info@franzidesign.de 0160 / 94 46 91 00

Commerzbank
Tag Archive

Die Höhle der Löwen – in Porto

Comments (0) Case Study

Mobile App & Desktop + Hardware



„Studenten machen Bank“

8 Studenten
6 Designer
11 Work-Sessions in Frankfurt
7 Reviews an der Hochschule Darmstadt
6 Gast Vorträge an der Hochschule
3 finale Konzepte
————————————————–
= Eine Commerzbank Präsentation

 


 
🇺🇸 English text version is available on Medium
👉 Link: Medium

 


Intro

Die alles durchdringende Digitalisierung hat unsere Welt in den letzten Jahren radikal verändert. Online Banken wie N26, Revolut, Fidor oder Direktbanken erzielen großes Wachstum und stellen traditionelle Banken auf den Prüfstand. Wurden Produkte früher hauptsächlich vertriebsorientiert verkauft, so stellt die Digitalisierung komplett neue Herausforderungen an Unternehmen. Der Mensch steht im Fokus, das Kundenerlebnis mit der Marke und dem Produkt beeinflusst das Kaufverhalten. Was sind die konkreten Bedürfnisse der Nutzer heutzutage und wie agieren sie mit der Marke?
Während sich in Deutschland Banken und Finanz-Startups schwertun, ihre Kunden von Banking Apps oder mobilem Bezahlen zu überzeugen, ist zum Beispiel in Afrika das digitale Banking längst im Massenmarkt angekommen. Der größte Teil der Bevölkerung in Kenia nutzt mobile Bezahldienste. Aus der Not heraus entstand bereits 2007 ein Vorreiter-Projekt für Digitales Banking und der Telekommunikationsanbieter Safaricom hat seither in Afrika die traditionelle Bank schon lange abgelöst. Das Problem: Es gab zu wenige Bankfilialen und die Kenianer hatten nicht genug Einkommen, um ein Konto zu eröffnen. Man erkannte das Potenzial und das neue mobile Bezahlsystem namens M-Pesa war geboren. Der Dienst wird zum Geldverschicken, zum Bezahlen im Supermarkt oder zum Begleichen von Rechnungen oder zum Empfang von Gehalt genutzt. Das Geld wird einfach direkt auf das Telefon überwiesen. Die Menschen benötigen kein Konto, ihr Mobilfunkvertrag dient als solches. Sie lassen sich ihr Geld auf ihr Handy schicken, laden Geld auf oder lassen sich Bargeld auszahlen – es ist sofort verfügbar und selbst die einfachsten Telefone, nicht nur neue Smartphones, bieten diesen Service an.
Auch bei uns verzichten mehr und mehr Menschen auf den Besuch einer Bankfiliale und neue Banken konkurrieren mit den Etablierten. Doch wie kann das Banking der Zukunft aussehen? Das war die Hauptfrage unserer Kooperation zwischen UX/UI Designer und Studenten der Hochschule Darmstadt.

 

Die Design Challenge

Studenten für Finanzthemen begeistern, ihnen einen exklusiven Einblick in das tägliche Arbeitsleben in einer Service Design Agentur gewähren und mit ihnen die Bank von Morgen zu gestalten.

 


Der Ablauf des Projektes
Innovations-Workshop in Portugal 

Für mich begann das Projekt im März 2019 mit einer gemeinsamen Ideenreise „Ideation“. Ende März ging es für fünf Tage mit dem Flieger von Frankfurt nach Porto, um dort mit den Studenten zusammenzuarbeiten. Zehn Mitarbeiter von Neugelb und zehn Studenten der Hochschule Darmstadt. Angekommen am Flughafen Porto ging es mit einem UBER Richtung Innenstadt zum gemeinsamen Airbnb. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Das Einzige, das fest stand, besseres Wetter als in Berlin würde es geben mit 17 Grad und Sonnenschein. An der Unterkunft angekommen besichtigten wir unser Haus und ich lernte zum ersten Mal die Studenten kennen. Das Haus war riesig, es hatte drei Stockwerke mit unzähligen Zimmern. Ich teilte mir ein Zimmer mit zwei Kollegen aus Frankfurt.
Am ersten Abend bekochten uns die Studenten herzlich, es gab Burritos für alle. Beim Glas Wein lernten wir uns kennen und wurden in fünf Arbeitsgruppen eingeteilt. Am nächsten Morgen starteten wir in den Gruppen, alle hatten das gleiche Thema mit dem Titel: „Digital meets Analog“. Unsere Gruppe hieß „Kolibri“ und setzte sich aus zwei Studenten und zwei Neugelbians zusammen. 

Die erste Herausforderung: Den Studenten das Thema Banking näherzubringen und zusammen überlegen was spannende Themenfelder sein könnten. 

Das Problem: Die Studenten waren klassische Sparkassen und Volksbank Kunden. Sie hatten ein Girokonto und das war es dann auch. Kreditkarte? Nein! Sparen? Nein! Altersvorsoge? Nein! Aktien? Ein Fremdwort. Die meisten von den Studenten hatten ihr Konto als Kind von ihren Eltern bekommen und interessieren sich herzlich wenig für Banken und deren Produkte.

Die zweite Herausforderung: Eine Hardware/Software Lösung zu gestalten. Soweit so gut. 

 

 

 

Porto im Schnelldurchlauf

Montag: Gemeinsamer Kick-Off Termin bei dem alle Studenten in anfänglich fünf Gruppen aufgeteilt wurden. Das Thema: „Explore Banking“. Unsere Gruppe „Kolibri“ setze sich aus Studenten Dareen und Sinem und Sandy und mir (UX Design) von Neugelb zusammen. Die erste Herausforderung war es eine Zielgruppe festzulegen. Wir entschieden uns für junge Mensch (Studenten und Azubis) da wir an das Netzwerk der Studenten und der Uni für den späteren Research anknüpfen wollten. Nach der Zielgruppendefinition folgte die Analyse von Nutzer und Businesszielen. Am Anfang war es wichtig die richtigen Fragen zu stellen. Wie gehen die Studenten mit Geld um? Wie wichtig ist ihnen Geld? Wie bezahlen die Studenten, bar oder digital? Nutzen sie Kreditkarten? Bei welcher Bank sind die Studenten? Was sind die konkreten Wünsche und Probleme in Hinblick auf die Finanzen? All diese Fragen mussten erstmal beantwortet werden bevor wir loslegen konnten. Aus den Informationen entstanden erste Use Cases. 

Dienstag: Die konkreten Probleme und Bedürfnisse der Zielgruppe schärfen. Pains und Gains wurden auf Post-its gesammelt und es wurde eine Value Proposition erstellt. Es entstanden erste Lösungen für Hardware und Software Ansätze. 

Mittwoch: Unzählige Post-its, bunte Wände und etliche Präsentationsrunden später stand unser erster Konzeptansatz. Es sollte eine Art Finanzcoach werden, der junge Menschen an die Hand nimmt und das Thema „Finanzen“ näherbringt. Frei nach dem Motto: Statt Revolution eine Evolution.
Es folgte die erste Pitch Situation „Höhle der Löwen“: Alle fünf Teams durften ihre Ideen präsentieren und das erste Team schied aus. Unser Team „Kolibri“ durfte bleiben und verfolgte die Idee „Finanzcoach“ für junge Menschen weiter. Sändy (UX Design) wechselte in ein anderes Team und wir bekamen dafür Federica (UI Design) von Neugelb und einen weiteren Studenten (Benedikt) dazu. Durch den Wechsel gab es frischen Input und weiter ging es mit dem Verfeinern der Ideen.

Donnerstag: Stadtbesichtigung, denn auch Porto sollte nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Abendessen, Strandbesuche und Tagestouren durften natürlich nicht fehlen. Porto war der perfekte Nährboden für das Projekt. Die Teams haben sich gefunden und die ersten Konzeptansätze standen in den Startlöchern.

Freitag: Ging es wieder zurück Richtung Frankfurt.

 

 

Oh Porto

Meine Top 8 Sehenswürdigkeiten oder typischen Dinge für Porto:

  1. Ausblick von oben auf die ganze Stadt
    Igreja dos Clérigos – Clérigos-Kirche

  2. Stadtrundfahrt
    HOP ON HOP OFF BUS

  3. Pastéis de Nata essen
    Blätterteigtörtchen mit Pudding

  4. Eléctrico
    Eine Fahrt mit der Straßenbahn

  5. Buchhandlung „Livraria Lello“ besuchen
    Eine der ältesten und schönsten Buchhandlungen Europas (Must-see für Harry Potter Fans)

  6. Durch die Altstadt spazieren

  7. Weinverkostung
    Porto ist berühmt für seinen Portwein

  8. Unbedingt probieren: Portwein & Tonic
    Kombination aus dem traditionellen Portwein und Tonic Water

 

 

Gemeinsame Work-Sessions in Frankfurt

Nach der gemeinsamen Zusammenarbeit in Porto folgten elf Work-Sessions in unserem Büro in Frankfurt wo meine Kollegin Federica (UI Design) und ich die Studenten tageweise unterrichten durften. Ich pendelte den Sommer über alle zwei Wochen für mindestens zwei Tage zum Arbeiten nach Frankfurt, um mit den Studenten im klassischen Design Sprint Format und Design Thinking Prozess an unserem Konzept zu arbeiten. Wir hatten zwei Konzeptansätze: Sparen und Investieren. Aus allen Informationen erstellten wir für beide Ansätze eine Persona und eine User Journey, die uns bei der Konzeption der Software und Hardware halfen die Schnittstellen besser zu verstehen.  

 

 

Die Herausforderung: Das Konzept basierte auf einer Hardware/Software Lösung. Wir recherchierten nach Artefakten.
Was soll das es für eine Hardware sein: Ein Ring? Eine Karte? Ein Armband? Ein Chip? Eine Klebefolie oder aber ein Schlüsselanhänger? Aus welchem Material soll die Hardware sein?

Wie agiert der Mensch mit der Hardware und Software? Wie sind die Schnittstellen und wie bekommen wir die Idee umgesetzt, sprich wie funktioniert die technische Umsetzung? Von meiner täglichen Konzepter Rolle schlüpfte ich in eine komplett neue Position. Studenten anleiten, Konzepte ausdenken, recherchieren, analysieren, umsetzen und natürlich planen. Jeder von uns musste in seine Rolle hineinwachsen. Als Gastdozentin durfte ich einen Vortrag an der Fachhochschule Darmstadt zum Thema User Experience halten. Ich erzählte von meinem Lieblingsbuch „The Design of Everyday Things“ von Donald Norman und weshalb mich seit geraumer Zeit das Thema „Toilettenexperience“ nicht mehr loslässt. Seit diesem Buch ist nichts mehr vor mir und meinen prüfenden UX Blicken sicher von der Toilette bis hin zu Fahrradschlössern, Smarten Fahrrädern oder meinem smarten Gemüsebeet.

Ich kann mich noch gut an die erste Work-Session in Frankfurt erinnern. Den Abend zuvor war ich total aufgeregt, ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Die Studenten waren überpünktlich am nächsten Morgen vor Ort und saßen wie in der Schule vor mir. Ich fühlte mich wie eine Lehrerin, hallo Mentor Rolle. Ich musste auf einmal anleiten, Feedback geben und führen. Nach dem ersten Tag ging für mich eine Welt unter, ich saß die halbe Nacht, um den nächsten Tag vorzubereiten und zu planen. Ich war heilfroh, als die ersten zwei Tage Work-Session vorbei waren. Von Work-Session zu Work-Session wurde es immer einfacher und es machte großen Spaß. Wir teilten die Aufgaben im Team ein und stimmten uns immer wieder ab. Konnten wir keine Entscheidung zusammen treffen, ließen wir durch ein Testing den Nutzer entscheiden, wodurch wir persönliche Konflikte in der Gruppe aus dem Weg gingen. Für die Studenten war dieser Ansatz komplett neu aber sie verstanden schnell die Effizienz der Methode und hatten verinnerlicht, worauf es ankommt. Der Nutzer steht im Mittelpunkt und die eigenen Interessen und Meinungen sind nicht immer die besten. Unser Konzept wurde von Treffen zu Treffen immer runder. Das kollaborative Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachrichtungen funktionierte mit viel Disziplin sehr gut. Wir tauschten uns über WhatsApp und Slack aus, dokumentieren unsere Ergebnisse in Confluence – für die Studenten war das alles neu und ungewohnt.

 



Am Anfang gab es immer wieder Fragen: „Warum, wieso, weshalb, muss das sein?“ Doch zum Ende des Projektes hatten die Studenten verstanden, warum das transparente Vorgehen von Vorteil ist. Wir besuchten Bankfilialen, führten Interviews mit Bankberatern, erstellten Umfragen und recherchierten nach Studien und die Studenten hatten auf einmal Interesse an dem Thema Finanzen. Sie setzen sich das erste Mal mit ihren Finanzen auseinander und wollten auch direkt aktiv werden und ihr Sparverhalten selber optimieren.

 

 

Wir erstellten unzählige Scribbles an den Wänden und am Computer und die Studenten bauten in der Werkstatt erste Hardware Modelle aus Polystyrol, die wir immer wieder testeten. Die Studenten testeten die unterschiedlichsten Materialien. Es wurde am Rechner ein 3-D Modell erstellt welches in der Werkstatt gelasert, geschnitten und geschliffen wurde. Unsere Hardware Smamo war geboren, es entstand eine Design Lampe die in Interaktion mit dem Interface tritt und dem Nutzer sein Sparziel per Licht visualisiert. 

 

 

Interface

Die App Wireframes wurden zu einem interaktiven InVision Prototypen erarbeitet, der dann auf Herz und Nieren mit Nutzern geprüft wurde. Ziel war es, bei der Abschlusspräsentation die Commerzbank von unserer Lösung zu überzeugen. 

 

 

Unser Team gab von Anfang bis Ende 100 Prozent, nicht eine Work-Session war jemand abwesend, worauf ich persönlich sehr stolz war. Es war nicht immer einfach, neben dem normalen Arbeitsalltag, aber das finale Ergebnis belohnte unsere harte Arbeit. Nicht nur für die Studenten waren die ganzen Tools und Programme der Zusammenarbeit komplett neu, sondern auch für mich war so eine Aufgabe eine Herausforderung, die ich so vorher noch nicht durchgeführt hatte. Unser Team ist von Woche zu Woche an ihren Herausforderungen gewachsen mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann.

 

 

 

Unsere Zielgruppe. Warum „Generation Z“? 

Durch die Zusammenarbeit mit den Studenten lag es für mich nah, diese als primäre Zielgruppe auszuwählen, da diese ihre Bedürfnisse am besten kennen und wir somit beim Research und dem Netzwerk der Studenten anknüpfen konnten. Hauptzielgruppe: Junge Menschen (Schüler, Studenten und Azubis) die durch unsere Lösung sich einfach und schnell mit ihren Finanzen auseinandersetzen.

 

Persona: Caroline

 

Hintergrund zu unserem Projekt SMAMO

Unabhängig vom eigenen Einkommen und der finanziellen Lage findet die Sensibilisierung und der richtige Umgang mit den eigenen Finanzen bei vielen Menschen oftmals zu spät statt. Gerade junge Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Finanzen regelmäßig zu kontrollieren, Kontoaktivitäten richtig zu kalkulieren oder aber sich fürs Alter abzusichern. Touchpoints zu den Themen Sparen, Geld anlegen, Investieren oder sich mit dem Konsumverhalten auseinanderzusetzen sind wichtiger denn je, doch wissen viele junge Menschen einfach nicht, wo sie anfangen sollen zu sparen oder aber Geld zu investieren. Die Vorgänge sind meist zu komplex, sodass es gerade jungen Menschen schwerfällt, einen greifbaren Bezug zu den eigenen Finanzen zu finden. Bis vor einem Jahr waren Bereiche wie z.B. Aktien auch für mich persönlich keine spannende Themenfelder. Doch um so mehr ich mich mit diesen Themen auseinandergesetzt habe, um so spannender wurden sie.
Die Industriedesigner brachten das nötige Wissen für die physikalische Experience und wir die digitale Experience mit. Durch die Kooperation entstand durch kollaboratives Arbeiten das Konzept SMAMO, welches gleichermaßen physikalische und digitale Experience einschließt. 

 

Projektbeschreibung SMAMO 

Bei unserem Projekt SMAMO geht es um eine Unterstützung bestehend aus Hard- und Software, die junge Menschen bei ihren alltäglichen Finanzen hilft. Die Zielgruppe besitzt die Möglichkeit, ihre Finanzen rund um Service, Ausgaben, und Einnahmen per App selbst zu kontrollieren.

 

 

Das Konzept teilt sich in zwei Lösungen: Der erste Ansatz ist das „kurzfristiges Sparen“: dabei handelt es sich um simple Unterkonten. Die Nutzer können in der Commerzbank App ganz einfach und schnell Unterkonten anlegen, um einfach auf Sparziele hin zu sparen und ihre Finanzen besser zu kontrollieren. Die App tritt mit einem physischen Objekt in Verbindung, der sogenannte ‚Smart Money‘, kurz: SMAMO genannt, der direkt Einfluss auf das emotionale Erlebnis des Nutzers ausübt. Der Nutzer kann sich sein Sparziel in der App oder aber direkt auf SMAMO anzeigen lassen. Bei dem physischen Objekt handelt es sich um eine sehr schmale weiße Design Lampe, die ca. 10 cm hoch und 2 cm tief ist. SMAMO kann an die Wand gehangen oder aber auf den Tisch gestellt werden und sollte in keiner Wohnung fehlen. Per Commerzbank App kann sich der Nutzer mit SMAMO verbinden, die Lampe füllt sich mit Licht und zeigt dem Nutzer seinen Sparfortschritt an. Der emotionale Wert, der den Nutzer zum Sparen motiviert, baut eine Brücke zwischen Mensch-Maschine-Interaktion. Dem Nutzer wird damit die verloren gegangene persönliche Beziehung zu seinen Finanzen wiederhergestellt.

 

 

Der zweite Ansatz ist das „langfristige Sparen“. Nachdem die Studenten für das Sparen sensibilisiert waren, wollten wir eine weitere Lösung für die Altersvorsorge integrieren. Auf Basis von Expertenwissen in Form eines Interviews mit einem Bankexperten, Umfragen und Recherche entschieden wir uns für das Thema Aktien – ein ETF Sparplan, den man einmalig einrichtet und dann einfach liegen lässt. Die junge Zielgruppe hat die Möglichkeit per App in einen nachhaltigen Aktienfonds zu investieren und diesen in der App zu beobachten. Sparrechner und Schieberegler geben dem Nutzer ein Gefühl für Rendite und eine schlanke Auswahl an Optionen erleichtert den Einstieg in das Investitionsthema. Ab 25 € im Monat kann man sich für das Alter absichern.

 

Die finale Präsentation

Am 11. Juli 2019 war es endlich so weit. Mit dem Fahrstuhl ging es in den 49. Stock des höchsten Gebäudes von Deutschland – den Commerzbank-Tower in Frankfurt. Acht Studenten und wir von Neugelb. Heute war der große Tag, auf den wir die letzten Monate hingearbeitet hatten. Alle drei finalen Gruppen bekamen jeweils 15 Minuten Zeit, dem Bereichsvorstand der Commerzbank (Ulrich Coenen) von ihren Konzepten zu überzeugen. 

Los ging es mit einem kurzen Intro von Prof. Phillipp Thesen und Holger Grünwald (MD Neugelb). Als erste Gruppe durfte SMAMO präsentieren. Um das Thema einzuleiten, präsentierten wir die Hintergrundzahlen und Fakten aus Studien und eigener Umfrage zum Thema Finanzen. Es folgten die Designs fürs Interface und der Modellbau in der Werkstatt, danach die Recherche und zum Schluss gab es den finalen Prototyp und unser Modell plus Animation. Die Studenten präsentierten stolz ihr Objekt „SMAMO“, das sie in der Werkstatt gebaut hatten.

 

 

Foto, v. l. n. r.: Team SMAMO:
Federica Deschino, Sinem Kicirti, Benedikt Schneeberg, Franziska Gronwald & Darleen Mittelstädt

Nach der Präsentation ging es zum gemeinsamen Mittagessen in den Räumlichkeiten, die normalerweise nur für den Vorstand der Commerzbank vorgesehen sind, zum gemeinsamen Snack. Stolz blickten wir zusammen auf den Main und stießen mit einem Glas Apfelsecco auf unser Ergebnis an.

 

PAGE November 2019
eDossier »Digital System Design bei Neugelb Studios und der Hochschule Darmstadt«

 

 

DOWNLOAD:
Link: Page Shop

 

Aus Erfahrungen lernen

Gerade die letzten Wochen waren sehr intensiv, aber jede einzelne Stunde harte Arbeit hat sich gelohnt.

So eine Kooperation aus Hardware und Software Design war für mich neu. Ich agierte nicht nur als UX Designer, sondern auch als Mentor, Projektmanager und als Lehrer. Nicht nur die Studenten, sondern auch ich nehme viele neue Impulse in meine tägliche Arbeit mit. Statt Konzepte zu Überoptimieren noch mehr und viel schneller Dinge vertesten, noch mehr Zahlen (Data-Driven Design) in die tägliche Arbeit einzubeziehen und den Nutzer entscheiden lassen. Noch früher Entwürfe mit Nutzern testen auch, wenn diese nicht perfekt sind. Sind die Entwürfe schon zu weit ausgearbeitet läuft man Gefahr, dass man Feedback zu Farben und Abständen bekommt, die an der Stelle nicht relevant sind.

Aber auch Vorbereitung und Nachbereitung sind elementar wichtige Themen sowie regelmäßige Feedback-Runden mit der Reflektion der eigenen Arbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Umso mehr schätze ich die Arbeit der Projektmanager, die mir täglich den Rücken frei halten damit ich mich auf meine Konzepte konzentrieren kann und wünsche mir, dass es weitere Kooperationen in dieser Form geben wird. Solche Projekte sind genau der richtige Ansatz, die neue Generation Z auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Es kommt nicht darauf an, wie gut ich Dinge auswendig lerne und dann mit guten Noten in der nächsten Klausur glänze, sondern Teamwork und echte Kundennähe, an denen die Produkte und Services ausgerichtet werden.

 

Zum Schluss möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei der Commerzbank, meinem Chef Holger Grünwald und Professor Philipp Thesen für die Chance und das Vertrauen bedanken. Ein großartiges Projekt mit Potenzial auf Wiederholungsbedarf.


 

Text: Franziska Gronwald (franzidesign), Senior UX Designer bei Neugelb Studios GmbH
Umfragen Erstellung: Mariana Schmellenkamp, Senior UX Researcher
Illustrationen Storyboard: Bo Virkelyst Jensen, Senior Visual Designer

 



Zu den anderen Projekten auf Neugelb:
Link: https://bit.ly/2Xrnb9I


 

Bücherempfehlung

The Design of Everyday Things: Psychologie und Design der alltäglichen Dinge
Autor: Norman Don, Christian Eschenfelder


Bei amazon bestellen

Read more

Mein ganz persönlicher Rückblick 2018 (#3)

Comments (2) Blog, Design, Erfahrungen, Rückblick


Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere

Es ist 20:40 Uhr, der 21. Dezember 2018, es war mein letzter offizieller Arbeitstag für dieses Jahr, ich sitze auf dem Sofa, die Regentropfen klopfen an das Fenster und ich schreibe die ersten Zeilen, von meinem Jahresrückblick nieder. Es ist verrückt, vor genau einem Jahr wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Freude am Leben haben kann. Es ging mir alles andere als gut. Ich hatte ein Burnout und wusste nicht mehr, wie es weiter geht. Meine Ärztin empfahl mir, dass ich meine Arbeit kündigen und mir psychologische Hilfe suchen sollte. Schlechter hätte ein Jahr kaum enden können. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte: Neuanfang, Neuausrichtung und tiefe Dankbarkeit für all die verrückten, traurigen und spannenden Dinge, die passiert sind. Danke 2018.

 

Warum ich das Jahr reflektiere?
Um mich vom alten Jahr zu verabschieden.
Um zu würdigen, was ich erlebt habe.
Um meine Erfolge zu feiern.
Um herauszufinden, wo ich stehe.
Um zu lernen.
Um mich neu auszurichten.

2018: Ein Jahr wie sein Sommer: heißer, als es manchen lieb war. Immuntherapie gegen Krebs, Donald Trump, Brexit, Razzien in Bassiani, Fußball WM, Königshochzeit, der Tod von Stephen Hawking, der Suizid von Avicii, Rückzug von Merkel als CDU-Chefin, Turbulenzen an den Finanzmärkten, Reduzierung von Plastikmüll, Klimawandel, Google Home und Amazon Echo, Apple Pay, Sony WH-1000XM3, Google Pixel 3, Apple Watch Series 4, …

 


Was bewegte mich 2018 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Januar 2018: Die Aussichten für das Jahr waren alles andere als gut. Den Rat meiner Ärztin mit der psychologischen Hilfe musste ich nach mehreren Anläufen Anfang des Jahres abbrechen, da es unmöglich war in Berlin einen Termin zu bekommen. Ich hatte nicht die Kraft einen Therapeuten zu finden. Das Thema war mir äußerst unangenehm da Burnout oder Depression gesellschaftlich für viele Menschen noch immer schwer verständlich sind. Ich fühlte mich missverstanden und hilflos. Entweder gab es keine Termine oder aber man sucht sich eine private Praxis, wo die Preise ab 100 € pro Sitzung losgehen. Für einen kranken Menschen nur schwer realisierbar zum einen wird man zusätzlich unter Druck gesetzt und zum anderen weiß man nicht wie lange so eine Krankheit andauern kann – ein Teufelskreis. Ich entschied mich für eine andere Lösung und startete mit nur wenig Kraft in das neue Jahr, es ging mir sonderlich schlecht und ich wusste nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen sollte. Aufgeben war wie immer keine Option für mich, bloß keine Schwäche zeigen. Mit aller Kraft wollte ich die zwei Jahre für den Lebenslauf in Festanstellung voll bekommen, komme, was wolle. Im Nachhinein weiß ich das es eine dumme Idee war und ich die Horrorshow schon viel früher hätte abbrechen müssen, doch ich war im Hamsterrad gefangen. Immer 100 Prozent geben und es auch von allen anderen erwarten – diese Rechnung ging natürlich nicht auf.

Viele fragten mich, wie ich aus dem Burnout herausgekommen bin. Das regelmäßige Meditieren wurde zur Routine, 2106 Minuten und 227 Mediationen waren es 2018. Ich habe das Jahr wie die Jahre zuvor mit einem einmonatigen Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) gestartet. 5 Tage die Woche jeden Morgen vor der Arbeit ca. 45 bis 60 Minuten ein Live Coaching plus Hausaufgaben, einen ganzen Monat lang. Es fiel mir durch meine aktuelle Situation sichtlich schwer das Programm durchzuhalten, aber es gab mir Halt und ich konnte einen Fortschritt der Besserung erkennen. Es gab noch andere Menschen, die die gleichen oder ähnliche Probleme hatten. Wir tauschten uns aus und lernten voneinander. Der Höhepunkt war das letzte Januarwochenende mit dem Abschlussevent des Coaching Programms. Über 600 Absolventen trafen sich in den Bolle Festsäle in Moabit und teilten ihre Erfahrungen. Es war ein großer Saal mit unheimlich viel positiver Energie. Ich hatte wieder neuen Mut und Kraft gesammelt und den absoluten Willen mein Leben in die Hand zu nehmen. Am Sonntag folgte ein weiterer Tag Coaching mit Tobias Beck „Masterclass of Personality“ mit meiner besten Freundin Änn. Das Thema war ebenfalls Persönlichkeitsentwicklung und Visionsfindung. Ein Wochenende der Superlative und ein Monat, der es in sich hatte und mir Kraft für das neue Jahr gab. 

Februar/März: Ein Wochenende in Hamburg. Mein neues Smartbike von Vanmoof. Ich schleppte mich von Monat zu Monat. Es kam, wie es kommen musste. Am 21. März wurde ein Drittel der Firmenbelegschaft gekündigt. Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern, wo im Townhall die Botschaft verkündet wurde. Jeder einzelne Mitarbeiter bekam nach der Verkündung eine E-Mail mit einer Anweisung wie es bei ihm oder ihr weiter geht. Aus unserem Team musste eine Person gehen, es gab Veränderungen im Management und es war ein Rückschlag für die Firmengeschichte, aber natürlich auch eine Chance. Für den großen Relaunch wurden über 20 neue Mitarbeiter eingestellt und da der Relaunch ein FuckUp war, mussten die Stellen natürlich wieder abgebaut werden. Spätestens jetzt war meine Zeit gekommen mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und eine Entscheidung zu treffen. Unser Team in der Produktentwicklung schrumpfte in nur acht Monaten von acht auf zwei Personen.

1.590 Kilometer zurückgelegt (seit Mai 2018)

Zu Ostern folgten ein paar entspannte Tage an der polnischen Ostsee, wo ich mir weitere Gedanken gemacht hatte. Der Entschluss stand fest, meine berufliche Reise war an der Stelle beendet. Ich kam nicht mehr weiter da die Veränderungen und der Rückschlag zu lange gedauert hätten. Ich hatte für den Relaunch dort angefangen und das Projekt gab es in dem Sinne nicht mehr. Der Trümmerhaufen war zu groß und zu viele gute Leute mussten das Unternehmen verlassen.
Körperlich und geistig litt ich immer noch unter Kontrollverlust, ich hatte Angst vor der Zukunft und glaubte den Müll den manche Menschen mir erzählten. Ich wollte wieder frei sein, Menschen um mich herum haben die mit mir lachen, die fröhlich sind und Ziele im Leben haben und keine Nörgler. Menschen mit Visionen, Menschen die so denken wie ich, Menschen die ihre Arbeit und ihr Leben mögen.

April: Das Jubliläum – 10 Jahre franzidesign, hunderte von digitalen und analogen Projekten füllen mein Portfolio. Hunderte von kleinen, mittleren und große Kundennamen durfte ich in den letzten Jahren betreuen und alle schenkten mir ihr Vertrauen.
Ich hatte es bei franzidesign in diesem Jahr endlich geschafft mehr und mehr „Nein“ zu sagen und wirklich nur Projekte anzunehmen die mir Spaß machen. Durch die Festanstellung bin ich unabhängig und frei und kann entscheiden mit wem ich zusammen arbeite oder aber auch nicht, was eine große Befreiung ist.

Ich fasste den Entschluss meine zwei Jahre für den Lebenslauf vollzumachen, 100 Prozent zu geben und bis dahin alles Menschenmögliche in Bewegung zu setzen, um etwas zu ändern. Natürlich brauchte ich auch einen Plan B, da ich bestimmte Dinge nicht beeinflussen kann, somit nahm ich Gespräche mit Recruitern auf. Eine Dame hatte es durch sehr viel Sympathie geschafft mein Interesse zu wecken und ich entschied mich für eine Vorstellungsrunde. Es war Anfang April, ein Monat vor dem Vollenden der zwei Jahre Festanstellung, ich nahm das Gespräch an. Neugelb – eine Service Design Agentur, eine Tochter der Commerzbank mit Sitz in Berlin und Frankfurt war die erste Wahl. Im letzten Jahr hatte ich auf der UX Konferenz in Frankfurt einen ersten Eindruck von Neugelb bei einem Vortrag bekommen.
Vom Verbraucherportal Relaunch zum Bankenwesen? Egal ob Mode, Medizin, Carsharing, Startup, Beauty oder Kunst, ich habe schon auf den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet. Banking fehlte noch im Portfolio – eine komplett andere Richtung, genau das ist es was ich an meinen Beruf liebe, die unterschiedlichsten Facetten, Bereiche und Herausforderungen. Ich hatte in den letzten zwei Jahren bei Testberichte so unendlich viel dazu gelernt das mich der Relaunch der Commerzbank reizte. Somit folgte ich der Einladung nach Kreuzberg auf den Hinterhof in der Nähe vom Görlitzer Park. Das Gespräch war angenehm und ich fühlte mich endlich wieder wertgeschätzt. Die neuen Herausforderungen klangen äußerst spannend und anspruchsvoll, noch dazu ein internationales Team. Problem nur, ich konnte Mariana auf keinen Fall zurücklassen. Wir haben uns bei Testberichte kennengelernt und eine turbulente Zeit zusammen durchlebt, sie war immer für mich da und hat mir in der ganzen Zeit immer zur Seite gestanden und wusste, was wir durchgemacht hatten. Doch nun war unsere Zeit gekommen, Zeit für Neues. Wir sind ein Dreamteam, beruflich und privat kann man uns nicht trennen. Kurz bevor ich mich von dem Bewerbungsgespräch verabschiedete entdecke ich eine Stellenausschreibung auf dem WC. Mariana schickte ihre Unterlagen ebenfalls hin und wie der Zufall es wollte bekamen wir beide eine Zusage. Somit war klar, das war ein Zeichen und wir müssen das Zeichen wahrnehmen. Wir entschieden uns umgehend zu kündigen.

Mai/Juni: Am 8. Mai wurde in unserer alten Firma verkündet, dass wir gehen. Unser letzter Arbeitstag stand rot im Kalender, Donnerstag, der 24. Mai 2018. Es war Zeit für neue Herausforderung und unsere Reise war an der Stelle beendet. Danke an alle Weggefährten bei Testberichte, danke für das Vertrauen im Branding Prozess, danke für die vielen Ideation Stunden, danke für die Design Sprints, danke für die Erfahrungen, die ich sammeln durfte.

Am Abend ging es zum letzten gemeinsamen Bier mit den Kollegen ins Golgatha. Ich bin unendlich dankbar, dass mir so viele diese letzte Ehre erwiesen haben. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und möchte auch anderen den Mut machen ihren Weg zu gehen, hört auf euer Herz.
Das letzte Mai Wochenende wurde nochmal turbulent. Am 24.5. war unser letzte Arbeitstag, am 26.5. ging es zur DNX Konferenz wo es um das Thema ortsunabhängiges Arbeiten dreht, am 27.5. wurde es nochmal sportlich – die XLETIX-Challenge M mit 18+ Kilometer Hindernislauf.

Am 28.5. in die verdiente Auszeit nach Kroatien zum Yoga Retreat und Rundreise durch Kroatien, um neue Energie zu tanken und mit frischem Wind in neue Projekte zu starten. Eine Woche Yoga, unser Tagesprogramm bestand aus Yoga vor dem Frühstück und vor dem Abendessen und zwischendrin viel Entspannung.

In Kroatien konnte ich mich wieder neu ausrichten und ich war gespannt, was der neue Job für mich bringt. Was erwartet mich? Werde ich wieder 100 Prozent funktionieren? Sind die Kollegen nett? Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Kunden?
Ich hatte große Angst international zu arbeiten, jeder der im Osten aufgewachsen und über 30zig ist weiß, wovon ich rede. Für alle Wessi‘s die mitlesen: wir hatten die schlechtesten Englischlehrer des Planeten und uns wurde früher eingeredet das Russland die Weltmacht wird. Somit hatte ich zu der Zeit großes Bedenken wie ich mich schlagen werde. Ende Juni ging es zur Eingewöhnung für zwei Wochen zum Englisch Intensivkurs und ich war tierisch gespannt was mich in der neuen Agentur erwartet.

Juli: Anfang des Monats war es so weit und wir hatten unseren ersten Tag. Wir wurden herzlich empfangen. Wir starteten mit einem Projekt zum Thema Wertpapier. Ein komplexes Thema, in das wir uns erstmal einarbeiten mussten. WKN (Wertpapierkennnummer), ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) sind nun keine fremden Abkürzungen mehr.

August/September: Ein Sommer wie er im Buche steht. Zwei relativ unspannende Monate. Ich arbeitete viel und genoss den Sommer in Berlin. Ich bekam mein erstes eigenes Projekt bei Neugelb. Wie der Zufall es wollte mit Mariana als Projektmanager und ich als UX Designer, somit konnte gar nichts schiefgehen und wir führten unseren ersten Design Sprint mit der Commerzbank durch. Es war mega lustig, zwei junge Frauen und die vielen Bänker in Anzug. Ich mit Nasenpiercing und Tattoos zwischen den ganzen Bankingtürmen in Frankfurt. Es war spannend und aufregend zugleich. Endlich hatte ich wieder Hoffnung und war wieder bei meinen 100 Prozent, die alte Franzi war wieder da und ich konnte wieder von Herzen lachen, ich war wieder mitten im Leben, da wo ich hingehöre.
Es gab ein grandioses Sommerfest „Disconnect“ – zwei Tage Auszeit im Harz mit den lieben Kollegen und Ende August ging es zur Female Future Force Konferenz (FFF) ins Funkhaus.
Und dank IP Garten gab es jeden Freitag frisches Gemüse bis an die Haustür.

Oktober: Zeit für einen Tapetenwechsel: Und so ging es für ein Wochenende nach Stockholm. Die Stadt ist auf 14 Inseln verteilt, bargeldlos und umgeben von Parks, Wäldern. Es war ein goldener Herbst, es war wundervoll warm und ich kann den Oktober als Reisemonat nur empfehlen. Drei Tage in der schwedischen Hauptstadt ohne Münzen und Scheine. Alles digital und problemlos mit der Kreditkarte bezahlbar, selbst die öffentliche Toilette kann per Kreditkarte bezahlt werden. In einigen Geschäften kann man sogar ausschließlich digital bezahlen. Erst fand ich es ungewohnt doch gewöhnt man sich sehr schnell dran. Wenn man Design, Kultur und Natur mag ist man hier genau richtig.

November: Es wurde nochmal sportlich und ich schaffte es, Mariana von dem Litte Mammutmarsch zu überzeugen – 30 Kilometer zu Fuß, ein Spaziergang der besonderen Art. Wir meldeten uns an und liefen mit hunderten von verrückten Menschen um den Müggelsee, wir reflektierten, wir lachten und wir teilten unseren Schmerz zusammen bis ins Ziel.

Dezember: Als ob das Jahr nicht schon turbulenter hätte sein könnten entschloss ich mich den lang geplanten Umzug in eine größere Wohnung noch in diesem Jahr abzuschließen. Gesagt getan und nach nur einer handvoll Besichtigungen war dann die Traumwohnung dabei.
Mitten im Umzugsstress ging es zum zwei Tages-Seminar mit Jacob Drachenberg „Die Macht der gesunden Stressbewältigung“. Statt Selbstoptimierung ging es zum Jahresabschluss, um das Thema Stress. Stress nicht als negativ zu sehen, sondern als Antrieb, der uns helfen kann. Bis heute fällt es mir sehr schwer abzuschalten. Den Moment im hier und jetzt zu genießen. Einfach mal nichts tun. Selbst gerade in diesem Moment sitze ich am Macbook und tippe diese Zeilen nieder statt ein Buch zu lesen und einfach zu entspannen. Etwas verrückt, wenn ich es genauer betrachte. Mit Stress umgehen und diesen nutzen fällt mir nach wie vor schwer. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für das kommende Jahr. Einfach mal noch mehr „Nein“ sagen. Noch mehr Zeit für mich investieren. Achtsam zu mir sein, achtsam zu meinem Körper.

Musikalisch war es nicht mein Jahr. Meine berufliche Neuausrichtung forderte viel Kraft somit blieb es 2018 eher ruhig. Meine musikalische Ausbeute 2018: Suicde Circus, 2 x Berghain, Fusion Sonntag, Nation of Gondwana Wochenende, CSD, Wilde Möhre Festival, Kraftwerk auf dem Lollapalooza und Deadmou5.

Eine letzte Sache, die mich dieses Jahr sehr bewegt hat: Viele haben mich in den letzten Wochen und Monaten auf Facebook, Instagram oder Messanger angeschrieben und nachgefragt was mit Änn & Fränn los ist. Was ist aus den spannenden Reisegeschichten auf www.rucksackblog.de geworden und warum es so ruhig geworden ist. Natürlich gehört auch das in meinen Rückblick 2018. Leider kann und will ich an dieser Stelle nicht so weit ausholen. Manchmal brauchen Dinge einfach seine Zeit.

Zusammenfassend hätte das Jahr 2018 nicht turbulenter und meine Phönix Tätowierung auf dem rechten Arm hätte wieder nicht passender sein können. Diese Jahresreflexion ist für mich ein Motivator, um vermeidliche Schwächen aufzudecken. Sie ist die Chance mich neu auszurichten. Für das kommende Jahr wünsche ich mir noch mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit. Auch dieses Jahr haben mich die schweren Phasen wachsen lassen. Leid macht uns stark, ist unser Lehrer und uns wird gezeigt das das Leben nicht perfekt ist. Das Leben ist nicht in Stein gemeißelt. Es läuft in Phasen und Zyklen. Leben ist ewiges Lernen. Leben ist ständige Bewegung und somit ständige Veränderung. Man sollte alles nicht zu ernst nehmen und einfach mal in den Tag leben, ungesund essen, auf Sport pfeifen und glücklich sein. Nicht immer nur auf die Dinge schauen, was man noch braucht, sondern was man bereits hat. Für mich war es ein grandioses Jahr und ich freue mich riesig auf das kommende Jahr mit meinen neuen Herausforderungen. Ich bin so unendlich gespannt …


Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2019?

 

Mein ganz persönlicher Rückblick
2017: Rückblick 2017

2016: Rückblick 2016

Read more