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Mein ganz persönlicher Rückblick 2019 (#4)

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App: Top Nine for Instagram 2019


Design your future

Heute ist Donnerstag, der 26. Dezember 2019 – der zweite Weihnachtsfeiertag und ich habe nichts Besseres zu tun, als die ersten Zeilen meines Jahresrückblicks zu schreiben. Mittlerweile schon der vierte Bericht in Folge. Im Januar hatte ich mir im fest vorgenommen, diesmal früher mit dem Schreiben zu beginnen und nicht erst wieder im Dezember, doch es kam wie immer alles „einfach anders“ als geplant. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte zusammen: Klarheit, Finanzen & Studentenprojekt. Danke 2019.

 

Die häufigsten Google Suchanfragen 2019

Was hat die Menschen in Deutschland bei Google bewegt und wonach haben die Leute auf Google gesucht? Die Google Trends des Jahres 2019 ergeben sich durch die Auswertung von Milliarden Suchanfragen, die Nutzer in dem Jahr getätigt haben. Sie basieren auf anonymisierten, aggregierte Daten die in dem Zeitraum 2019 gesucht wurden. Platz 1: Das Schicksal um Rebecca Reusch, die Anfang 2019 verschwunden war und ganz Deutschland beschäftigte. Platz 2: Der Brand von Notre-Dame in Paris. Platz 3: Handball-WM.

Google Deutschland: Suchbegriffe

  1. Rebecca Reusch
  2. Notre-Dame
  3. Handball-WM
  4. Karl Lagerfeld
  5. Julen
  6. Europawahl
  7. Frauen-WM
  8. 30 Jahre Mauerfall
  9. Thomas Cook
  10. Greta Thunberg

 

Google global: Suchbegriffe

  1. India vs South Africa
  2. Cameron Boyce
  3. Copa America
  4. Bangladesh vs India
  5. iPhone 11
  6. Game of Thrones
  7. Avengers: Endgame
  8. Joker
  9. Notre-Dame
  10. ICC Cricket World Cup

Quelle: Google Trends


Mein 2019 in Zahlen

Instagram
1.083
Abonnenten

2.922 Likes 
114 Posts


Facebook
634 Gefällt mir
630 Abonnenten

 

Allgemein
14 x Meetups & Konferenzen
12 x Zugfahrten von Berlin nach Frankfurt
12 x Flugstecken
        (Ägypten, Porto, Manchester, Taiwan und Indien)

5 x Konzerte
(Max Raabe, Wilhelmine, Rammstein, VIVID + Thees Uhlmann)
3 x Festivals
(Artlake, Fusion + NOG)
2 x Berghain Besuche (Februar + November)
2 x kreative Workshops (Siebdruck + Porzellan gießen)

 

Meine Spotify Lieblingskünstler 2019

1. Robert T. Kiyosaki
2. Solomun
3. Rammstein
4. Ludovico Einaudi
5. Thausend Fingers


Mein Lieblingspodcast auf Spotify:

 

Was bewegte mich 2019 und was möchte ich diesmal mit der Welt teilen?

Januar 2019: Online Coaching „RUSU – das dritte Jahr in Folge“
Wie auch die letzten zwei Jahre begann ich das neue Jahr mit dem Online Coaching Programm von Laura Seiler, der RUSU, zur Fokussierung und Neuausrichtung für 2019. Drei Wochen lang jeden Morgen früher als gewohnt aufstehen und an sich und seinen Zielen für 2019 arbeiten.
Eine Coaching Übung namens „Die Vergangenheit im neuen Licht“ zeigte mir eine wichtige Erkenntnis über mich und meine Vergangenheit, die mir vorher nicht klar war, obwohl ich die RUSU nun schon das dritte Jahr in Folge absolviert hatte und ich mich seit Jahren intensiv mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftige. Scheinbar saß ein Thema bei mir tief verankert und die Erkenntnis ließ bis zu diesem Zeitpunkt auf sich warten. In der Übung analysierte ich wie auch die beiden Jahre zuvor meine Kindheit. Holen wir aus: In der Grundschule begeisterte ich mich für Schulfächer mit Kreativität. In Musik oder Kunst fand ich meine Leidenschaft und somit war die logische Schlussfolgerung, dass ich ab der zweiten Klasse zur Musikschule ging. Es fing mit Gesangsunterricht an, es folgte Akkordeon und Notenlehre bis hin zum Klavierunterricht was das Akkordeon spielen später ablöste da ich Akkordeon spielen irgendwann uncool fand.
Meine Wochenplanung: Montag = Gesang, Mittwoch = Akkordeon/später Klavier und Donnerstag = Theorie Unterricht. Ab der Realschule kamen Musical Auftritte hinzu wofür wir jedes Wochenende das ganze Jahr über im Kulturhaus in Spandau probten. Mein Leben bestand aus Schule und Musik und ich kann mich noch genauan die Zeit erinnern, wo ich keinen Gesangsunterricht mehr nehmen wollte. Ich war in der 11. Klasse und hatte kein Interesse mehr an irgendwelchen Auftritten auf irgendwelchen Bühnen. Mein Leben war Techno, Berlin und anders sein. Jeden Mittwoch nach der Schule ging es mit dem Zug nach Berlin zu Melting Point oder ins DNS am Hackeschen Markt die neusten Platten kaufen. Zu der Zeit hatte ich noch keine Ahnung, was ich werden wollte. Irgendwas mit Musik? Eventuell auf dem SAE studieren oder doch etwas anderes? Das einzige, was ich wusste, ich wollte nicht mehr zum Gesangsunterricht und es fiel mir unendlich schwer meinen Eltern nicht das Herz zu brechen und ihnen zu sagen, dass ich nicht mehr zum Unterricht gehen wollte. Auf der einen Seite war ich unendlich froh als ich nicht mehr zur Musikschule gegangen bin aber fiel es mir unfassbar schwer diesen Schritt zu gehen da ich meine Eltern nicht enttäuschen wollte. Die Coaching Übung machte mir das erste Mal klar, dass diese lange Zeit Spuren bei mir hinterlassen hatte und Liebe für mich mit Leistung verbunden war. Ich wollte niemanden enttäuschen, doch hatte ich keine Lust mehr auf das Doppelleben und musste mich entscheiden, Musik oder etwas anderes kreatives. Zwar konnte ich im Techno mich verwirklichen und hatte meine Freude an der elektronischen Musik gefunden. Doch hatten die vielen Jahre mich geprägt und das Auflegen in der Nachtszene war nicht meins. Ich machte für mich Musik und nicht für andere. Ich hasste es vor anderen aufzulegen und im Rampenlicht zu stehen. Ich tat es für mich, aber das konnte niemand verstehen. Früher war es das „Sing ein Weihnachtslied“ oder „Spiel ein Lied auf dem Klavier“ und später „Willst du nicht auflegen?“. Mir wurde das erste Mal im Leben klar, dass ich gar nichts muss. Ich muss nichts leisten, um eine Anerkennung zu bekommen. Durch die vielen Jahre hatte sich bei mir ein ausgeprägter Perfektionismus entwickelt und es fällt mir heute noch schwer im Mittelpunkt zu stehen da mich mein Perfektionismus oft hindert. Hingegen liebe ich es Prozesse zu analysieren und überlasse anderen die Show im Vordergrund. Die Übung machte mir klar, dass es vollkommen okay ist, wie ich bin und ich gar nichts muss. Ich kann auch so alles erreichen und mein Geschenk für die Welt ist mein starker Wille, meine ehrliche Art Dinge offen anzusprechen, die sich nicht jeder traut, Sachen zu verändern und dafür muss ich nicht die Bühnen der Welt gezwungenermaßen erobern.

 

Februar: Eine völlig neue Reiseerfahrung in Ägypten

Ende Januar bis Mitte Februar ging es für zwei Wochen nach Ägypten. Im Nachhinein stellte sich raus, dass es der erkenntnisreichste Urlaub seit Jahrzehnten war. Normalerweise bleibe ich auf meinen Reisen nicht länger als eine Woche an einem Ort und schon gar nicht in einem Hotel mit Vollpension. Doch diesmal war alles anders. Kein Blog schreiben, keine unzähligen Ausflüge nur Strand, lesen und die Zeit genießen – treiben lassen. Ein völlig neues Gefühl was ich zuvor so nicht kannte. Ich las so viele Bücher wie noch nie in zwei Wochen und tankte unendlich viel Energie für das kommende Jahr. Ein absolut neues Erlebnis was meinen Akku wieder voll lud und eine wertvolle Erkenntnis für mich selbst war.

 

März: Yoga Reise zur Ostsee und das Studentenprojekt

Im März ging es für ein verlängertes Wochenende an den Ostseespeicher nach Strove zur Yoga „Weiberzeit“ mit ein paar weiteren Frauen. Der Name war Programm, Yoga, Meditation und Coaching Übungen. Jeder fertigte sich ein Visionboard an, es gab jede Menge Spaziergänge an der Ostsee und wir wurden sehr gut bekocht. Das Lustige an der Sache, es war kein normales Yoga, sondern Hormonyoga. Bei der Frage „Warum wir dabei wären“ musste ich lachen und antwortete: „Ich habe Anne, die das Yoga veranstaltetet, auf einem Festival kennengelernt und bin deswegen hier“. Sie erzählte mir von ihrem Plan letzten Sommer und ich war von der ersten Minute an hell auf begeistert von der Reise und überredete Mariana mitzukommen. Hormonyoga für Damen in den Wechseljahren. Wir nahmen es mit Humor und waren sehr interessiert, man kann sich ja nie früh genug mit dem Thema auseinandersetzen. Die Gruppe hätte nicht unterschiedlicher sein können und wir erzählen unsere Geschichten und hörten gespannt den anderen Frauen zu, hatten sehr viel Spaß und Erkenntnisse für die kommenden Monate gesammelt. Danke Anne für dieses tolle Format und das Überreden auf der NOG. 🙂


Nach dem Yoga Wochenende ging es aufregend weiter. Auf der Arbeit bekam ich die Chance ein Studentenprojekt mit der Hochschule in Darmstadt zu betreuen und als Mentorin tätig zu werden. Dafür ging es Ende März für eine Woche nach Porto – eine Ideationreise, um die Studenten kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Einen sehr detaillierten Bericht gibt es hier zum Nachlesen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt sehr viel Zeit 2019 beanspruchte. Ich arbeitete parallel zu meinen Projekten bei NEUGELB mit den Studenten in Frankfurt und reiste mit dem Zug so oft es ging nach Frankfurt zum gemeinsamen Austausch. Unser Team wuchs mit seinen Herausforderungen und von Woche zu Woche interessierte ich mich immer mehr für das Thema Aktien und Anlagen. Ich konnte gar nicht genug von dem Thema bekommen, was man auch an meinem Lieblingspodcast 2019 auf Spotify sehen kann „Madame Moneypenny“ als meistgehörten Podcast 2019. Finanzielle Bildung war nun mein Spezialgebiet.

Workshop mit den Studenten in Porto

 

April: München und Color Obstacle Rush und Studentenprojekt

Alle zwei Wochen ging es mit dem Zug nach Frankfurt, um mit den Studenten zusammen an den einzelnen Projekten zu arbeiten. Privat reiste ich das erste Mal nach München, um mir endlich mal München anzuschauen und genoss die wundervolle Natur am Eibsee – oh Deutschland du kannst so schön sein. Sportlich ging es zum Color Obstacle Rush – 5 Kilometer Freizeitrun mit jeder Menge Spaß, doch leider meldete sich mein Knie wieder mal zu Wort und somit musste ich weiterhin auf das tägliche Joggen verzichten. 2019 war auf jeden Fall nicht mein sportlichstes Jahr. Als Ausgleich zum Laufen gab es jeden Mittwoch Yoga.

 

Mai: DNX, Karneval der Kulturen, Europawahl und Studentenprojekt

Der Mai ist jedes Jahr einer meiner Lieblings-Monate mit dem Karneval der Kulturen in Berlin, der für mich den Sommer einleitet. Alle Jahre wieder die DNX – Digitale Nomaden Konferenz im Funkhaus Berlin, die ich seit Jahren verfolge und mit Spannung beobachte wie sich die Szene rund um den Globus entwickelt. Vor ein paar Jahren hatte ich ja selber mal mein Glück für zwei Monate in Asien versucht und meine persönlichen Erfahrungen zum ortsunabhängigen Arbeiten gesammelt. Politisch zeigte die Europawahl, dass sich wieder mehr Menschen für die Politik interessieren was sich in der Wahlbeteiligung mit über 50 Prozent niederschlug, so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

 

Juni: TEDX, Rammstein, Fusion und Studentenprojekt

In der Woche beschäftigte ich mich mit den Studenten zum Thema Aktien und ETFs. Am Wochenende hieß es TEDX Berlin im Admiralspalast – ein ganzer Tag voller Energie und spannenden Vorträgen, die es in sich hatten. Rammstein tourte im Olympiastadion, ich war dabei und abgerundet wurde der Juni mit einem kleinen Fusion-Sonntag mit gemütlicher Übernachtung im Hotel. Man wird ja nicht jünger. 🙂

 

Juli: Vertragsverlängerung Neugelb, NOG und CSD

Ab diesem Monat hieß es Festvertrag bei Neugelb, ich verlängerte meinen Vertrag und gute Kollegen wurden zu sehr guten Freunden.
Für zwei Tage ging es zum UX Psychology Workshop, um mein Praxiswissen zu vertiefen.

Musikalisch fiel meine geliebtes Goa Festival (Antaris) ins Wasser da das Studentenprojekt sehr zeitintensiv war und die Abschlusspräsentation in der Commerzbank in Frankfurt anstand. Mein Lieblingsfestival die NOG ließ ich mir aber nicht nehmen und natürlich durfte der CSD auch nicht fehlen. Diesmal hatte ich das große Glück, seit ewigen Jahren mal wieder auf einem Wagen mitzufahren und die Strecke von oben aus genießen konnte. Danke NEUGELB!

Abschlusspräsentation in Frankfurt (Commerzbank)

 

August: Artlake, Zug der Liebe, B2Run und Segeln

Das zweite Festival der Saison das „Artlake“ in der Lausitz stand auf dem Festivalplan wo es um nachhaltige Themen und Musik ging. Es folgte die Teilnahme beim Zug der Liebe in Berlin, um ein Zeichen zu setzen und Ende August ging es mit meinem 82-jährigen Vater das zweite Mal zum Segeln an die Mecklenburgische Seenplatte. Im Holzboot ging es wieder aufs Wasser und diesmal hatten wir Glück mit dem Wind. Unfassbar wie viel Energie mein Vater in dem Alter an den Tag legt, denn das Segelboot ist von 1937 und somit alles andere als modern.

Bällebad auf dem Artlake


Es wurde sportlich mit dem B2Run. Leider machte mir mein Knie wiedermal einen Strich durch die Lauf-Rechnung, es meldete sich nach ca. 1,5 km mit Schmerzen zurück und somit konnte ich nur noch langsam die restlichen 3,5 Kilometer langsam laufen, danke Feli für die Unterstützung und die Gesellschaft beim langsamen Gehen zum Zieleinlauf ins Olympiastadion.

 

September: Fridays for Future, URBAN NATION, Folsom und UX Konferenz in Manchester

Fridays For Future mobilisiert Millionen – für das Klima. Eine weltweite Bewegung dank Greta die sogar zur Person des Jahres 2019 wurde. Millionen Kinder und Jugendliche treten rund um den Globus an Freitagen für den Klimaschutz in den Schulstreik. Die Krise gerät endlich ins Zentrum des öffentlichen Bewusstseins und setzt die Politik unter DruckFridays For Future mobilisiert Hunderttausende. Danke Greta für den Impuls.

Kulturell gab es wie jedes Jahr die URBAN NATION und das Folsom Fest in Schöneberg.

Beruflich ging es nach Manchester zur UX Konferenz wo ich eine der legendären Warehouse Partys irgendwie verschwitzte, obwohl wir schon in der Schlange anstanden. 😉

UX Konferenz (Ladies that UX Manchester)


Natürlich gab es auch 2019 ein Technik-Gadget als neuen Input zur Selbstoptimierung, einen Oura Ring der mich seitdem 24/7 analysiert. Grund dafür war, dass meine Apple Watch nicht richtig funktionierte. Durch meine Tattoos am Arm kann das Licht die Geschwindigkeit des Blutes nicht richtig messen und somit bin ich für Apple klinisch tot. Lange suchte ich nach einer Alternative und der Oura Ring war die perfekte Lösung. Seitdem unterstützt er mich als Schlaf-Coach. Der Ring kann in Tiefschlaf (Deep Sleep), REM-Schlaf (REM Sleep – schnelle Augenbewegungen) und leichten Schlaf (Light Sleep) unterscheiden. Die Readiness zeigt die Balance zwischen erholsamen Schlaf und meiner Aktivität (gemessen durch Körpertemperatur und Herzschlag) an. Das Bewegungsprofil (Activity) lässt sich ebenfalls erfassen. Es können Kalorien erfasst werden, was mir persönlich zu anstrengend ist da die Sachen manuell eingetragen werden müssen. Fürs Meditieren nutze ich weiterhin lieber mein MUSE Band für direktes Feedback oder aber die 7Mind App. Die Oura App überzeugt durch ein durchdachtes Interface und der Akku hält fast eine Woche und schlägt somit meine Apple Watch bei weitem. Viele werden sich jetzt fragen, warum man sich von einem Ring analysieren lässt. Ich liebe es neue Dinge zu testen und mir selber ein Urteil zu bilden als alles Neue immer gleich zu verteufeln. Mit dem Ring kann ich schnell und einfach erkennen, wie effektiv zum Beispiel mein Schlaf war und kann das für die kommenden Tage optimieren.

 

Oktober: Rucksackblog in Taiwan

Im Oktober hieß es „Rucksackblog“ fliegt nach Taiwan. Als Erstes ein paar Tage Hongkong erkunden und dann rüber auf die Insel Taiwan. „Made in Taiwan“ kennt man aus unzähligen Blogs, Schildern in Kleidung, die großen Chiphersteller und Textilfabriken der Welt sind hier ansässig. Warum Taiwan? Ganz banal, wenn man bei Google nach dem Reiseziel für perfektes Wetter im Oktober sucht, stößt man bei der Recherche irgendwann automatisch auf die kleine Insel mit seinen fast 24 Millionen Einwohnern. Gesagt getan und Taiwan hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir. Nachtmärkte, Spielautomaten, freundliche Menschen, überall saubere Toiletten, eine wundervolle Natur, unfassbar gut schmeckender Kuchen an jeder Ecke, Bubble Tea und eine Digitalisierung wie ich sie mir vorstelle. Jeder nutzt eine Chipkarte, um Bus und Bahn zu fahren. Egal ob jung oder alt gibt es hier die sogenannte Easycard mit der man nicht nur die Bahn oder den Bus nehmen kann, sondern in vielen Geschäften auch kontaktlos bezahlen kann. Die Menschen sind hier offen gegenüber neuen Technologien.
Wir reisten vom Norden in den Süden und wieder zurück in den Norden. Überall gibt es etwas zu entdecken und die Freundlichkeit der Menschen und die Kultur war sehr entspannt. Ein Land was auf jeden Fall auf meine Top 10 Länder Liste platziert wurde.

Taiwan

 

November: 30 Jahre Mauerfall, Dirk Kreuter, ETF Sparplan, CO Galerie und GFK Kurs

Nach dem Taiwan Urlaub waren die Energiespeicher auf 100 Prozent geladen. Tägliches Meditieren und Yoga wurde wieder zur morgendlichen Routine.

Die logische Schlussfolgerung nach dem Studentenprojekt war der Einstieg in die Börsenwelt somit schloss ich im Zug nach Düsseldorf meinen ersten Sparplan ab und beschäftige mich seitdem aktiv mit der Börse.

Ein komplettes Wochenende im November gab es die volle Dröhnung Vertriebsseminar mit Dirk Kreuter „Vertriebsoffensive“ im Estrel in Berlin. Von morgens bis abends gab es nicht nur das 1 x 1 der Vertriebstechniken, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung in Themen rund um Finanzen. Dirk Kreuter? Er ist Unternehmer, Verkaufstrainer, Redner und Autor, der seit über 26 Jahren im Vertrieb tätig ist. Sein Fokus liegt auf Verkaufstechniken, Markenaufbau und Sichtbarkeit auf Social Media.
Damals in meiner dreijährigen Mediengestalter Ausbildung durfte ich drei Jahre lang Vertrieb machen. Zwei bis drei Tage die Woche Kundentermine per Telefon Kaltakquise und zwei bis drei Tage lang raus zur Neukundenakquise. Drei Jahre, die es in sich hatten und somit war die Vertriebsoffensive thematisch für mich nicht neu da ich mir viele Methoden vertraut sind.

Mein AHA-EFFEKT: Mache nicht alles halb, sondern fokussiere dich auf wenige Dinge.

Das Seminar ging zwei volle Tage, Samstag und Sonntag und hatte es in sich. Ich kann jedem der mit Kunden zu tun hat das Seminar nur ans Herz legen.

 

Der Inhalt: Bedarfs- und Bedürfnis Analyse, angewandtes Wissen ist Macht. Abschlussreflex, die 33 gute Gründe Liste, man kauft Vorteile und keine Merkmale, ein guter Verkäufer erzeugt Bilder beim Kunden (Vorteilskommunikation), Kaufmotive, wer will, findet Wege und wer nicht will, findet Ausreden. Was ist dein Warum? Danach das wie! Denken Sie groß. Flummi-Technik, geistige Brandstiftung und natürlich Menschentypen. Das Wort „Grundsätzlich“ kann sehr mächtig sein, um das Interesse des Kunden zu gewinnen. Wer kommt, der kauft – lasse den Kunden zu dir kommen. Gebe dem Kunden Hausaufgaben und mache einen Termin damit sich jeder vorbereiten kann.

 

Dirk Kreuter: Vertriebsoffensive 2019

 

Kulturell ging es in die CO Galerie zur Ausstellung “No Photos on the Dacefloor” – eine Reise in meine musikalische Vergangenheit. Viele schöne Erinnerungen aus der berliner Clubwelt, wo ich groß geworden bin. Passend dazu bekam mein Freund Hendrik die Chance im Berghain aufzulegen und ich fand endlich mal wieder Zeit das Tanzbein zu schwingen, was 2019 wieder einmal zu kurz gekommen ist. Der Auftritt war alles andere als überfällig und auf jeden Fall sehr spannend das Berghain aus einer anderen Perspektive zu sehen. Seitdem weiß ich, dass die DJs an der Bar digital bezahlen. 😉

 

Kreativen Input gab es an einem Wochenende. Ich nahm an einem Porzellan Workshop teil, wo es darum ging Porzellan selber zu ziehen. Jeder Teilnehmer konnte drei Dinge aus Porzellan herstellen, eine völlig neue Erfahrung und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ganz schön aufwendig so eine Herstellung und auf jeden Fall wichtig von Zeit zu Zeit analoge Dinge per Hand zu erschaffen.

Dank NEUGELB habe ich ein GFK Seminar – Gewaltfreie Kommunikation besucht, um noch besser auf meine Mitmenschen einzugehen und deren Bedürfnisse zu verstehen.
GFK nach Marschall Rosenberg kann zur Lösung bestehender Konflikte genutzt werden und ist eine Methode wie man im Team (besser) kommuniziert. Egal ob die Klärung eines inneren Konflikts als auch für die Vorbereitung auf ein bevorstehendes Konfliktgespräch ist GFK eine sehr lösungsorientierte Methode. Beim GFK geht es darum, wieder in Verbindung mit den Gefühlen und Bedürfnissen zu kommen, die hinter unseren Urteilen und Bewertungen stecken. Man lernt durch unterschiedliche Methoden auf den anderen einzugehen und kommt so schneller ans Ziel ohne große Reibungen.
Im März 2020 ist das Folgeseminar, wo ich das Wissen vertiefen werde und mich schon riesig freue. Nach dem zweiten Seminar 2020 wird es auf jeden Fall einen separaten Blogbeitrag zu dem Thema geben. Ich würde jedem der in Teams arbeitet GFK ans Herz legen.

 

Dezember: Notaufnahme und Goa Festival in Indien

Bis zum 23.12 hieß es durcharbeiten. Ende Dezember ging es dann in den wohlverdienten Urlaub nach Indien zum Yoga Retreat doch leider fing die Reise alles andere als entspannt an, denn kurz vor dem Abflug bekam ich die Information, dass mein Vater in die Notaufnahme musste. Von einem auf den anderen Moment brach eine Welt zusammen, ich wusste nicht was ich machen sollte und hatte keinerlei genaue Informationen die Situation einzuschätzen und meine Schwester war natürlich auch gerade am Flughafen, niemand da der helfen konnte. Wie ernst war die Lage? Den Bericht kann man auf Rucksackblog nachlesen. Link: Zum Artikel

www.rucksackblog.de


Das Jahr endetet wie es anfing “etwas anders”. Zum Jahresabschluss ging es zur Goa Trance Party des Jahres – Hill Top in Goa. Ein Traum der durch Zufall in Erfüllung ging – unfassbar und nicht geplant wie so vieles im Leben.

 

Meine Top 5: Positiv

  • Einen neuen Steuerberater für franzidesign
  • Meine Reisen: Ägypten, Taiwan und Indien
    Link: Rucksackblog
  • Studentenprojekt hd_a
    Link: Zur Case Study
  • GFK Seminar
  • Meditation und Yoga Praxis


Meine Top 5: Negativ

  • Mein Perfektionismus
  • Zu wenig Blogbeiträge auf franzidesign
  • Routinen nicht eingehalten
  • Zu wenig Sport
  • Zu wenig “Nein” gesagt

 

2020?

Privat: Hoffen das mein Vater wieder gesund wird. Mir mehr Auszeiten nehmen, um meine Energiereserven zu schonen.
Beruflich: Mich noch mehr mit dem Thema Aktien und ETFs beschäftigen und endlich die Case Study von Testberichte veröffentlichen.
Allgemein: Bin ich sehr gespannt auf das Demokratie Festival am 12.06.2020 im Olympiastadion und alles was sich 2020 ergibt.

 

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Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere

Es ist 20:40 Uhr, der 21. Dezember 2018, es war mein letzter offizieller Arbeitstag für dieses Jahr, ich sitze auf dem Sofa, die Regentropfen klopfen an das Fenster und ich schreibe die ersten Zeilen, von meinem Jahresrückblick nieder. Es ist verrückt, vor genau einem Jahr wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Freude am Leben haben kann. Es ging mir alles andere als gut. Ich hatte ein Burnout und wusste nicht mehr, wie es weiter geht. Meine Ärztin empfahl mir, dass ich meine Arbeit kündigen und mir psychologische Hilfe suchen sollte. Schlechter hätte ein Jahr kaum enden können. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte: Neuanfang, Neuausrichtung und tiefe Dankbarkeit für all die verrückten, traurigen und spannenden Dinge, die passiert sind. Danke 2018.

 

Warum ich das Jahr reflektiere?
Um mich vom alten Jahr zu verabschieden.
Um zu würdigen, was ich erlebt habe.
Um meine Erfolge zu feiern.
Um herauszufinden, wo ich stehe.
Um zu lernen.
Um mich neu auszurichten.

2018: Ein Jahr wie sein Sommer: heißer, als es manchen lieb war. Immuntherapie gegen Krebs, Donald Trump, Brexit, Razzien in Bassiani, Fußball WM, Königshochzeit, der Tod von Stephen Hawking, der Suizid von Avicii, Rückzug von Merkel als CDU-Chefin, Turbulenzen an den Finanzmärkten, Reduzierung von Plastikmüll, Klimawandel, Google Home und Amazon Echo, Apple Pay, Sony WH-1000XM3, Google Pixel 3, Apple Watch Series 4, …

 


Was bewegte mich 2018 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Januar 2018: Die Aussichten für das Jahr waren alles andere als gut. Den Rat meiner Ärztin mit der psychologischen Hilfe musste ich nach mehreren Anläufen Anfang des Jahres abbrechen, da es unmöglich war in Berlin einen Termin zu bekommen. Ich hatte nicht die Kraft einen Therapeuten zu finden. Das Thema war mir äußerst unangenehm da Burnout oder Depression gesellschaftlich für viele Menschen noch immer schwer verständlich sind. Ich fühlte mich missverstanden und hilflos. Entweder gab es keine Termine oder aber man sucht sich eine private Praxis, wo die Preise ab 100 € pro Sitzung losgehen. Für einen kranken Menschen nur schwer realisierbar zum einen wird man zusätzlich unter Druck gesetzt und zum anderen weiß man nicht wie lange so eine Krankheit andauern kann – ein Teufelskreis. Ich entschied mich für eine andere Lösung und startete mit nur wenig Kraft in das neue Jahr, es ging mir sonderlich schlecht und ich wusste nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen sollte. Aufgeben war wie immer keine Option für mich, bloß keine Schwäche zeigen. Mit aller Kraft wollte ich die zwei Jahre für den Lebenslauf in Festanstellung voll bekommen, komme, was wolle. Im Nachhinein weiß ich das es eine dumme Idee war und ich die Horrorshow schon viel früher hätte abbrechen müssen, doch ich war im Hamsterrad gefangen. Immer 100 Prozent geben und es auch von allen anderen erwarten – diese Rechnung ging natürlich nicht auf.

Viele fragten mich, wie ich aus dem Burnout herausgekommen bin. Das regelmäßige Meditieren wurde zur Routine, 2106 Minuten und 227 Mediationen waren es 2018. Ich habe das Jahr wie die Jahre zuvor mit einem einmonatigen Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) gestartet. 5 Tage die Woche jeden Morgen vor der Arbeit ca. 45 bis 60 Minuten ein Live Coaching plus Hausaufgaben, einen ganzen Monat lang. Es fiel mir durch meine aktuelle Situation sichtlich schwer das Programm durchzuhalten, aber es gab mir Halt und ich konnte einen Fortschritt der Besserung erkennen. Es gab noch andere Menschen, die die gleichen oder ähnliche Probleme hatten. Wir tauschten uns aus und lernten voneinander. Der Höhepunkt war das letzte Januarwochenende mit dem Abschlussevent des Coaching Programms. Über 600 Absolventen trafen sich in den Bolle Festsäle in Moabit und teilten ihre Erfahrungen. Es war ein großer Saal mit unheimlich viel positiver Energie. Ich hatte wieder neuen Mut und Kraft gesammelt und den absoluten Willen mein Leben in die Hand zu nehmen. Am Sonntag folgte ein weiterer Tag Coaching mit Tobias Beck „Masterclass of Personality“ mit meiner besten Freundin Änn. Das Thema war ebenfalls Persönlichkeitsentwicklung und Visionsfindung. Ein Wochenende der Superlative und ein Monat, der es in sich hatte und mir Kraft für das neue Jahr gab. 

Februar/März: Ein Wochenende in Hamburg. Mein neues Smartbike von Vanmoof. Ich schleppte mich von Monat zu Monat. Es kam, wie es kommen musste. Am 21. März wurde ein Drittel der Firmenbelegschaft gekündigt. Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern, wo im Townhall die Botschaft verkündet wurde. Jeder einzelne Mitarbeiter bekam nach der Verkündung eine E-Mail mit einer Anweisung wie es bei ihm oder ihr weiter geht. Aus unserem Team musste eine Person gehen, es gab Veränderungen im Management und es war ein Rückschlag für die Firmengeschichte, aber natürlich auch eine Chance. Für den großen Relaunch wurden über 20 neue Mitarbeiter eingestellt und da der Relaunch ein FuckUp war, mussten die Stellen natürlich wieder abgebaut werden. Spätestens jetzt war meine Zeit gekommen mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und eine Entscheidung zu treffen. Unser Team in der Produktentwicklung schrumpfte in nur acht Monaten von acht auf zwei Personen.

1.590 Kilometer zurückgelegt (seit Mai 2018)

Zu Ostern folgten ein paar entspannte Tage an der polnischen Ostsee, wo ich mir weitere Gedanken gemacht hatte. Der Entschluss stand fest, meine berufliche Reise war an der Stelle beendet. Ich kam nicht mehr weiter da die Veränderungen und der Rückschlag zu lange gedauert hätten. Ich hatte für den Relaunch dort angefangen und das Projekt gab es in dem Sinne nicht mehr. Der Trümmerhaufen war zu groß und zu viele gute Leute mussten das Unternehmen verlassen.
Körperlich und geistig litt ich immer noch unter Kontrollverlust, ich hatte Angst vor der Zukunft und glaubte den Müll den manche Menschen mir erzählten. Ich wollte wieder frei sein, Menschen um mich herum haben die mit mir lachen, die fröhlich sind und Ziele im Leben haben und keine Nörgler. Menschen mit Visionen, Menschen die so denken wie ich, Menschen die ihre Arbeit und ihr Leben mögen.

April: Das Jubliläum – 10 Jahre franzidesign, hunderte von digitalen und analogen Projekten füllen mein Portfolio. Hunderte von kleinen, mittleren und große Kundennamen durfte ich in den letzten Jahren betreuen und alle schenkten mir ihr Vertrauen.
Ich hatte es bei franzidesign in diesem Jahr endlich geschafft mehr und mehr „Nein“ zu sagen und wirklich nur Projekte anzunehmen die mir Spaß machen. Durch die Festanstellung bin ich unabhängig und frei und kann entscheiden mit wem ich zusammen arbeite oder aber auch nicht, was eine große Befreiung ist.

Ich fasste den Entschluss meine zwei Jahre für den Lebenslauf vollzumachen, 100 Prozent zu geben und bis dahin alles Menschenmögliche in Bewegung zu setzen, um etwas zu ändern. Natürlich brauchte ich auch einen Plan B, da ich bestimmte Dinge nicht beeinflussen kann, somit nahm ich Gespräche mit Recruitern auf. Eine Dame hatte es durch sehr viel Sympathie geschafft mein Interesse zu wecken und ich entschied mich für eine Vorstellungsrunde. Es war Anfang April, ein Monat vor dem Vollenden der zwei Jahre Festanstellung, ich nahm das Gespräch an. Neugelb – eine Service Design Agentur, eine Tochter der Commerzbank mit Sitz in Berlin und Frankfurt war die erste Wahl. Im letzten Jahr hatte ich auf der UX Konferenz in Frankfurt einen ersten Eindruck von Neugelb bei einem Vortrag bekommen.
Vom Verbraucherportal Relaunch zum Bankenwesen? Egal ob Mode, Medizin, Carsharing, Startup, Beauty oder Kunst, ich habe schon auf den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet. Banking fehlte noch im Portfolio – eine komplett andere Richtung, genau das ist es was ich an meinen Beruf liebe, die unterschiedlichsten Facetten, Bereiche und Herausforderungen. Ich hatte in den letzten zwei Jahren bei Testberichte so unendlich viel dazu gelernt das mich der Relaunch der Commerzbank reizte. Somit folgte ich der Einladung nach Kreuzberg auf den Hinterhof in der Nähe vom Görlitzer Park. Das Gespräch war angenehm und ich fühlte mich endlich wieder wertgeschätzt. Die neuen Herausforderungen klangen äußerst spannend und anspruchsvoll, noch dazu ein internationales Team. Problem nur, ich konnte Mariana auf keinen Fall zurücklassen. Wir haben uns bei Testberichte kennengelernt und eine turbulente Zeit zusammen durchlebt, sie war immer für mich da und hat mir in der ganzen Zeit immer zur Seite gestanden und wusste, was wir durchgemacht hatten. Doch nun war unsere Zeit gekommen, Zeit für Neues. Wir sind ein Dreamteam, beruflich und privat kann man uns nicht trennen. Kurz bevor ich mich von dem Bewerbungsgespräch verabschiedete entdecke ich eine Stellenausschreibung auf dem WC. Mariana schickte ihre Unterlagen ebenfalls hin und wie der Zufall es wollte bekamen wir beide eine Zusage. Somit war klar, das war ein Zeichen und wir müssen das Zeichen wahrnehmen. Wir entschieden uns umgehend zu kündigen.

Mai/Juni: Am 8. Mai wurde in unserer alten Firma verkündet, dass wir gehen. Unser letzter Arbeitstag stand rot im Kalender, Donnerstag, der 24. Mai 2018. Es war Zeit für neue Herausforderung und unsere Reise war an der Stelle beendet. Danke an alle Weggefährten bei Testberichte, danke für das Vertrauen im Branding Prozess, danke für die vielen Ideation Stunden, danke für die Design Sprints, danke für die Erfahrungen, die ich sammeln durfte.

Am Abend ging es zum letzten gemeinsamen Bier mit den Kollegen ins Golgatha. Ich bin unendlich dankbar, dass mir so viele diese letzte Ehre erwiesen haben. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und möchte auch anderen den Mut machen ihren Weg zu gehen, hört auf euer Herz.
Das letzte Mai Wochenende wurde nochmal turbulent. Am 24.5. war unser letzte Arbeitstag, am 26.5. ging es zur DNX Konferenz wo es um das Thema ortsunabhängiges Arbeiten dreht, am 27.5. wurde es nochmal sportlich – die XLETIX-Challenge M mit 18+ Kilometer Hindernislauf.

Am 28.5. in die verdiente Auszeit nach Kroatien zum Yoga Retreat und Rundreise durch Kroatien, um neue Energie zu tanken und mit frischem Wind in neue Projekte zu starten. Eine Woche Yoga, unser Tagesprogramm bestand aus Yoga vor dem Frühstück und vor dem Abendessen und zwischendrin viel Entspannung.

In Kroatien konnte ich mich wieder neu ausrichten und ich war gespannt, was der neue Job für mich bringt. Was erwartet mich? Werde ich wieder 100 Prozent funktionieren? Sind die Kollegen nett? Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Kunden?
Ich hatte große Angst international zu arbeiten, jeder der im Osten aufgewachsen und über 30zig ist weiß, wovon ich rede. Für alle Wessi‘s die mitlesen: wir hatten die schlechtesten Englischlehrer des Planeten und uns wurde früher eingeredet das Russland die Weltmacht wird. Somit hatte ich zu der Zeit großes Bedenken wie ich mich schlagen werde. Ende Juni ging es zur Eingewöhnung für zwei Wochen zum Englisch Intensivkurs und ich war tierisch gespannt was mich in der neuen Agentur erwartet.

Juli: Anfang des Monats war es so weit und wir hatten unseren ersten Tag. Wir wurden herzlich empfangen. Wir starteten mit einem Projekt zum Thema Wertpapier. Ein komplexes Thema, in das wir uns erstmal einarbeiten mussten. WKN (Wertpapierkennnummer), ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) sind nun keine fremden Abkürzungen mehr.

August/September: Ein Sommer wie er im Buche steht. Zwei relativ unspannende Monate. Ich arbeitete viel und genoss den Sommer in Berlin. Ich bekam mein erstes eigenes Projekt bei Neugelb. Wie der Zufall es wollte mit Mariana als Projektmanager und ich als UX Designer, somit konnte gar nichts schiefgehen und wir führten unseren ersten Design Sprint mit der Commerzbank durch. Es war mega lustig, zwei junge Frauen und die vielen Bänker in Anzug. Ich mit Nasenpiercing und Tattoos zwischen den ganzen Bankingtürmen in Frankfurt. Es war spannend und aufregend zugleich. Endlich hatte ich wieder Hoffnung und war wieder bei meinen 100 Prozent, die alte Franzi war wieder da und ich konnte wieder von Herzen lachen, ich war wieder mitten im Leben, da wo ich hingehöre.
Es gab ein grandioses Sommerfest „Disconnect“ – zwei Tage Auszeit im Harz mit den lieben Kollegen und Ende August ging es zur Female Future Force Konferenz (FFF) ins Funkhaus.
Und dank IP Garten gab es jeden Freitag frisches Gemüse bis an die Haustür.

Oktober: Zeit für einen Tapetenwechsel: Und so ging es für ein Wochenende nach Stockholm. Die Stadt ist auf 14 Inseln verteilt, bargeldlos und umgeben von Parks, Wäldern. Es war ein goldener Herbst, es war wundervoll warm und ich kann den Oktober als Reisemonat nur empfehlen. Drei Tage in der schwedischen Hauptstadt ohne Münzen und Scheine. Alles digital und problemlos mit der Kreditkarte bezahlbar, selbst die öffentliche Toilette kann per Kreditkarte bezahlt werden. In einigen Geschäften kann man sogar ausschließlich digital bezahlen. Erst fand ich es ungewohnt doch gewöhnt man sich sehr schnell dran. Wenn man Design, Kultur und Natur mag ist man hier genau richtig.

November: Es wurde nochmal sportlich und ich schaffte es, Mariana von dem Litte Mammutmarsch zu überzeugen – 30 Kilometer zu Fuß, ein Spaziergang der besonderen Art. Wir meldeten uns an und liefen mit hunderten von verrückten Menschen um den Müggelsee, wir reflektierten, wir lachten und wir teilten unseren Schmerz zusammen bis ins Ziel.

Dezember: Als ob das Jahr nicht schon turbulenter hätte sein könnten entschloss ich mich den lang geplanten Umzug in eine größere Wohnung noch in diesem Jahr abzuschließen. Gesagt getan und nach nur einer handvoll Besichtigungen war dann die Traumwohnung dabei.
Mitten im Umzugsstress ging es zum zwei Tages-Seminar mit Jacob Drachenberg „Die Macht der gesunden Stressbewältigung“. Statt Selbstoptimierung ging es zum Jahresabschluss, um das Thema Stress. Stress nicht als negativ zu sehen, sondern als Antrieb, der uns helfen kann. Bis heute fällt es mir sehr schwer abzuschalten. Den Moment im hier und jetzt zu genießen. Einfach mal nichts tun. Selbst gerade in diesem Moment sitze ich am Macbook und tippe diese Zeilen nieder statt ein Buch zu lesen und einfach zu entspannen. Etwas verrückt, wenn ich es genauer betrachte. Mit Stress umgehen und diesen nutzen fällt mir nach wie vor schwer. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für das kommende Jahr. Einfach mal noch mehr „Nein“ sagen. Noch mehr Zeit für mich investieren. Achtsam zu mir sein, achtsam zu meinem Körper.

Musikalisch war es nicht mein Jahr. Meine berufliche Neuausrichtung forderte viel Kraft somit blieb es 2018 eher ruhig. Meine musikalische Ausbeute 2018: Suicde Circus, 2 x Berghain, Fusion Sonntag, Nation of Gondwana Wochenende, CSD, Wilde Möhre Festival, Kraftwerk auf dem Lollapalooza und Deadmou5.

Eine letzte Sache, die mich dieses Jahr sehr bewegt hat: Viele haben mich in den letzten Wochen und Monaten auf Facebook, Instagram oder Messanger angeschrieben und nachgefragt was mit Änn & Fränn los ist. Was ist aus den spannenden Reisegeschichten auf www.rucksackblog.de geworden und warum es so ruhig geworden ist. Natürlich gehört auch das in meinen Rückblick 2018. Leider kann und will ich an dieser Stelle nicht so weit ausholen. Manchmal brauchen Dinge einfach seine Zeit.

Zusammenfassend hätte das Jahr 2018 nicht turbulenter und meine Phönix Tätowierung auf dem rechten Arm hätte wieder nicht passender sein können. Diese Jahresreflexion ist für mich ein Motivator, um vermeidliche Schwächen aufzudecken. Sie ist die Chance mich neu auszurichten. Für das kommende Jahr wünsche ich mir noch mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit. Auch dieses Jahr haben mich die schweren Phasen wachsen lassen. Leid macht uns stark, ist unser Lehrer und uns wird gezeigt das das Leben nicht perfekt ist. Das Leben ist nicht in Stein gemeißelt. Es läuft in Phasen und Zyklen. Leben ist ewiges Lernen. Leben ist ständige Bewegung und somit ständige Veränderung. Man sollte alles nicht zu ernst nehmen und einfach mal in den Tag leben, ungesund essen, auf Sport pfeifen und glücklich sein. Nicht immer nur auf die Dinge schauen, was man noch braucht, sondern was man bereits hat. Für mich war es ein grandioses Jahr und ich freue mich riesig auf das kommende Jahr mit meinen neuen Herausforderungen. Ich bin so unendlich gespannt …


Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2019?

 

Mein ganz persönlicher Rückblick
2017: Rückblick 2017

2016: Rückblick 2016

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Smartes Gemüsebeet. Internet-Gardening statt Urban Gardening

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Statt im Garten der Familie in Falkensee sich die Hände bei der Gartenarbeit dreckig zu machen hat franzidesign dieser Saison das digitale Gemüsebeet von IP Garten getestet.
Mit dem Berliner Start-up IP Garten können Großstädter seit dieser Saison bequem von zu Hause aus ihr eigenes Gemüse anbauen, bewässern und überwachen. Das Besondere daran? Sie tun das, ohne selbst eine Gießkanne in die Hand zu nehmen oder dreckige Hände zu bekommen. Wie das geht? Alles ganz bequem vom Rechner oder Handy aus.


Es war August 2015, Moni D. und ich arbeiteten an unserer zweiten Print Ausgabe des möRRR Magazins mit dem Titel „NEU DENKEN“. Wir waren auf der Suche nach neuen innovativen Ideen von mutigen Menschen, die etwas bewegen und über die wir in der nächsten Ausgabe der möRRR berichten konnten. Wie der Zufall es wollte, bin ich über Facebook auf Martin Kruszka aufmerksam geworden. Martin war Mitte vierzig mit einem eher unscheinbaren Äußeren und alles andere als der hippe Gründer aus Berlin. An das Treffen kann ich mich noch genau erinnern: Martin kam mit einer übergroßen Zucchini in mein Büro in die Gründerwerkstatt in Schöneberg. Moni war beim Anblick der übergroßen bio Zucchini sprachlos. Das soll bio sein? Martin konnte über die Reaktion nur schmunzeln – 100 Prozent und frisch vom Acker, natürlich.

Moni stellte neugierig ihre Fragen und füllte ihr Notizbuch mit Anmerkungen und Fakten für den Artikel. Martin erzählte uns, wie die Idee entstanden ist: Er hatte ein Grundstück im Umland von Berlin und große Freude am Gärtnern. Problem nur: das Grundstück war zu weit weg, um sich jeden Tag um die Pflanzen zu kümmern. Anfangs installierte er Zeitschaltuhren für Sprinkleranlagen und Überwachungskameras. Die Idee vom IPGarten war geboren: ein smartes Grundstück mit Kameras und Sensoren.
Sein Konzept klang verrückt. Die Idee: Er wollte ein reales Farmville auf den Markt bringen, wo Menschen digital von zu Hause oder unterwegs aus, ihr eigenes Stück Land bewirtschaften können. Der Unterschied zu dem Onlinespiel Farmville: Man baut echtes Gemüse an, was nach der Ernte zu einem nach Hause kommt, ohne das man selber dafür auf das Feld muss. Jeder Städter soll die Möglichkeit haben sein eigenes Gemüse per Mausklick auszusäen und den Boden zu bewässern – so wie bei einem richtigen Garten. Das Prinzip ist einfach: Ein Videomast liefert eine Live-Aufnahme von der eigenen Parzelle zur Überwachung. Kameras überwachen das Gemüsebeet und Sensoren schlagen Alarm, wenn die Tomatenpflanze doch mal wieder gegossen werden sollte so die Wunschvorstellung. Ein Blick auf die Live-Aufnahme, ein Mausklick vom Sofa aus, und schon kümmert sich ein Bauer um das Gemüse.
Das Konzept vom IPGarten war zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und die Firma noch nicht gegründet. Es klang verrückt, wir entschieden uns ein Interview zu veröffentlichen und verfolgten das Konzept vom IPGarten mit großer Spannung.

Foto: Moni D. und Martin Kruszka, Gründerwerkstatt August 2015


Tomaten, Kohlrabi und Kürbis per Mausklick?

Ende 2015 war es dann endlich so weit und die zweite Ausgabe der möRRR erblickte die Welt. Wir berichteten über das neue Online-Garten Start-up in unserer Printausgabe.

 

Link zum Artikel: möRRR


Nach der Veröffentlichung des Artikels war es still. Ende 2016 ging es richtig los, Martin gründete zusammen mit Torsten Hütter das Unternehmen IPGarten. Schritt für Schritt hielten sie nach Gründermentalität an ihren Zielen fest und 2018 war es dann so weit und die ersten Kunden konnten ihre eigenen Parzellen bewirtschaften. 400 IPGarten-Parzellen wurden vermessen und vernetzt. Ein Brunnen wurde gebohrt, um die 100 Masten wurden aufgestellt und die erste Saison konnte beginnen.

Am 21.04.2018 bekam ich eine Auftragsbestätigung. Farmville in echt – franzidesign mit smartem IP Beet. Ab Ende April konnte das erste Gemüse angepflanzt werden. Es gab 50 Pflanzensorten zur Auswahl. Darunter eine Blumenmischung, ein Kräutermix aus 6 Kräutern sowie 35 Gemüse- und drei Salatsorten.
Eine Parzelle hat eine Größe von 16 m² auf der 16 unterschiedliche Dinge angepflanzt werden können. Ich entschied mich für Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Gurken, Kohlrabi, Schnittlauch, Spinat, Kürbis (Butternut und Hokkaido), Blumenkohl, Kohlrabi, Rote Beete, Salbei und Blumen für die Bienen zum Bestäuben der Blüten.

 

Foto: IPGarten (möRRR)


Die Kosten

Eine Parzelle kostet 395 Euro im Jahresabo, monatlich also rund 33 Euro zzgl. 2 € pro Liefergebühr. Die ersten Monate war die Liefergebühr frei. Die Parzellen werden vor Ort von regionalen Bauern bewirtschaftet, die sich um die Pflanzen und den Boden kümmern. Zusatzleistungen werden extra berechnet wie z. B. per Mausklick Kartoffelkäfer absammeln lassen, den Landwirt eine Frage stellen oder aber die Pflege für 4 Wochen an einen Gärtner übergeben, wenn man gerade im Urlaub ist. Mehrmals in der Woche habe ich die Parzelle über mein Nutzerprofil am Laptop zu Hause oder aber vom Handy aus überwacht. In meinem Nutzerprofil kann ich jederzeit sehen, was schon geerntet wurde oder aber die Parzelle per Liveaufnahme sehen. Sind bestimmte Stellen abgeerntet, kann nachgepflanzt werden – ganz schön smart. Zusätzlich bekommt jeder Nutzer wöchentlich einen Newsletter mit aktuellen Informationen rund um den IPGarten.

 

Foto: Onlineprofil


Die erste Erntekiste

Am 21. Juni war es dann so weit und die erste Erntekiste wurde geliefert – es gab frischen Spinat und regionale Hanf Schokolade als Geschenk obendrauf. Einmal die Woche wird geerntet, natürlich analog. Jeden Donnerstag bekomme ich ein Foto mit der Erntekiste per E-Mail. Somit weiß ich einen Tag zuvor schon was mich erwartet.

Foto: Die erste Erntekiste


Jeden Freitag wird mir das Erntegut direkt nach Hause geliefert. Ohne lästiges Einkaufen oder Tragen steht das Gemüse vor meiner Haustür, dass Einzige was ich machen muss – das Gemüse verarbeiten und mich entscheiden was ich leckeres damit zubereiten möchte. Hat man keine Zeit für die Verarbeitung, kann man das Gemüse auch an die Berliner Obdachlosenhilfe spenden. Ein richtiger Garten mit der zugehörigen Bewirtschaftung ist für mich zeitlich nicht realisierbar, dass Konzept vom IPGarten ist eine tolle Alternative mich nachhaltig und transparent zu ernähren.

Erst Spinat in Mengen danach Zucchini in all möglichen Variationen und zum Herbst hin Kürbis. Suppe, Auflauf, Gemüsepfanne – entweder frisch zubereitet oder aber für die kalten Wintermonate eingefroren.

 

Heute Nachmittag klingelte es an meiner Tür und ein netter junger Mann namens Lukas brachte mir die letzte Erntekiste für diese Saison direkt vor die Eingangstür.
Trotz extremer Hitze und Trockenheit hat der IPGarten laut eigenen Angaben bisher ca. 4,5 t Gemüse auf 1 ha IP Garten-Acker geerntet. Die Ernteausfälle in dieser Saison lagen bei ca. 30 %. Diese konnten aber durch Erntezugaben aus Referenzparzellen gut ausgleichen werden. Somit konnte ich mich über zusätzliche Gemüsesorten wie z. B. Porree, Zwiebeln, Schnittlauch oder aber Thymiane erfreuen die ich nicht angebaut hatte. Statt das gute Gewissen im Bioladen zu befriedigen, geht das Konzept vom IPGarten noch ein Stück weiter. Es muss nicht die ewig gereiste Avocado oder der Chiasamen sein. Saisonaler Anbau, 100 Prozent fair und bio ist das Motto. Smarter nachhaltiger Anbau.

Werde auch du IP Gärtner*in und sei in der nächsten Saison (2019) dabei uns sichere dir deine eigene Parzelle.

Der Link zum Anbieter: https://ipgarten.de

 

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Design vs. Funktionalität: Apple Watch gegen Fitbit Versa

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Drei Wochen Alltagstest aus der Sicht eines Digital Native, meine Einschätzung.

Zufällig gab meine Fitbit Charge im letzten Monat den Geist auf. Mein treuer Begleiter reiste mit mir am Handgelenk um die halbe Welt. Es musste also ein neuer Fitness-Tracker her der meinen Schlaf, meine Schritte aufzeichnet und mich morgens weckt. Ende April kam die neue Fitbit Versa auf den Markt und ich entschied mich am 21. April eine Challenge zu starten: Die Apple Watch Series 3 am rechten und die Fitbit Versa am linken Handgelenk. Nach nur drei Tagen war der Wettkampf beendet und ich war froh eine von beiden wieder abzunehmen. Ein spannendes Rennen was es in sich hatte und bei dem ausnahmsweise nicht der Faktensieger gewonnen hat.

Zur Ausgangslage: Die Apple Watch war bis heute keine Option. Warum? Zu wenig Akkuleistung, zu teuer, ein Preis/Leitungsrennen was sie nur verlieren konnte. Zwar liegt die Apple Watch bei der App-Auswahl klar vorne doch hat Fitbit ebenfalls eine große Community, die in den letzten Jahren beachtlich gewachsen ist und stetig wächst. Fitbit hat mit der Versa eine neue Smartwatch vorgestellt. Sie erinnert an die Apple Watch, ist leichter, kostet nur die Hälfte und die Akkuleitung ist mehr als überzeugend. Einziger Kritikpunkt, sie verzichtet auf den GPS-Sensor, was den günstigen Preis begründet.
Die Fitbit Versa läuft mit Fitbits eigenem Fitbit OS und ist damit sowohl mit Android- als auch mit iOS- und sogar Windows-Geräten kompatibel. Schauen wir uns die Fakten an.


Die Fakten im Vergleich

Fitbit Versa (Testzeitraum: April 2018)

15 Vorteile

  • Akkulaufzeit (durchschnittlich 4 Tage)
  • Automatische Schlafaufzeichnung & Schlafphasen
  • angenehme Alarmfunktion zum Wecken durch Vibration
  • Preis (unter 200 €)
  • regelmäßige Updates
  • große Auswahl aus zahlreichen „Ziffernblätter“
  • Indoor-Training funktioniert problemlos (z. B. Schrittzähler & Bewegungssensor)
  • Sport-Community-App Strava
  • eigene Sportcommunity (Fitbit)
  • WLAN
  • Female Health Tracking (Clue)
  • Schutzfolie einfach anzubringen (keine Displaywölbung)
  • Android und iOS kompatibel
  • Armband austauschbar
  • Facebook Gruppen zum Austausch

3 Nachteile

  • kein GPS (greift auf das Smartphone zurück) – beim Fahrradfahren gab es immer wieder Bluetooth-Aussetzer (zurückgelegte Kilometer und die Geschwindigkeit sind ungenau)
  • (noch) wenig Apps
  • Probleme bei Tätowierungen (Pulsmessung fehlerhaft)

Fitbit Versa
Design & Verarbeitung:
4 von 5 Punkte

Software und Ausstattung: 4 von 5 Punkte
Akkulaufzeit:
5 von 5 Punkte
Display:
3 von 5 Punkte
Preis:
4 von 5 Punkte

——————————
Gesamt: 20 von 25 Punkte

 

Apple Watch (Testzeitraum: April 2018)

12 Vorteile

  • GPS vorhanden
  • angenehme Alarmfunktion zum Wecken durch Vibration
  • regelmäßige Updates
  • große Auswahl aus zahlreichen „Ziffernblätter“
  • Indoor-Training funktioniert problemlos (z. B. Schrittzähler & Bewegungssensor)
  • Sport-Community-App Strava
  • WLAN
  • Female Health Tracking (Clue)
  • Armband austauschbar
  • viele Apps vorhanden
  • Cellular (Mobilfunk integriert, ohne Handy nutzbar)
  • Saphirglas Display (hochwertige Verarbeitung)

6 Nachteile

  • Akkulaufzeit (durchschnittlich 1,5 Tage)
  • keine automatische Schlafaufzeichnung & Schlafphasen
  • hoher Preis (369 €)
  • Schutzfolie schwierig anzubringen (Displaywölbung)
  • Probleme bei Tätowierungen (Pulsmessung fehlerhaft)
  • nur mit iPhone kompatibel 

Apple Watch Series 3
Design & Verarbeitung: 5 von 5 Punkte
Software und Ausstattung: 5 von 5 Punkte
Akkulaufzeit:
2 von 5 Punkte
Display:
5 von 5 Punkte
Preis:
2 von 5 Punkte

——————————
Gesamt: 19 von 25 Punkte


Warum habe ich mich für die Apple Watch entschieden?
Meine TOP 5

  • Design und Verarbeitung (Saphirglas) 
  • Interface
  • LTE- und GPS-Funktion
  • Kompatibel mit meinem iPhone
  • Folgende Apps die ich im Alltag nutze:

Vanmoof Fahrradschloss (per Bluetooth mein Fahrradschloss am Handgelenk öffnen) (Link)
Apple Wallet (Tickets für Meetups, Konferenzen und Veranstaltungen) (Link)
Stocard (Kundenkarten Wallet für Payback, ADAC, IKEA, Shell, Decathlon, G-Star etc.) (Link)


Die Macht der Gewohnheit hat gesiegt. Als iPhone-Jünger der ersten Stunde habe ich mich schweren Herzens gegen die Fitbit Versa entschieden. Die Verarbeitung und das Interfacedesign sind bei der Apple Watch hochwertiger. Als UX/UI Designerin muss ich neue Anwendungen verstehen und für Kunden Applikationen konzipieren, somit ist die Apple Watch aus dieser Perspektive begründet aktuell das interessantere Produkt.

 

Ältere und ähnliche Artikel: https://franzidesign.de/bin-ich-ein-digitaler-hypochonder
Datum: 21.10.2015

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BVG-Sneaker – Dit is Berlin

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Foto: BVG / Overkill / Adidas


Wie man mit der richtigen Werbeidee zum Objekt der Begierde wird

Das Jahr startete mit einer PR-Aktion, die sich gewaschen hatte und Jung von Matt/Saga hat die Werbelatte hochgelegt.
Werbung die wirkt und die Spaß macht. Anlass war der 90zigste Geburtstag der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Hunderte Personen harrten in dicken Decken und im Liegestuhl schon Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart am 16. Januar 2018 in Kreuzberg vor dem Overkill Laden und vor dem adidas Originals Flagship Store in Mitte aus. Anlass war der Verkauf von 500 limitierten BVG Sneaker im U-Bahn-Sitzbezüge Look, den sogenannten EQT-Support 93/Berlin. Das Besondere? Für 180 € bekam man eine BVG-Jahreskarte bis einschließlich 31. Dezember 2018 inklusive, mit dem man U-Bahn, Bus, Straßenbahn oder Fähre fahren kann – allerdings nur, wenn der Schuh am Fuß getragen wird.

Foto: Haubitz

In den sozialen Netzwerken ging die Kampagne innerhalb kurzer Zeit viral. Die Sneaker sind streng limitiert auf 500 Paar und werden somit zum einzigartigen Sammlerobjekt. Ein stylisches Must-have für junge Sneaker-Sammler und Schnäppchenjäger.

Der Kerngedanke hinter der Kampagne ist ganz einfach. Ziel ist es, die Kundschaft, die die BVG nutzt, aber nicht mag, mit Liebe zu begegnen. Weil wir dich lieben, sprich die Antihaltung der Zielgruppe, die die BVG nicht mag und gerne schwarzfährt an. Die Kampagne wendet sich direkt an die „Coolsten“. Adidas Originals bietet den perfekten Partner, um diese besondere Zielgruppe direkt anzusprechen. Der klassische Adidas Fan muss nicht immer sportlich sein. Er oder sie interessiert sich für viele Dinge, aber muss kein Sport-Enthusiast sein. Das trendige Modelabel von Adidas Originals vereint Sport und Modelabel – Urban und Streetwear. Für den Fan ist sie mehr eine Lifestyle Marke, somit eine perfekte Kooperation für so eine Kampagne. Die Zielgruppe ist offen für Trends und Neues. Schon in den 80er Jahren wurde Adidas zum Mythos als der Rapper Run DMC das Adidas Dreiblatt und die drei Streifen zu ihrem Erkennungszeichen machten. Das Dreiblatt verkörpert Kultstatus und Adidas erlangte den Rang einer Kultmarke. Immer wieder gibt es Kooperationen mit Stars wie dem Rapper Kanye West oder aber limitierte Auflagen die Adidas zusätzlichen Schub in der Modewelt geben. Teil der Markenidentität von Adidas Originals und das Markenversprechen ist immer wieder dasselbe: Wer die Marke Adidas trägt, ist immer ein bisschen cooler als die Anderen. Die Kampagne befriedigt gleich zwei Bedürfnisse: die große Begeisterungsfähigkeit der Sneaker-Gemeinde und die Geiz-ist-Geil-Mentalität der Verbraucher.

 


Schon vor dem Verkaufsstart wurde der Schuh für mehrere tausend Euro auf eBay angeboten. Nicht nur Schnäppchen Jäger einer Jahreskarte, Weiterverkäufer, sondern auch Sneaker Sammler haben großes Interesse. Mehrere Tage vorher haben die Nutzer auf Twitter und Facebook die Schuhe heiß diskutiert. Damit ist die Strategie der BVG wieder einmal aufgegangen. Ein genialer Marketing-Coup der die Medien und die Konsumenten gleichermaßen mobilisierte. So muss Werbung sein.

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Mein ganz persönlicher Rückblick 2017 (#2)

Comments (3) Blog, Erfahrungen, Rückblick, Rucksackblog


Hallo, ich bin Hochsensibel

Mein Leben ist eine Achterbahnfahrt. Bloß keine Pause, bloß nicht zur Ruhe kommen und bloß nicht scheitern. Schneller, höher, weiter. Das Größte ist mir nicht groß genug und das Schnellste ist mir nicht schnell genug. Ich könnte an dieser Stelle über so viele überwältigende Themen aus dem Jahr 2017 berichten, doch wo fange ich an? Was war meine größte Entwicklung? Was meine stärksten Themen? Sind es Themen wie Yoga, Persönlichkeitsentwicklung, Lauferfahrungen, Konferenzen, Seminare oder aber fachliche Themen wie meine Snapchat Spectacles, der Bitcoin Boom, KI (Künstliche Intelligenz), Google Updates, Chatbots, Voice UI oder mein Steckenpferd UX/UI?

Heute ist der 19. Dezember 2017 und ich schreibe die ersten Zeilen von meinem Jahresrückblick nieder. Drei Worte fassen mein Jahr sehr gut zusammen: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wenn ich nicht gerade gearbeitet habe, waren Yoga, Meditation und regelmäßige Läufe meine ständigen Begleiter.
Das Jahr fing mit einem einmonatigen intensiv Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) an, was mein Leben grundlegend veränderte. Ich beschäftigte mich seitdem ausgiebig mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung. Mein Alltag und meine Denkmuster haben sich seit dem grundlegend verändert. Doch das soll heute nicht das Hauptthema sein. Was bewegte mich 2017 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Neben meiner Festanstellung als UX/UI Designerin arbeite ich seit fast zehn Jahren als freie Kommunikationsdesignerin unter dem Namen franzidesign. 2017 war beruflich ein sehr bewegtes Jahr. Zwei freie Projekte mit denen ich Erfolge erzielte, vielen Dank für das Vertrauen meiner Kunden an dieser Stelle, aber auch zwei Projekte die gescheitert sind. So ist nun mal das Leben, es dreht sich immer weiter und auf jeden Fall eine weitere Lektion für das neue Jahr:


„Vorsicht bei der Zusammenarbeit mit bestimmten Kundengruppen oder Dienstleistungen.“


Fazit für 2018: Endlich wieder mehr Projekte in denen ich mich und meinen eigenen Stil verwirklichen kann, Projekte die Spaß machen.

Seit Mai 2016 arbeite ich Vollzeit an einem neuen Projekt, dass im Mai dieses Jahres online gegangen ist. Es folgte die Festanstellung als Lohn und Vertrauen in meine Arbeit. Das aktuelle Projekt war nach meinem Startup votingLAB das nächste große Projekt, was durch die Decke gehen sollte. Doch alles kam wieder anders als geplant. Das Projekt wurde im Herbst auf Eis gelegt. Aktuell will und kann ich an dieser Stelle nicht näher auf das Thema eingehen, da es zu komplex und nicht öffentlich geteilt werden darf.
2017 war ein Jahr mit vielen Hürden, die ich mit Bravour gemeistert habe und auf die ich stolz bin. Egal ob fachliche Qualifikation oder privat war es ein herausragendes Jahr.
Im November gab es die verdiente Auszeit für meine Mühen. Vier Wochen Rundreise durch Myanmar, um an meinem Herzensprojekt dem Rucksackblog (www.rucksackblog.de) weiterzuarbeiten und neue Kraft für das kommende Jahr zu tanken. Grandiose Eindrücke, die ich nie vergessen werde.

Nach vier Wochen reisen kam ich nach Berlin zurück. Ich funktionierte von null auf Hundert, alles war beim Alten. Neues Projekt mit einem neuem Team – doch irgendetwas war anders bei mir.
Im Dezember kam dann die Abrechnung und mein Körper streikte. Beim IKEA Besuch nach dem Büro überkam mich ein plötzlicher Panikanfall. Von einer Sekunde auf die nächste stand ich mit meinem Einkaufskorb mitten in der Menge. Mir war alles zu viel, die Geräusche wurden immer lauter und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen und musste das Gebäude verlassen. Ich hatte panische Angst nicht mehr zu funktionieren. Ich hatte die Kontrolle über mich verloren – alles war mir zu viel.
Trotz Anfall bin ich weiter ins Büro gegangen, alles funktionierte tadellos und niemand bemerkte etwas doch die Situation verschlimmerte sich. Ab diesem Zeitpunkt habe ich in vielen Situationen Geräusche intensiver wahrgenommen, war gestresst, konnte keinen klaren Gedanken fassen und war gereizt. Ich hatte panische Angst jeden Moment umzukippen und die Kontrolle über mich zu verlieren. Es gab keinen anderen Ausweg, ich musste zum Arzt. Die Diagnose: F-48.O.G. In der Gesellschaft auch verbreitet unter dem Namen „Burnout“ Syndrom. Blutbild, EKG und drei Wochen Büroverbot und Abstand von der Arbeit.
Ich wurde in meinem Leben noch nie, so lange krankgeschrieben. Mit 34zig mein zweites Burnout? Wo ist meine Lebensfreude geblieben? Hatte ich im November doch erst vier Wochen Jahresurlaub und bin nach zwei Wochen Büro ausgebrannt? Die Worte der Ärztin: „Ihr Zustand ist aktuell nicht tragbar!“ Ich war fassungslos und brach zusammen.

Die Reaktionen aus meinem Umfeld: Burnout?

… aber wo hast du den Stress?
… aber hast du etwa private Probleme?
… aber du hast doch eine Festanstellung.
… aber du hast doch Geld für deine Leistung bekommen.
… aber du hast doch kein Risiko.
… aber du bist doch noch jung.
… aber du arbeitest doch nicht schwer körperlich.
… aber, aber, aber…

Niemand versteht mich. Wirklich niemand? In der heutigen Leistungsgesellschaft hat doch jeder Zweite Burnout. Ein Trend, eine Modeerscheinung. Dabei arbeite ich in meinem absoluten Traumberuf, der mich erfüllt. Nicht eine Sekunde würde ich über einen anderen Beruf nachdenken. Jeden Monat ein geregeltes Einkommen, keine privaten oder familiären Probleme, kein Risiko.
Warum Burnout und warum gerade ich? Ich habe lange überlegt, ob ich das Thema mit der Welt teilen und die Schwäche zugeben sollte. Doch warum soll der Mensch nicht Mensch sein und seine Schwächen zeigen und seine Erfahrungen teilen? Vielleicht gibt es Menschen, denen ich helfen kann. In meinem Studium und der parallelen Selbstständigkeit hatte ich zuvor schon Mal ein Burnout. Aus dem letzten Burnout hatte ich viel gelernt, ich wurde achtsamer zu mir und habe mich wieder auf meine wirklichen Ziele fokussiert. Mein Körper zog die Notbremse und ich lernte aus meinen Fehlern.
Diesmal steckte ich wieder im Arbeitsmodus fest und ich hatte alles andere um mich vergessen. Eine Aufgabe nach der nächsten, einfach funktionieren dabei hatte ich vergessen, worauf es wirklich im Leben ankommt – nämlich mich selbst. Entweder mache ich so weiter wie zuvor bis ich irgendwann wieder zusammen breche oder ich höre auf meinen Körper, nehme die Signale ernst und bin endlich achtsamer mit mir.


Was war der Auslöser?
Vor über 1,5 Jahren habe ich mich nach meiner langjährigen Selbstständigkeit für eine Festanstellung entschieden. Warum? Weil mich das aktuelle Thema begeistert. Ich hatte mit meinem Startup votingLAB an der TU Berlin und danach an der Beuth Hochschule an einer ähnlichen Thematik gearbeitet. In dem Projekt hatte ich nun endlich ein großes Team mit ganz anderen Möglichkeiten, als wir uns es damals in unserm Team erträumt hätten. Am Anfang war es eine große Umstellung von der permanenten Erreichbarkeit, ohne geregelten Urlaub und Krankheit in die Festanstellung mit geregelten Arbeitszeiten – ein Traum. Ich hatte wieder Zeit für mich – doch mit dem Druck wuchs auch mein Fokus. Ich konnte an nichts anderes außer Arbeit denken.

Im Mai dieses Jahres wurde das neue Produkt der Welt präsentiert, der große Erfolg blieb aus. Es war ein beruflicher Rückschlag. Das Projekt war mein Lebensfokus und nun wurde es auf Eis gelegt. Gehen sie zurück auf Los. Die Situation war ein Rückschlag für meine Arbeit des letzten Jahres. Projekt „Zurück auf Los“ scheiterte, ich war machtlos. Ich hatte mich für eine andere Vision anstellen lassen und nun ist alles vorbei? Wie eine bunte Seifenblase, die platzt. Festplatte gelöscht.


Hochsensibel und Burnout

Voller Herzblut steckte ich all meine Energie in das neue Projekt doch es scheiterte. Auf meiner einmonatigen Reise durch Myanmar hat mein Körper das Jahr verarbeitet. Er ist durch die Ablenkung heruntergefahren. Stopp! Bis hier hin und nicht weiter. Er hat sich gegen die Situation gewährt. Die Ampel schaltete auf Rot.
Durch die Persönlichkeitsentwicklung habe ich dieses Jahr den Grund gefunden. Warum ist mein Leben eine Achterbahnfahrt? Warum komme ich einfach nicht zur Ruhe und muss immer nach der Perfektion streben? Aufmerksam bin ich durch unzählige Artikel, Blogs und Videos im Internet geworden. Im Laufe des Jahres habe ich durch Workshops und Seminare festgestellt, dass ich Hochsensibel bin und eine andere Wahrnehmung auf die Umwelt habe als die meisten anderen Menschen um mich herum. Ich beschäftigte mich immer tiefer mit dem Thema. Die Beschreibungen und Erfahrungen von betroffenen Personen sind wie ein Spiegel meiner Seele. Endlich Menschen die mich verstehen. In den letzten Monaten wurde sehr viel über das Thema hochsensible Menschen berichtet. Nein, das ist kein Trend Thema und auch keine neue Modekrankheit. Laut Statistik sind 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel. Es ist eine angeborene, Geschlechts-unabhängige und genetisch bedingte Form von Intelligenz, also eine spezifische Ausprägung von Hochbegabung. Hochsensible Menschen sind besonders kreativ, empathisch und innovativ. Ich nehme mich und meine Umwelt intensiver wahr. Hochsensible Personen grübeln viel und weinen häufiger. Ich erkenne Fehler häufig schneller als andere und habe eine hohe soziale Kompetenz, die vielen manchmal auch einfach zu viel ist. Ich kann mich gut in andere hineinversetzen, reflektiere öfter als andere. In bestimmten Fällen kann es hinderlich aber auch förderlich sein, wenn man weiß, dass jemand diese Eigenschaft besitzt. Wird das Potenzial erkannt, ist es sehr effizient, wenn nicht dann leiden hochsensible Menschen stark. Kreative Personen benötige Freiraum, um frei zu denken und kreativ zu sein. In meinem Berufsfeld ist das noch relativ einfach, da mein Beruf von den meisten Menschen als kreativ wahrgenommen wird. Viele andere hochsensible Personen haben es da schwerer.


Video: Hochsensible Menschen – Fühlen ohne Filter

Dauer: 5 Minuten, 
https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/hochsensible-menschen-102.html


Hochsensibel? Wie wirkt sich das auf das Umfeld aus?
Hochsensibilität ist schwer erkennbar. Viele Betroffene sind sich der Eigenschaft nicht bewusst und auch gern verdrängt wird. Bis vor ein paar Monaten wusste ich auch noch nicht, dass ich hochsensibel bin.


Es gibt verschiedene Indizien, die auf Hochsensibilität hinweisen können: 

  • Besonders kreatives Potenzial
  • Unkonventionelles Denken
  • Blick über den Tellerrand
  • Differenzierte Aussagen
  • Erhöhter Zeitaufwand zur Aufgabenlösung
  • Ausgeprägter Blick für Feinheiten und Details
  • Tendenz zu Perfektionismus
  • Ausgeprägte Intuition
  • Vermögen sich in das Gegenüber hineinzuversetzen
  • Scheinbar schüchternes, zurückhaltendes Verhalten 
  • Häufige Gedankensprünge, Nervosität, Unsicherheit
  • Verstärkte Reaktionen auf Veränderungen

Quelle: https://www.perso-net.de/rkw/Hochsensible_Mitarbeiter


Personen, die mich kennen, können das wahrscheinlich so unterschreiben. Seitdem ich es weiß, sehe ich es auch nicht mehr als Schwäche, sondern als Stärke. Es ist eine besondere Wahrnehmungsbegabung. Bilder und Emotionen gehen bei mir schneller in das Unterbewusstsein. Ich nehme die Informationen und Reize intensiver wahr als andere, verarbeite diese tiefer und stellen den Informationsgehalt automatisch in den Kontext ihrer bisherigen Erfahrungen was beruflich von Vorteil ist und den Erfolg von nun fast zehn Jahren franzidesign bestätigt.

Immer komplexer werdende Märkte erfordern dynamische Teams. Hochsensible Mitarbeiter besitzen ein ausgeprägtes Vermögen, Komplexität in einzelnen Facetten zu erfassen, sowie innovative und kreative Ideen zu entwickeln. Wir haben eine ausgeprägte Intuition, mit der wir frühzeitig Strömungen und Trends erkennen können. Wir lesen zwischen den Zeilen und können die unterschiedlichen Perspektiven synchronisieren wodurch neue Produkte und Lösungen entstehen. Wir spüren Defizite schneller auf und können durch unsere Einfühlsamkeit einen großen Beitrag leisten.
Problem nur, dass Empathie und Sensibilität in unseren Breitengraden noch Neuland für Unternehmen ist. Google und Apple haben es schon heute erkannt und fördern hochsensible Mitarbeiter, sie haben das Potenzial für interdisziplinäre Teams erkannt, denn hochsensible Menschen sind besonders kreativ, produktiv und innovativ im Handeln.

Das Jahr 2017 ist nun vollendet so wie die Phönix Tätowierung auf meinem rechten Arm. Ein mythischer Vogel – ein Sinnbild der Wiederauferstehung aus der eigenen Asche. Er verkörpert die Leidenschaft für Dinge zu brennen, zu kämpfen und immer wieder aufzustehen. Ich schätze meine besondere Gabe und sehe das letzte Jahr als große Chance und werde ab jetzt achtsamer mit mir umgehen. Gerade in diesen schweren Phasen lernt man am meisten und wächst über sich hinaus. Nach jedem Tief kommt ein Hoch. Umso größer das Problem oder die Konfrontation, umso größer die Lernkurve. Ich liebe die Herausforderung, ich liebe meine Berufung, ich will mich wieder selbst spüren und freue mich riesig auf die neuen Herausforderungen und das neue Jahr! Ich bin gespannt…

Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2018?

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DNX 2017: Digitale Nomaden – Ein Traum und die Wirklichkeit

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Am 27. Mai 2017 war es wieder soweit. Die Veranstalter Felicia Hargarten und Marcus Meurer luden zum sechsten Mal zur DNX, der Digitalen Nomaden Konferenz, nach Berlin ein. Dieser Kongress setzt auf Real-Life-Erfahrungen seiner Speaker. Digitale Nomaden sind Personen, die von überall aus Arbeiten können – sie brauchen kein festes Büro, sie arbeiten ortsunabhängig am Laptop. Sie betreiben Websites, haben eigene Produkte oder arbeiten als Freelancer oder Berater. 
Seit mehreren Jahren verfolge ich die Szene, die sich um den Lifestyle der sogenannten Digitalen Nomaden dreht. Das Thema ortsunabhängiges Arbeiten und Leben wird immer beliebter. Außenstehende Personen haben dabei ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Arbeitsalltag eines solchen ortsunabhängigen Unternehmers. Diese Personen arbeiten von zu Hause, im Flugzeug, haben keine festen Arbeitszeiten, sitzen mit dem Laptop unter Palmen, reisen um die Welt bis hin zur Aufgabe des festen Wohnsitzes, um nur noch im Paradies zu leben und zu arbeiten.

Pünktlich um 8:30 Uhr holte ich mir mein Einlassband an der Registrierung ab. Gespannt ging es in die erste Runde, doch leider gab es nach dem Intro von Felicia Hargarten und Marcus Meurer technische Probleme. Die Talks verzögerten sich und alle mussten eine Zwangspause einlegen. Doch nicht nur der Strohmausfall bei der Technik, sondern auch beim Catering gab es Probleme. Zum Mittag hinlief dann endlich alles ohne weitere Probleme. Bei 31 Grad Außentemperatur lauschte ich den ganzen Tag den Vorträgen der Crème de la Crème der Digitalen Nomaden Szene. Erfahrungsberichte, Talks und Live Hacks wurden präsentiert. Neben den informativen Vorträgen stand Networking auf der Tagesordnung. Viele aus dem Publikum stehen noch ganz am Anfang ihrer Reise. Ingenieure, Anwälte und viele weitere unzufriedene und wissbegierige Personen tauschten sich an diesem heißen Samstag im Funkhaus in Berlin aus. Die Stimmung war besonders, da alle eines gemeinsam hatten – Veränderung! Ausbrechen aus der Norm, Sachen anders machen. Das Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem aktuellen Job verband die Teilnehmer auf seltsame Art miteinander. Keine Lust auf Dienst nach Vorschrift oder aber nicht genügend Freiraum für die persönliche Entfaltung. In der dunklen Halle konnte man den Willen, den Mut und die Bereitschaft neue Wege zu gehen förmlich spüren.

Persönlich begeisterte mich Laura Seiler durch ihre äußerst positive Ausstrahlung. Laura Seiler ist Mindful Empowerment Coach. Seit mehreren Monaten verfolge ich mit Spannung wöchentlich ihren Podcast auf iTunes Happy, Holy & Confident. Sie vermittelt eine Mischung aus Achtsamkeit, Mediation und mentale Stärke. Vor ein paar Monaten absolvierte ich bei ihr die Online University und nun konnte ich sie endlich live erleben.
Ein weiterer grandioser Speaker war Tobias Beck, der mich mit seiner grenzenlosen Begeisterung und Lebensenergie in seinen Bann zog. Sein aktuelles Programm „Bewohnerfrei“ überzeugte die Masse. Er teilt die Menschen in Bewohner, Ameisen, Diamanten und Superstars. Bewohner sind die Menschen, die sich über alles und jeden beschweren. Im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Tobias Beck gibt neue Impulse und motiviert sein Publikum zum „einfach mal quer zu denken“ auf eine sehr erfrischende Art und Weise.

Aber auch über Tabuthemen wie Burnout, Scheitern, Konventionen und Normen wurde gesprochen. Conny Biesalski berichtete von ihrem steinigen Weg. Sie war eine der ersten erfolgreichen Reisebloggerinnen in Deutschland. Sehr authentisch erzählte sie von ihrer steinigen Reise zu Erfolg und Ruhm.


Das Leben eines Digitalen Nomaden besteht nicht nur aus Reise an die schönsten Orte der Welt und aus Arbeiten am Strand, unter Palmen und schlürfend mit einer Kokosnuss in der Hand. Nein, die Arbeit eines Digitalen Nomaden ist hart und diese Art zu leben trägt auch viele Schattenseiten. Angst, Einsamkeit und Selbstzweifel können ein ständiger Begleiter sein und passen garantiert in jedes Handgepäck.

Eines hatten alle Anwesenden gemeinsam. Nicht nur die Speaker, sondern auch das Publikum sind sogenannte Early Adopter. Sie leben ein Leben, welches aus der Norm ausbricht oder sie haben es zumindest vor. Early Adopter probieren Sachen aus, sind offen für Neues und teilen ihre Erfahrungen mit der Community.

Persönlich habe ich beide Phasen schon durchlebt und finde es äußerst spannend, wie sich die Szene entwickelt. Erst selbstständig, dann ein eigenes Unternehmen, aktuell in Festanstellung und nebenbei selbstständig mit franzidesign.
Es beginnt gerade die nächste Phase der Digitale Nomaden – Version 2.0. Ging es früher um Tipps und Tricks, wie man als digitaler Nomade um die Welt reist, so geht es heute viel mehr um die Erfahrungen ohne Tabuthemen. Die lange Zeit gepredigte 4-Stunden Woche funktioniert nur bei den wenigsten Menschen. Tägliche Routine, Achtsamkeit, gesunde Ernährung, Sport, genügend Schlaf, Meditation und Kontrolle sind sehr wichtig, um ein erfolgreiches Business auf die Beine zu stellen.

Die Verschmelzung von Arbeit und Reisen ist nicht so einfach wie es scheint. In der Realität ist das Leben eines Digitalen Nomaden dann doch etwas mehr als das Arbeiten an einsamen weißen Stränden, im Café oder aber in einer großen bunten Metropole.

Die Speaker 2017

Conni Biesalski, 
PLANET BACKPACK

Ehrenfried Conta Gromberg,
SMART BUSINESS CONCEPTS

Jennifer Lachs,
DIGITAL NOMAD GIRLS

Benjamin Jaworskyj,
BENJAMIN JAWORSKYJ

Tobias Beck,
BEWOHNERFREI

Robert Gladitz,
AWESOME PEOPLE CONFERENCE

Lars Müller,
DOINGLEAN

Ka Sundance,
SUNDANCE FAMILY

Sascha Boampong,
DIGITALE NOMADEN PODCAST

 

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ALIKE: Ein Animationsfilm der keine Übersetzung braucht

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Ein Kurzfilm von Daniel Martínez und Rafa Cano Mendez

 

Das perfekte Leben. Gibt es ein richtig oder falsches Leben?

Disziplin und Leistungsdenken bestimmen den Alltag. Bloß keine Schwäche oder zu viel Emotionen zeigen. Mit dem Beginn der Schulzeit geht uns die Ausgelassenheit, Leichtigkeit und Naivität verloren. Bloß keine dumme Frage stellen. Keine Fehler machen. Wie Marionetten bewegen wir uns durch den Alltag und probieren ein perfektes Leben zu führen. Doch was sind unsere wahren Werte? Wofür lohnt es sich zu leben?

Zeit für sich selber Zeit für Personen die uns wichtig sind. Zeit für uns …

 

Viel Spaß beim Anschauen:

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„Du bist verrückt mein Kind, du musst …

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… an der 24. Berliner Polarnacht 2017 teilnehmen.

Vor noch nicht einmal einem halben Jahr hatte ich mir geschworen keine weiteren extremen Wandertouren im Streckenbereich der 50 km oder gar mehr zu absolvieren. Aber scheinbar war der Schmerz vom Mammutmarsch im letzten Jahr schon wieder vergessen und mein innerer Ansporn einfach zu groß, dass ich erneut diese Herausforderung suchte. Übung macht bekanntlich ja den Wandermeister und da ich seit Juli 2016 regelmäßig jogge, wollte ich mich erneut dieser Herausforderung stellen.
Im November letzten Jahres wurde ich mehr oder weniger zufällig über Facebook durch die Marschgruppe „EarnYourBacon“, mit der wir im letzten Jahr bereits eine Trainingswanderung absolvierten, auf die im Januar 2017 stattfindende Berliner Polarnacht aufmerksam. Diesmal war es eine geführte Wanderung vom Wandersportverein Rotation Berlin e. V. mit den Distanzen 50 oder 100 km. Für einen Geldbetrag von 3 Euro für 50 km oder aber 5 Euro für die etwas längere 100-km-Strecke sollte Muskelkater garantiert sein. Schnell fand ich ein Team von Wanderlustigen, die sich mir sofort begeistert anschlossen. Wir entschieden uns für die Nachttour durch Berlin über 50 km bis zum Zielort Falkensee.

Mit Spannung verfolgten wir Tage zuvor den Wetterbericht. Nur zwei Tage vor der Wanderung herrschte ein reger Schneesturm und niemand konnte sich vorstellen bei diesen Bedingungen durch die Nacht zu wandern.
Am Freitag, den 13. Januar starten wir pünktlich um 20 Uhr vom DB Reisezentrum an der Friedrichstraße mit fast 100 Wanderfreunden. Vor der Kälte schützen, sollte mich das altbewährte Zwiebelsystem. Ausgerüstet mit den passenden Schuhen, die mir schon beim Mammutmarsch treu zur Seite standen, einer Stirnlampe gegen die Dunkelheit und ausreichend Verpflegung im Rucksack konnte die neue herausfordernde Mission beginnen. Eis, Schnee und Glätte? Man muss wohl verrückt sein! Es hätte eigentlich nur noch Regen gefehlt, um den Albtraum perfekt zu gestalten.

Bei 3 Grad ging es im schnellen Laufschritt quer durch die Stadt. Die Wege waren teilweise vereist, dies verlangte uns zusätzlich sehr viel Kraft ab. Bis zur ersten Pausenstation nach 21 km bei McDonald’s an der Zitadelle gestaltete sich die Wanderung noch relativ entspannt. Die ersten Blasen wurden versorgt und nach ca. 40 Minuten setzten wir den Marsch mit dem Zwischenziel Eiskeller fort.

Der Vollmond schien hell und leuchtete uns den Weg. Die Gruppe legte ein strammes Marschtempo an den Tag bzw. an die Nacht. Die Streckenführung gleich einem Hindernislauf, der Weg war übersät mit bedrohlichen Stolperfallen. Es war stellenweise gefährlich glatt und nicht nur die Muskeln, sondern auch die Stimmung war sichtbar angespannt. Alle Wanderer waren sehr gefasst von der Situation und setzten bedacht Schritt vor Schritt. Niemand wollte stürzen und auch wollte keiner die anderen mit seinen Ängsten anstecken. Nach und nach setzen die Schmerzen ein und jeder hatte mit sich zu kämpfen. Bei Kilometer 30 hatte ich mein erstes gravierendes Tief, welches ungefähr eine halbe Stunde andauerte. Um meine Gefühlslage in dieser Tiefphase passend zu beschreiben, würde ich formulieren, ich hegte für einen Augenblick den Wunsch meine Mitstreiter aus der Wanderung zu entfernen, kurz gesagt, ich hätte sie töten können, hätten sie mich angesprochen. Immer und immer wieder stellte man sich die Frage:


Warum nimmt man an solchen Veranstaltungen teil?
Warum quält man sich an einem Freitag bei Nacht durch die glattesten Straßen des eisig kalten Berlins?

 

Es war die Sehnsucht nach Abenteuer und die Möglichkeit an seine Grenzen zu gelangen. Diese Begründung schien angesichts des Tiefs absurd. Mit dem Wissen, dass auf dem Tief für gewöhnlich ein Hoch folgt, läuft man einfach weiter und erträgt die schlechten Gedanken, bis der Willen sich wieder gefangen hat. Schritt für Schritt, getragen von der Gruppe und immer mit dem Ziel vor Augen. Doch nur kurze Zeit später kündigte sich das nächste Tief an. Wir zählten Kilometer 35, noch 15 km bis zum Ziel. Eine weitere Pause, um uns aufzuwärmen, die Muskeln zu lockern oder einfach nur die Blase zu erleichtern, war bis Falkensee nicht in Sicht. Die Schmerzen in den Beinen und in den Füßen hörten einfach nicht mehr auf, ein Dauerschmerz setzte ein. Wie Zombies liefen wir durch die Straßen, die jetzt zu eisigen Waldwegen entlang der Havel wurden. Das Passieren der Wanderstrecke erschwerte der unebene und stark vereiste Untergrund. Nicht nur körperliche, sondern auch volle geistige Aufmerksamkeit verlangte die Wanderstrecke von jedem ab. Wir versuchten uns im Team gegenseitig zu motivieren, es wurde still, da jeder mit sich und seiner eigenen körperlichen Verfassung zu kämpfen hatte.

Endlich in Schönwalde an einer Kreuzung angekommen, mussten wir im Team eine schwere Entscheidung treffen: entweder weitere 8 km Richtung Eiskeller mit der Gruppe zu laufen, eine riesige Schleife für eine kurze Pause im Freien, oder aber in unserem Dreierteam auf dem direkten Weg sich Richtung Ziel zu bewegen. Wir entschieden uns für die 5 Kilometer auf dem direkten Weg zum Bäcker in Falkensee.

Schon auf dem Zahnfleisch kriechend, erreichten wir die große Chaussee. Die letzten Kilometer auf der Straße zogen sich wie ein zäher und endloser Kaugummi. Die Verzweiflung war uns ins Gesicht geschrieben. In einem tranceartigen Zustand humpelten wir Schritt für Schritt die Chaussee entlang und konnten komischerweise für einige Augenblicke lachen. Die aussichtslose Lage und die gewöhnungsbedürftige Art unserer Fortbewegung ließen uns albern über unsere Situation scherzen. Nach ca. einem unendlich wirkenden Kilometer entschieden wir uns, um uns den Zusammenbruch aller körperlichen Kräfte zu ersparen, unsere Taktik zu ändern und vierrädrige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir versuchten vorbeifahrende Autos anzuhalten, die uns eventuell die letzten 2 Kilometer bis nach Falkensee mitnehmen würden. Damit die Fahrzeugführer uns im Dunkeln des Waldes wahrnehmen konnten, ließen wir uns eine listige Methode einfallen. Immer wenn sich ein Auto näherte, riss mit letzter Kraft eine von uns die Hände kräftig in die Höhe, die andere leuchtete sie mit der Stirnlampe an und die dritte Wanderin unseres kleinen Teams probiere ebenfalls mit Winken auf uns aufmerksam zu machen. Das ganze Spektakel absolvierten wir Auto für Auto, doch niemand wollte uns mitnehmen. Kein Wunder! Es war 5:30 Uhr am Samstagmorgen auf einer einsamen Landstraße zwischen Schönwalde und Falkensee. Zudem machte unser lahmende und hinkende Laufstil eine bedenken freie Beurteilung unserer Personen für den potenziellen netten Lebensretter schwierig.

Plötzlich bremste ein PKW mit bulgarischem Kennzeichen, fuhr Schritttempo, überlegte kurz uns mitzunehmen. Ein kurzer Augenblick der Freude doch es fuhr dann einfach weiter. Wir gaben nicht auf und wiederholten die einstudierte Performance bis sich wie durch ein Wunder ein weißer Transporter erbarmte anzuhalten. Wir mobilisierten die letzte Energie und rannten zum Transporter. Dem Mann mit polnischem Akzent schilderten wir unsere missliche Lage. Er hatte erkennbar Mitleid, öffnete umgehend die Tür und wir durften einsteigen. Wir erzählten ihm von unseren Erlebnissen der Nacht. Dankbarkeit, Freude, das Gefühl war unbeschreiblich und nur wenige Minuten später setzte er uns am Zielort ab.

Gesichtsausdruck nach 47 Kilometer

Wir kehrten erschöpft aber glücklich beim Bäcker ein, gönnten uns einen großen heißen Kaffee und einen kleinen Snack. Die wohlverdiente Auszeichnung in Form einer Urkunde nahmen wir stolz in Empfang. Auf den gemütlich weichen Stühlen verschnauften wir kurz, bis wir dann humpelnd den Weg Richtung Bahnhof, wohlgemerkt zu Fuß, antraten. Jeder verdammte Kilometer machte mich ersichtlich stolz diese weitere Herausforderung angenommen zu haben.

Mal schauen was für ein nächstes Abenteuer wartet! Änn & Fränn

 


Zusammenfassung vom Veranstalter
Wanderteilnehmer: 97
Streckenlänge (100 km): 18 Wanderer erfolgreich absolviert
Streckenlänge (50 km): 63 Wanderer erfolgreich absolviert
Durchschnittliche Streckenlänge: 56 km


Meine persönlichen Daten (Runtastic)
Kilometer: 47,09 (bis zur Urkunde, ohne Nachhauseweg)
Dauer: 9:13:23 Stunden
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 5,1 km/h
Pausenzeit: 56 Minuten

 

 

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