möRRR Magazin

Tools: Photoshop und InDesign


möRRR. Ein Magazin von Mitgliedern des Mörchenparks. Jedoch kein Vereinsorgan, sondern unabhängig, frei, aus Liebe und ohne Geld gemacht. 


möRRR Magazin

002 Comics
002 Der Soundtrack zum Lesen
009 Illustrationen
109 Fotos
036 Artikel
007 Werbeanzeigen
002 Redaktionssitzungen
002 Radiointerviews
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= 2 gedruckte Magazine


Hintergrund
„Die Sehnsucht des Städters nach ein bisschen Erde“

Das war der Titel des ersten Artikels in der möRRR von 2015. An diesem einen Satz schon kann man herauslesen, welch vielfältige Motivationen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in einem solchen Urban Gardening Projekt zusammenführen. 

In diesem Fall lag die Keimzelle in der Clubkultur. Aus der legendären Bar25 entstand der Kater Holzig am Nordufer der Spree; als dessen Zwischennutzung zu Ende war, zogen die Betreiber ans Südufer und eröffneten das ambitionierte Holzmarkt Projekt mit dem mörchenpark als seinem Urban Gardening-Teil. Natürlich war ich Teil der Bar25-Szene, da mich RAVE seit meiner Kindheit inspiriert. Jetzt war ich neugierig, was auf diesem noch brachliegenden Gelände enstehen würde.

Auf diesem Gelände lernte ich dann auch Moni D. kennen. Jeden Donnerstag gab es dort einen mörchenpark-Stammtisch, wo sich Künstler, Idealisten, Biologen, Soziologen, Journalisten und RAVER trafen. Eins hatten wir alle gemeinsam: Die Magie des Geländes spüren und Dinge verändern. Ich fand diese Mischung an Menschen magisch. Moni D. war mein Idol aus vergangener Technozeit. Genau die Moni D., die die Ravekultur Anfang der 90er in Deutschland prägte. Ich kannte ihre Radiosendung und war inspiriert von dieser Zeit. Zu Bar25-Zeiten lebte sie noch in San Francisco, aber seit ihrer Rückkehr war der Kater Holzig zu ihrer zweiten Heimat geworden. Den Sprung „ans andere Ufer“ machte sie aus ganzem Herzen, Urban Gardening war für sie jetzt faszinierender als Clubkultur. 

Ich dagegen war und blieb Urban-Gardening-Skeptiker. Ich hatte das große Glück gehabt, im Speckgürtel von Berlin groß geworden zu sein. Meine Eltern haben ein Grundstück, auf dem sie Obst und Gemüse anbauen – dort wo genügend Platz ist. Warum ist die Sehnsucht bei so vielen so groß, genau hier auf belastetem Boden und Schadstoffen in der Luft Obst und Gemüse anzubauen? Was war die Motivation der freiwilligen Mitmacher, hier ihre Arbeit zu investieren? Das war für mich spannend.

Beide waren wir in der AG Kommunikation des Mörchenpark aktiv. Moni, die Journalistin und ich, die Kommunikationsdesignerin, die Printmedien liebt. Unsere Vision war es, mit einem Vereinsmagazin eine Identifizierungs-Plattform für diese neue, ständig wachsende Szene zu schaffen. Heraus kamen zwei wundervolle Printausgaben.


Ziele und Schwerpunkte des Mörchenparks

„Das grundlegende Ziel des Mörchenpark e.V. ist die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke und die Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedanken.“ 

Quelle: Zitat aus der Satzung des Mörchenparks

Foto: 1. Mai 2013, die Eröffnung des Holzmarkt-Geländes und erster Geburtstag vom Mörchenpark. Inna Luft und franzidesign

Fotos: Der Mörchenpark und seine Mitglieder auf dem Karneval der Kulturen am 1. Mai 2014

Intro

So kann’s gehen: Ein paar Leute lernen sich bei der Arbeit in einem Urban-Gardening-Projekt kennen und wollen ihrem Enthusiasmus für diese Art der Zukunftsgestaltung, für ein natürliches, einfaches Leben, für die Sharing-Philosophie, Entschleunigung, für die Verantwortlichkeit jedes einzelnen und alles was dazugehört und den liebevollen Umgang miteinander und mit dem Planeten Ausdruck verleihen. Dieser Szene etwas zum sich Wiederfinden geben, zum Lachen, zum Denken, zum Schauen und neue Menschen zum Mitmachen bringen. Und dann sind diese Leute auch noch erfahrene Journalisten und Designer.


Was ist möRRR?

möRRR ist ein organisch gewachsenes, glaubwürdiges Magazin und nicht das kalkulierte Produkt von rein gewinnorientierten Verlagsinteressen. Durch gemeinsame Ideale und die Arbeit daran hat das Team, gruppiert um erfahrene Journalisten, aus einem Urban-Gardening-Projekt heraus zusammengefunden.

Foto: Zweite Redaktionssitzung an der Gründerwerkstatt in Schöneberg (linke Bild), möRRR bei radioeins (rechtes Bild)

möRRR

möRRR ist in erster Linie mehrwertorientiert: Mit Information und Denkanstößen schaffen wir Gemeinschaft und Selbstverständnis für einen neuen Leserkreis von alternativer Avantgarde, weit über das Gärtnern hinaus.

Die erste Ausgabe erschien im Februar 2015 mit 4.000 Exemplaren und konnte ein überaus positives Feedback verzeichnen. radioeins verlieh möRRR den Titel: „Neue grüne Zeitung für Berlin“. Die zweite Ausgabe erschien im Dezember 2016.

Interview radioeins (2015): Link
Interview FluxFM (Februar 2016): Link

Positionierung

Ein neuer Lebensstil entwickelt sich in den boomenden Metropolen der Welt, die im 21. Jahrhundert vor völlig neuen Aufgaben stehen. Gerade in Städten wie Berlin werden besonders freudig Lösungen für ein zukunftsfähiges Leben, Arbeiten und Wirtschaften erprobt. Es entsteht hier ein neuer Minimalismus der post-ideologischen Zeit, der aus den Grassroots-Initiativen mit ihren Werten wie Einfaches Leben, Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit, Do It Yourself, Slo Go etc. in den Mainstream vordringt. Der Ökonom Niko Paech nennt das eine „Avantgarde“, die jetzt schon eine Zukunft auf engem Raum mit knappen Ressourcen, aber trotzdem mit viel Spaß, vorlebt.

Das Berliner Magazin möRRR kommt aus dieser Szene. Ohne zu großen Ernst und Eifer gibt es den Akteuren dieses neuen Lebensstils Öffentlichkeit und bietet seinem Publikum sowohl Denkanstöße als auch Unterhaltung. Als Forum für eine Gesellschaft im Wandel wird möRRR von einem undogmatischen Entdeckergeist angetrieben und begleitet medial den Innovationsschub. Das Redaktionsteam ist zudem auch in der Clubszene zu Hause und der Unique Content von möRRR wird noch mit internationalen Themen durch Freie Autoren bereichert. Ein solches Magazin ist bisher in Berlin und darüber hinaus einzigartig.


AUSGABE  No.1
Titel: Wandel mit Wurzeln

Erste Version möRRR Nummer 1

Die erste Ausgabe widmete sich den Keimzellen des Wandels, der in vielen Projekten überall auf der Welt stattfindet – in der Do It Yourself-Kultur, in Upcycling- und Tausch-Netzwerken, in der Sharing-Society, in Urban Gardening Projekten, in Dorf-ähnlichen Wohnstrukturen und Transition Towns – alle diese Hoffnungsträger haben gemeinsam, dass sie Lösungen im einfachen Leben und in der Rückkehr zu den Gesetzen der Natur sehen. Ein visionäres und verbindendes Modell ist die Permakultur, sowohl in ihrer gesellschaftlichen als auch in ihrer sozialen Komponente. All das ist möRRR! Auch wir kommen aus diesen Keimzellen und erfreuen uns an den neuen Anfängen!

Der Link zur ersten Ausgabe: Link

Release Party in der Monkey Bar

Release Party in der Monkey Bar im 10. Stock des 25hours Hotels

AUSGABE No.2
Titel: NEU DENKEN

Während die erste Ausgabe noch hautnah am Puls des Regenwurms berichtete, hatte die zweite Ausgabe zwar beide Füße noch fest auf der Scholle, den Kopf aber schon im Universum.

Universelle wie persönliche Prinzipien von Null an neu denken, so der Anspruch. So wie der permakulturelle Ansatz unseren Umgang mit Natur und deren Nutznießung neu überdenkt, so wird das verkettete „warum, warum“ der Kinder zum Vorbild der Neudenker und auf alle Bereiche des Lebens angewandt.

So viele von Grund auf neue Arten von Architektur und Wohnens-Weisen hatten wir gefunden, dass sie gar nicht alle in unseren Artikel passten. Die Macher der „Earthships“ wurden besonders ausführlich ausgefragt.  

Ein Thema, das sich durch das Heft zog, war das der allgegenwärtigen Überwachung und der Künstlichen Intelligenz. „Smart Nein Danke“ war das der Anti-Atomkraft-Bewegung entliehene Motto.  Außer …. tja, außer smarte Technologie und Natur bilden eine nützliche Symbiose wie im Falle IP-Garten. 

Auch eine tiefere, immer noch unter-erforschte Art von Vernetzung wurde von der möRRR thematisiert: der des Bewusstseins – des menschlichen wie auch des sich rasant entwickelnden Bewusstseins künstlicher Intelligenzen. „Der 100ste Affe“ endete mit einer Warnung: „…damit der 100ste Affe nicht der ist, der das Licht ausmacht“.

Der Link zur zweiten Ausgabe: Link
Release Party im Kumpelnest 3000

Mediadaten 2015/16 

Präsentation 
möRRR legt großen Wert auf ein stilsicheres Erscheinungsbild.
Das „etwas andere“ Design, Liebe zum Detail und hochwertiger Druck sind für uns essenziell. 

Leserschaft 
Ausgehend vom Feedback unserer Leser nach der 1. Ausgabe stellen wir fest, dass sich die oben beschriebene Avantgarde durch alle Altersschichten zieht. Sie zeichnet sich durch gute Bildung aus und hat großes Interesse an „grünem Fortschritt“, neuen Technologien und neuen Denkansätzen. 

Sie vermischt sich auf vielen Ebenen mit dem Mainstream und ist trendsetzend. Wir bieten damit unseren Anzeigenkunden Zugang zu einer ganz besonderen Zielgruppe. 

Vertrieb 
möRRR liegt in ausgewählten Bars, Cafés, Galerien, Szenetreffs, Friseuren, Bibliotheken, Hochschulen, Kinos, und natürlich in Bio-Märkten, in alternativen Treffpunkten, Umweltinitiativen und Urban Gardening Locations zur freien Mitnahme aus. 

Aus Erfahrungen lernen

Wieder mal ein Projekt mit sehr viel Herzblut und vielen guten Menschen, die aus einer Keimzelle heraus die Welt verändern wollen. Es war unser „Thursday for Future“ 2014, ein Projekt, in das ich sehr viele Stunden gesteckt habe und keine einzige Sekunde bereue, ganz im Gegenteil. Es war wieder eins der Projekte mit Sinn, auf das ich sehr stolz bin, da ich mit so vielen großartigen Menschen zusammenarbeiten durfte. Ich konnte mich in der Magazingestaltung verwirklichen, es gab keine Vorgaben, denn ich hatte die volle Verantwortung für die Art Direction bis hin zum Druck. Moni hingegen plante, schrieb und redigierte die Artikel und ich kümmerte mich um die perfekte gestalterische Umsetzung. 

möRRR war eine Welt ganz ohne Geld. Alle Fotografen, Künstler, Designer und Redakteure haben freiwillig und ohne Honorar an der möRRR gearbeitet. Es war eine großartige Zeit, mit der Kraft und Überzeugung, das Richtige getan zu haben. Leider kann man auf Dauer von Luft und Liebe nicht leben und somit konnten wir keine weitere Printausgabe veröffentlichen. Jedes Mal, wenn ich mich mit Moni treffe, reden wir über die alten Zeiten und überlegen, die möRRR wieder zum Leben zu erwecken, doch fraglich, ob wir an die alte Zeit anknüpfen können, da die Magie der Stadt in Zeiten von Corona erst recht verflogen – ist und wer weiß, was nach Corona kommt. Wird es nach Corona noch Clubs geben? Wird es noch Freiräume geben, auf denen sich Projekte verwirklichen können? Wird es Demonstrationen geben, auf denen die Leute laut tanzen und sich für ihre Visionen einsetzen? Werden die Menschen ihr Verhalten ändern und Gutes tun, statt nur drüber zu reden? Oder wird es durch Corona viele neue möRRR-ähnliche Ansätze geben, die die Welt verändern werden? 

Zum Schluss möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei allen Redakteuren, Illustratoren, Fotografen und Mitwirkenden bedanken. Ein besonderer Dank geht an Christine Heise, Helge Birkelbach, Sven von Thülen, Julia Nickel, Nele Brönner, Teresa Holtmann, Carla Schulte-Fischedick und Sibylle Sterzer. Wir waren immer ein großartiges Projekt mit Potenzial auf Wiederholungsbedarf.

Text: Monika D. & Franziska Gronwald (franzidesign)

Das Team von rüBBB bei der Ausgrabung wertvoller Rübenschätze auf voll ökologischem und fast autarkem Gebiet. #möRRR

Kunde: Eigenes Magazin Projekt
Herausgeberinnen: Monika Dietl & Franziska Gronwald
Link: www.moerrr.de

Projekt: möRRR Magazin

Erste Ausgabe: Erschien im Februar 2015 >> Link
Zweite Ausgabe: Erschien im Dezember 2016 >> Link

Meine Rolle: Kommunikationsdesigner und Herausgeberin