen vor der Arbeit ca. 45 bis 60 Minuten ein Live Coaching plus Hausaufgaben, einen ganzen Monat lang. Es fiel mir durch meine aktuelle Situation sichtlich schwer das Programm durchzuhalten, aber es gab mir Halt und ich konnte einen Fortschritt der Besserung erkennen. Es gab noch andere Menschen, die die gleichen oder ähnliche Probleme hatten. Wir tauschten uns aus und lernten voneinander. Der Höhepunkt war das letzte Januarwochenende mit dem Abschlussevent des Coaching Programms. Über 600 Absolventen trafen sich in den Bolle Festsäle in Moabit und teilten ihre Erfahrungen. Es war ein großer Saal mit unheimlich viel positiver Energie. Ich hatte wieder neuen Mut und Kraft gesammelt und den absoluten Willen mein Leben in die Hand zu nehmen. Am Sonntag folgte ein weiterer Tag Coaching mit Tobias Beck „Masterclass of Personality“ mit meiner besten Freundin Änn. Das Thema war ebenfalls Persönlichkeitsentwicklung und Visionsfindung. Ein Wochenende der Superlative und ein Monat, der es in sich hatte und mir Kraft für das neue Jahr gab. 

Februar/März: Ein Wochenende in Hamburg. Mein neues Smartbike von Vanmoof. Ich schleppte mich von Monat zu Monat. Es kam, wie es kommen musste. Am 21. März wurde ein Drittel der Firmenbelegschaft gekündigt. Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern, wo im Townhall die Botschaft verkündet wurde. Jeder einzelne Mitarbeiter bekam nach der Verkündung eine E-Mail mit einer Anweisung wie es bei ihm oder ihr weiter geht. Aus unserem Team musste eine Person gehen, es gab Veränderungen im Management und es war ein Rückschlag für die Firmengeschichte, aber natürlich auch eine Chance. Für den großen Relaunch wurden über 20 neue Mitarbeiter eingestellt und da der Relaunch ein FuckUp war, mussten die Stellen natürlich wieder abgebaut werden. Spätestens jetzt war meine Zeit gekommen mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und eine Entscheidung zu treffen. Unser Team in der Produktentwicklung schrumpfte in nur acht Monaten von acht auf zwei Personen.

1.590 Kilometer zurückgelegt (seit Mai 2018)

Zu Ostern folgten ein paar entspannte Tage an der polnischen Ostsee, wo ich mir weitere Gedanken gemacht hatte. Der Entschluss stand fest, meine berufliche Reise war an der Stelle beendet. Ich kam nicht mehr weiter da die Veränderungen und der Rückschlag zu lange gedauert hätten. Ich hatte für den Relaunch dort angefangen und das Projekt gab es in dem Sinne nicht mehr. Der Trümmerhaufen war zu groß und zu viele gute Leute mussten das Unternehmen verlassen.
Körperlich und geistig litt ich immer noch unter Kontrollverlust, ich hatte Angst vor der Zukunft und glaubte den Müll den manche Menschen mir erzählten. Ich wollte wieder frei sein, Menschen um mich herum haben die mit mir lachen, die fröhlich sind und Ziele im Leben haben und keine Nörgler. Menschen mit Visionen, Menschen die so denken wie ich, Menschen die ihre Arbeit und ihr Leben mögen.

April: Das Jubliläum – 10 Jahre franzidesign, hunderte von digitalen und analogen Projekten füllen mein Portfolio. Hunderte von kleinen, mittleren und große Kundennamen durfte ich in den letzten Jahren betreuen und alle schenkten mir ihr Vertrauen.
Ich hatte es bei franzidesign in diesem Jahr endlich geschafft mehr und mehr „Nein“ zu sagen und wirklich nur Projekte anzunehmen die mir Spaß machen. Durch die Festanstellung bin ich unabhängig und frei und kann entscheiden mit wem ich zusammen arbeite oder aber auch nicht, was eine große Befreiung ist.

Ich fasste den Entschluss meine zwei Jahre für den Lebenslauf vollzumachen, 100 Prozent zu geben und bis dahin alles Menschenmögliche in Bewegung zu setzen, um etwas zu ändern. Natürlich brauchte ich auch einen Plan B, da ich bestimmte Dinge nicht beeinflussen kann, somit nahm ich Gespräche mit Recruitern auf. Eine Dame hatte es durch sehr viel Sympathie geschafft mein Interesse zu wecken und ich entschied mich für eine Vorstellungsrunde. Es war Anfang April, ein Monat vor dem Vollenden der zwei Jahre Festanstellung, ich nahm das Gespräch an. Neugelb – eine Service Design Agentur, eine Tochter der Commerzbank mit Sitz in Berlin und Frankfurt war die erste Wahl. Im letzten Jahr hatte ich auf der UX Konferenz in Frankfurt einen ersten Eindruck von Neugelb bei einem Vortrag bekommen.
Vom Verbraucherportal Relaunch zum Bankenwesen? Egal ob Mode, Medizin, Carsharing, Startup, Beauty oder Kunst, ich habe schon auf den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet. Banking fehlte noch im Portfolio – eine komplett andere Richtung, genau das ist es was ich an meinen Beruf liebe, die unterschiedlichsten Facetten, Bereiche und Herausforderungen. Ich hatte in den letzten zwei Jahren bei Testberichte so unendlich viel dazu gelernt das mich der Relaunch der Commerzbank reizte. Somit folgte ich der Einladung nach Kreuzberg auf den Hinterhof in der Nähe vom Görlitzer Park. Das Gespräch war angenehm und ich fühlte mich endlich wieder wertgeschätzt. Die neuen Herausforderungen klangen äußerst spannend und anspruchsvoll, noch dazu ein internationales Team. Problem nur, ich konnte Mariana auf keinen Fall zurücklassen. Wir haben uns bei Testberichte kennengelernt und eine turbulente Zeit zusammen durchlebt, sie war immer für mich da und hat mir in der ganzen Zeit immer zur Seite gestanden und wusste, was wir durchgemacht hatten. Doch nun war unsere Zeit gekommen, Zeit für Neues. Wir sind ein Dreamteam, beruflich und privat kann man uns nicht trennen. Kurz bevor ich mich von dem Bewerbungsgespräch verabschiedete entdecke ich eine Stellenausschreibung auf dem WC. Mariana schickte ihre Unterlagen ebenfalls hin und wie der Zufall es wollte bekamen wir beide eine Zusage. Somit war klar, das war ein Zeichen und wir müssen das Zeichen wahrnehmen. Wir entschieden uns umgehend zu kündigen.

Mai/Juni: Am 8. Mai wurde in unserer alten Firma verkündet, dass wir gehen. Unser letzter Arbeitstag stand rot im Kalender, Donnerstag, der 24. Mai 2018. Es war Zeit für neue Herausforderung und unsere Reise war an der Stelle beendet. Danke an alle Weggefährten bei Testberichte, danke für das Vertrauen im Branding Prozess, danke für die vielen Ideation Stunden, danke für die Design Sprints, danke für die Erfahrungen, die ich sammeln durfte.

Am Abend ging es zum letzten gemeinsamen Bier mit den Kollegen ins Golgatha. Ich bin unendlich dankbar, dass mir so viele diese letzte Ehre erwiesen haben. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und möchte auch anderen den Mut machen ihren Weg zu gehen, hört auf euer Herz.
Das letzte Mai Wochenende wurde nochmal turbulent. Am 24.5. war unser letzte Arbeitstag, am 26.5. ging es zur DNX Konferenz wo es um das Thema ortsunabhängiges Arbeiten dreht, am 27.5. wurde es nochmal sportlich – die XLETIX-Challenge M mit 18+ Kilometer Hindernislauf.

Am 28.5. in die verdiente Auszeit nach Kroatien zum Yoga Retreat und Rundreise durch Kroatien, um neue Energie zu tanken und mit frischem Wind in neue Projekte zu starten. Eine Woche Yoga, unser Tagesprogramm bestand aus Yoga vor dem Frühstück und vor dem Abendessen und zwischendrin viel Entspannung.

In Kroatien konnte ich mich wieder neu ausrichten und ich war gespannt, was der neue Job für mich bringt. Was erwartet mich? Werde ich wieder 100 Prozent funktionieren? Sind die Kollegen nett? Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Kunden?
Ich hatte große Angst international zu arbeiten, jeder der im Osten aufgewachsen und über 30zig ist weiß, wovon ich rede. Für alle Wessi‘s die mitlesen: wir hatten die schlechtesten Englischlehrer des Planeten und uns wurde früher eingeredet das Russland die Weltmacht wird. Somit hatte ich zu der Zeit großes Bedenken wie ich mich schlagen werde. Ende Juni ging es zur Eingewöhnung für zwei Wochen zum Englisch Intensivkurs und ich war tierisch gespannt was mich in der neuen Agentur erwartet.

Juli: Anfang des Monats war es so weit und wir hatten unseren ersten Tag. Wir wurden herzlich empfangen. Wir starteten mit einem Projekt zum Thema Wertpapier. Ein komplexes Thema, in das wir uns erstmal einarbeiten mussten. WKN (Wertpapierkennnummer), ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) sind nun keine fremden Abkürzungen mehr.

August/September: Ein Sommer wie er im Buche steht. Zwei relativ unspannende Monate. Ich arbeitete viel und genoss den Sommer in Berlin. Ich bekam mein erstes eigenes Projekt bei Neugelb. Wie der Zufall es wollte mit Mariana als Projektmanager und ich als UX Designer, somit konnte gar nichts schiefgehen und wir führten unseren ersten Design Sprint mit der Commerzbank durch. Es war mega lustig, zwei junge Frauen und die vielen Bänker in Anzug. Ich mit Nasenpiercing und Tattoos zwischen den ganzen Bankingtürmen in Frankfurt. Es war spannend und aufregend zugleich. Endlich hatte ich wieder Hoffnung und war wieder bei meinen 100 Prozent, die alte Franzi war wieder da und ich konnte wieder von Herzen lachen, ich war wieder mitten im Leben, da wo ich hingehöre.
Es gab ein grandioses Sommerfest „Disconnect“ – zwei Tage Auszeit im Harz mit den lieben Kollegen und Ende August ging es zur Female Future Force Konferenz (FFF) ins Funkhaus.
Und dank IP Garten gab es jeden Freitag frisches Gemüse bis an die Haustür.

Oktober: Zeit für einen Tapetenwechsel: Und so ging es für ein Wochenende nach Stockholm. Die Stadt ist auf 14 Inseln verteilt, bargeldlos und umgeben von Parks, Wäldern. Es war ein goldener Herbst, es war wundervoll warm und ich kann den Oktober als Reisemonat nur empfehlen. Drei Tage in der schwedischen Hauptstadt ohne Münzen und Scheine. Alles digital und problemlos mit der Kreditkarte bezahlbar, selbst die öffentliche Toilette kann per Kreditkarte bezahlt werden. In einigen Geschäften kann man sogar ausschließlich digital bezahlen. Erst fand ich es ungewohnt doch gewöhnt man sich sehr schnell dran. Wenn man Design, Kultur und Natur mag ist man hier genau richtig.

November: Es wurde nochmal sportlich und ich schaffte es, Mariana von dem Litte Mammutmarsch zu überzeugen – 30 Kilometer zu Fuß, ein Spaziergang der besonderen Art. Wir meldeten uns an und liefen mit hunderten von verrückten Menschen um den Müggelsee, wir reflektierten, wir lachten und wir teilten unseren Schmerz zusammen bis ins Ziel.

Dezember: Als ob das Jahr nicht schon turbulenter hätte sein könnten entschloss ich mich den lang geplanten Umzug in eine größere Wohnung noch in diesem Jahr abzuschließen. Gesagt getan und nach nur einer handvoll Besichtigungen war dann die Traumwohnung dabei.
Mitten im Umzugsstress ging es zum zwei Tages-Seminar mit Jacob Drachenberg „Die Macht der gesunden Stressbewältigung“. Statt Selbstoptimierung ging es zum Jahresabschluss, um das Thema Stress. Stress nicht als negativ zu sehen, sondern als Antrieb, der uns helfen kann. Bis heute fällt es mir sehr schwer abzuschalten. Den Moment im hier und jetzt zu genießen. Einfach mal nichts tun. Selbst gerade in diesem Moment sitze ich am Macbook und tippe diese Zeilen nieder statt ein Buch zu lesen und einfach zu entspannen. Etwas verrückt, wenn ich es genauer betrachte. Mit Stress umgehen und diesen nutzen fällt mir nach wie vor schwer. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für das kommende Jahr. Einfach mal noch mehr „Nein“ sagen. Noch mehr Zeit für mich investieren. Achtsam zu mir sein, achtsam zu meinem Körper.

Musikalisch war es nicht mein Jahr. Meine berufliche Neuausrichtung forderte viel Kraft somit blieb es 2018 eher ruhig. Meine musikalische Ausbeute 2018: Suicde Circus, 2 x Berghain, Fusion Sonntag, Nation of Gondwana Wochenende, CSD, Wilde Möhre Festival, Kraftwerk auf dem Lollapalooza und Deadmou5.

Eine letzte Sache, die mich dieses Jahr sehr bewegt hat: Viele haben mich in den letzten Wochen und Monaten auf Facebook, Instagram oder Messanger angeschrieben und nachgefragt was mit Änn & Fränn los ist. Was ist aus den spannenden Reisegeschichten auf www.rucksackblog.de geworden und warum es so ruhig geworden ist. Natürlich gehört auch das in meinen Rückblick 2018. Leider kann und will ich an dieser Stelle nicht so weit ausholen. Manchmal brauchen Dinge einfach seine Zeit.

Zusammenfassend hätte das Jahr 2018 nicht turbulenter und meine Phönix Tätowierung auf dem rechten Arm hätte wieder nicht passender sein können. Diese Jahresreflexion ist für mich ein Motivator, um vermeidliche Schwächen aufzudecken. Sie ist die Chance mich neu auszurichten. Für das kommende Jahr wünsche ich mir noch mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit. Auch dieses Jahr haben mich die schweren Phasen wachsen lassen. Leid macht uns stark, ist unser Lehrer und uns wird gezeigt das das Leben nicht perfekt ist. Das Leben ist nicht in Stein gemeißelt. Es läuft in Phasen und Zyklen. Leben ist ewiges Lernen. Leben ist ständige Bewegung und somit ständige Veränderung. Man sollte alles nicht zu ernst nehmen und einfach mal in den Tag leben, ungesund essen, auf Sport pfeifen und glücklich sein. Nicht immer nur auf die Dinge schauen, was man noch braucht, sondern was man bereits hat. Für mich war es ein grandioses Jahr und ich freue mich riesig auf das kommende Jahr mit meinen neuen Herausforderungen. Ich bin so unendlich gespannt …


Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2019?

 

Mein ganz persönlicher Rückblick
2017: Rückblick 2017

2016: Rückblick 2016

Read more