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Smartes Gemüsebeet. Internet-Gardening statt Urban Gardening

Comments (0) Blog, Nachhaltigkeit, Stadtplanung, Umwelt

Statt im Garten der Familie in Falkensee sich die Hände bei der Gartenarbeit dreckig zu machen hat franzidesign dieser Saison das digitale Gemüsebeet von IP Garten getestet.
Mit dem Berliner Start-up IP Garten können Großstädter seit dieser Saison bequem von zu Hause aus ihr eigenes Gemüse anbauen, bewässern und überwachen. Das Besondere daran? Sie tun das, ohne selbst eine Gießkanne in die Hand zu nehmen oder dreckige Hände zu bekommen. Wie das geht? Alles ganz bequem vom Rechner oder Handy aus.

 

Es war August 2015, Moni D. und ich arbeiteten an unserer zweiten Print Ausgabe des möRRR Magazins mit dem Titel „NEU DENKEN“. Wir waren auf der Suche nach neuen innovativen Ideen von mutigen Menschen, die etwas bewegen und über die wir in der nächsten Ausgabe der möRRR berichten konnten. Wie der Zufall es wollte, bin ich über Facebook auf Martin Kruszka aufmerksam geworden. Martin war Mitte vierzig mit einem eher unscheinbaren Äußeren und alles andere als der hippe Gründer aus Berlin. An das Treffen kann ich mich noch genau erinnern: Martin kam mit einer übergroßen Zucchini in mein Büro in die Gründerwerkstatt in Schöneberg. Moni war beim Anblick der übergroßen bio Zucchini sprachlos. Das soll bio sein? Martin konnte über die Reaktion nur schmunzeln – 100 Prozent und frisch vom Acker, natürlich.
Moni stellte neugierig ihre Fragen und füllte ihr Notizbuch mit Anmerkungen und Fakten für den Artikel. Martin erzählte uns, wie die Idee entstanden ist: Er hatte ein Grundstück im Umland von Berlin und große Freude am Gärtnern. Problem nur: das Grundstück war zu weit weg, um sich jeden Tag um die Pflanzen zu kümmern. Anfangs installierte er Zeitschaltuhren für Sprinkleranlagen und Überwachungskameras. Die Idee vom IPGarten war geboren: ein smartes Grundstück mit Kameras und Sensoren.
Sein Konzept klang verrückt. Die Idee: Er wollte ein reales Farmville auf den Markt bringen, wo Menschen digital von zu Hause oder unterwegs aus, ihr eigenes Stück Land bewirtschaften können. Der Unterschied zu dem Onlinespiel Farmville: Man baut echtes Gemüse an, was nach der Ernte zu einem nach Hause kommt, ohne das man selber dafür auf das Feld muss. Jeder Städter soll die Möglichkeit haben sein eigenes Gemüse per Mausklick auszusäen und den Boden zu bewässern – so wie bei einem richtigen Garten. Das Prinzip ist einfach: Ein Videomast liefert eine Live-Aufnahme von der eigenen Parzelle zur Überwachung. Kameras überwachen das Gemüsebeet und Sensoren schlagen Alarm, wenn die Tomatenpflanze doch mal wieder gegossen werden sollte so die Wunschvorstellung. Ein Blick auf die Live-Aufnahme, ein Mausklick vom Sofa aus, und schon kümmert sich ein Bauer um das Gemüse.
Das Konzept vom IPGarten war zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und die Firma noch nicht gegründet. Es klang verrückt, wir entschieden uns ein Interview zu veröffentlichen und verfolgten das Konzept vom IPGarten mit großer Spannung.

Foto: Moni D. und Martin Kruszka, Gründerwerkstatt August 2015

 

Tomaten, Kohlrabi und Kürbis per Mausklick?

Ende 2015 war es dann endlich so weit und die zweite Ausgabe der möRRR erblickte die Welt. Wir berichteten über das neue Online-Garten Start-up in unserer Printausgabe.

Link: möRRR

Nach der Veröffentlichung des Artikels war es still. Ende 2016 ging es richtig los, Martin gründete zusammen mit Torsten Hütter das Unternehmen IPGarten. Schritt für Schritt hielten sie nach Gründermentalität an ihren Zielen fest und 2018 war es dann so weit und die ersten Kunden konnten ihre eigenen Parzellen bewirtschaften. 400 IPGarten-Parzellen wurden vermessen und vernetzt. Ein Brunnen wurde gebohrt, um die 100 Masten wurden aufgestellt und die erste Saison konnte beginnen.
Am 21.04.2018 bekam ich eine Auftragsbestätigung. Farmville in echt – franzidesign mit smartem IP Beet. Ab Ende April konnte das erste Gemüse angepflanzt werden. Es gab 50 Pflanzensorten zur Auswahl. Darunter eine Blumenmischung, ein Kräutermix aus 6 Kräutern sowie 35 Gemüse- und drei Salatsorten.
Eine Parzelle hat eine Größe von 16 m² auf der 16 unterschiedliche Dinge angepflanzt werden können. Ich entschied mich für Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Gurken, Kohlrabi, Schnittlauch, Spinat, Kürbiss (Butternut und Hokkaido), Blumenkohl, Kohlrabi, Rote Beete, Salbei und Blumen für die Bienen zum Bestäuben der Blüten.

Foto: IPGarten ( möRRR)

 

Die Kosten

Eine Parzelle kostet 395 Euro im Jahresabo, monatlich also rund 33 Euro zzgl. 2 € pro Liefergebühr. Die ersten Monate war die Liefergebühr frei. Die Parzellen werden vor Ort von regionalen Bauern bewirtschaftet, die sich um die Pflanzen und den Boden kümmern. Zusatzleistungen werden extra berechnet wie z. B. per Mausklick Kartoffelkäfer absammeln lassen, den Landwirt eine Frage stellen oder aber die Pflege für 4 Wochen an einen Gärtner übergeben, wenn man gerade im Urlaub ist. Mehrmals in der Woche habe ich die Parzelle über mein Nutzerprofil am Laptop zu Hause oder aber vom Handy aus überwacht. In meinem Nutzerprofil kann ich jederzeit sehen, was schon geerntet wurde oder aber die Parzelle per Liveaufnahme sehen. Sind bestimmte Stellen abgeerntet, kann nachgepflanzt werden – ganz schön smart. Zusätzlich bekommt jeder Nutzer wöchentlich einen Newsletter mit aktuellen Informationen rund um den IPGarten.

Foto: Onlineprofil


Die erste Erntekiste

Am 21. Juni war es dann so weit und die erste Erntekiste wurde geliefert – es gab frischen Spinat und regionale Hanf Schokolade als Geschenk obendrauf. Einmal die Woche wird geerntet, natürlich analog. Jeden Donnerstag bekomme ich ein Foto mit der Erntekiste per E-Mail. Somit weiß ich einen Tag zuvor schon was mich erwartet.

Foto: Die erste Erntekiste

Jeden Freitag wird mir das Erntegut direkt nach Hause geliefert. Ohne lästiges Einkaufen oder Tragen steht das Gemüse vor meiner Haustür, dass Einzige was ich machen muss – das Gemüse verarbeiten und mich entscheiden was ich leckeres damit zubereiten möchte. Hat man keine Zeit für die Verarbeitung, kann man das Gemüse auch an die Berliner Obdachlosenhilfe spenden. Ein richtiger Garten mit der zugehörigen Bewirtschaftung ist für mich zeitlich nicht realisierbar, dass Konzept vom IPGarten ist eine tolle Alternative mich nachhaltig und transparent zu ernähren.
Erst Spinat in Mengen danach Zucchini in all möglichen Variationen und zum Herbst hin Kürbis. Suppe, Auflauf, Gemüsepfanne – entweder frisch zubereitet oder aber für die kalten Wintermonate eingefroren.


Heute Nachmittag klingelte es an meiner Tür und ein netter junger Mann namens Lukas brachte mir die letzte Erntekiste für diese Saison direkt vor die Eingangstür.
Trotz extremer Hitze und Trockenheit hat der IPGarten laut eigenen Angaben bisher ca. 4,5 t Gemüse auf 1 ha IP Garten-Acker geerntet. Die Ernteausfälle in dieser Saison lagen bei ca. 30 %. Diese konnten aber durch Erntezugaben aus Referenzparzellen gut ausgleichen werden. Somit konnte ich mich über zusätzliche Gemüsesorten wie z. B. Poree, Zwiebeln, Schnittlauch oder aber Thymiane erfreuen die ich nicht angebaut hatte.

Statt das gute Gewissen im Bioladen zu befriedigen, geht das Konzept vom IPGarten noch ein Stück weiter. Es muss nicht die ewig gereiste Avocado oder der Chiasamen sein. Saisonaler Anbau, 100 Prozent fair und bio ist das Motto. Smarter nachhaltiger Anbau.

 

Werde auch du IP Gärtner*in und sei in der nächsten Saison (2019) dabei uns sichere dir deine eigene Parzelle.

Der Link zum Anbieter: https://ipgarten.de

 

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Design vs. Funktionalität: Apple Watch gegen Fitbit Versa

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Drei Wochen Alltagstest aus der Sicht eines Digital Native, meine Einschätzung.

Zufällig gab meine Fitbit Charge im letzten Monat den Geist auf. Mein treuer Begleiter reiste mit mir am Handgelenk um die halbe Welt. Es musste also ein neuer Fitness-Tracker her der meinen Schlaf, meine Schritte aufzeichnet und mich morgens weckt. Ende April kam die neue Fitbit Versa auf den Markt und ich entschied mich am 21. April eine Challenge zu starten: Die Apple Watch Series 3 am rechten und die Fitbit Versa am linken Handgelenk. Nach nur drei Tagen war der Wettkampf beendet und ich war froh eine von beiden wieder abzunehmen. Ein spannendes Rennen was es in sich hatte und bei dem ausnahmsweise nicht der Faktensieger gewonnen hat.

Zur Ausgangslage: Die Apple Watch war bis heute keine Option. Warum? Zu wenig Akkuleistung, zu teuer, ein Preis/Leitungsrennen was sie nur verlieren konnte. Zwar liegt die Apple Watch bei der App-Auswahl klar vorne doch hat Fitbit ebenfalls eine große Community, die in den letzten Jahren beachtlich gewachsen ist und stetig wächst. Fitbit hat mit der Versa eine neue Smartwatch vorgestellt. Sie erinnert an die Apple Watch, ist leichter, kostet nur die Hälfte und die Akkuleitung ist mehr als überzeugend. Einziger Kritikpunkt, sie verzichtet auf den GPS-Sensor, was den günstigen Preis begründet.
Die Fitbit Versa läuft mit Fitbits eigenem Fitbit OS und ist damit sowohl mit Android- als auch mit iOS- und sogar Windows-Geräten kompatibel. Schauen wir uns die Fakten an.


Die Fakten im Vergleich

Fitbit Versa (Testzeitraum: April 2018)

15 Vorteile

  • Akkulaufzeit (durchschnittlich 4 Tage)
  • Automatische Schlafaufzeichnung & Schlafphasen
  • angenehme Alarmfunktion zum Wecken durch Vibration
  • Preis (unter 200 €)
  • regelmäßige Updates
  • große Auswahl aus zahlreichen „Ziffernblätter“
  • Indoor-Training funktioniert problemlos (z.B. Schrittzähler & Bewegungssensor)
  • Sport-Community-App Strava
  • eigene Sportcommunity (Fitbit)
  • WLAN
  • Female Health Tracking (Clue)
  • Schutzfolie einfach anzubringen (keine Displaywölbung)
  • Android und iOS kompatibel
  • Armband austauschbar
  • Facebook Gruppen zum Austausch

3 Nachteile

  • kein GPS (greift auf das Smartphone zurück) – beim Fahrradfahren gab es immer wieder Bluetooth-Aussetzer (zurückgelegte Kilometer und die Geschwindigkeit sind ungenau)
  • (noch) wenig Apps
  • Probleme bei Tätowierungen (Pulsmessung fehlerhaft)

Fitbit Versa
Design & Verarbeitung:
4 von 5 Punkte

Software und Ausstattung: 4 von 5 Punkte
Akkulaufzeit:
5 von 5 Punkte
Display:
3 von 5 Punkte
Preis:
4 von 5 Punkte

——————————
Gesamt: 20 von 25 Punkte

 

Apple Watch (Testzeitraum: April 2018)

12 Vorteile

  • GPS vorhanden
  • angenehme Alarmfunktion zum Wecken durch Vibration
  • regelmäßige Updates
  • große Auswahl aus zahlreichen „Ziffernblätter“
  • Indoor-Training funktioniert problemlos (z.B. Schrittzähler & Bewegungssensor)
  • Sport-Community-App Strava
  • WLAN
  • Female Health Tracking (Clue)
  • Armband austauschbar
  • viele Apps vorhanden
  • Cellular (Mobilfunk integriert, ohne Handy nutzbar)
  • Saphirglas Display (hochwertige Verarbeitung)

6 Nachteile

  • Akkulaufzeit (durchschnittlich 1,5 Tage)
  • keine Automatische Schlafaufzeichnung & Schlafphasen
  • hoher Preis (369 €)
  • Schutzfolie schwierig anzubringen (Disyplaywölbung)
  • Probleme bei Tätowierungen (Pulsmessung fehlerhaft)
  • nur mit iPhone kompatibel 

Apple Watch Series 3
Design & Verarbeitung: 5 von 5 Punkte
Software und Ausstattung: 5 von 5 Punkte
Akkulaufzeit:
2 von 5 Punkte
Display:
5 von 5 Punkte
Preis:
2 von 5 Punkte

——————————
Gesamt: 19 von 25 Punkte


Warum habe ich mich für die Apple Watch entschieden?
Meine TOP 5

  • Design und Verarbeitung (Saphirglas) 
  • Interface
  • LTE- und GPS-Funktion
  • Kompatibel mit meinem iPhone
  • Folgende Apps die ich im Alltag nutze:

Vanmoof Fahrradschloss (per Bluetooth mein Fahrradschloß am Handgelenk öffnen) (Link)
Apple Wallet (Tickets für Meetups, Konferenzen und Veranstaltungen) (Link)
Stocard (Kundenkarten Wallet für Payback, ADAC, IKEA, Shell, Decathlon, G-Star etc.) (Link)


Die Macht der Gewohnheit hat gesiegt. Als iPhone-Jünger der ersten Stunde habe ich mich schweren Herzens gegen die Fitbit Versa entschieden. Die Verarbeitung und das Interfacedesign sind bei der Apple Watch hochwertiger. Als UX/UI Designerin muss ich neue Anwendungen verstehen und für Kunden Applikationen konzipieren, somit ist die Apple Watch aus dieser Perspektive begründet aktuell das interessantere Produkt.

 

Ältere und ähnliche Artikel: https://franzidesign.de/bin-ich-ein-digitaler-hypochonder
Datum: 21.10.2015

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Dit is Berlin – Wie man mit der richtigen Werbeidee zum Objekt der Begierde wird.

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Foto: BVG / Overkill / Adidas

Das Jahr startete mit einer PR-Aktion die sich gewaschen hatte und Jung von Matt/Saga hat die Werbelatte hochgelegt. Werbung die wirkt und die Spaß macht. Anlass war der 90zigste Geburtstag der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Hunderte Personen harrten in dicken Decken und im Liegestuhl schon Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart am 16. Januar 2018 in Kreuzberg vor dem Overkill Laden und vor dem adidas Originals Flagship Store in Mitte aus. Anlass war der Verkauf von 500 limitierten BVG Sneaker im U-Bahn-Sitzbezüge Look, den sogenannten EQT-Support 93/Berlin. Das Besondere? Für 180 € bekam man eine BVG-Jahreskarte bis einschließlich 31. Dezember 2018 inklusive, mit dem man U-Bahn, Bus, Straßenbahn oder Fähre fahren kann – allerdings nur, wenn der Schuh am Fuß getragen wird.

Foto: Haubitz

In den sozialen Netzwerken ging die Kampagne innerhalb kurzer Zeit viral. Die Sneaker sind streng limitiert auf 500 Paar und werden somit zum einzigartigen Sammlerobjekt. Ein stylisches Must-have für junge Sneaker-Sammler und Schnäppchenjäger.

Der Kerngedanke hinter der Kampagne ist ganz einfach. Ziel ist es, die Kundschaft, die die BVG nutzt, aber nicht mag, mit Liebe zu begegnen. Weil wir dich lieben, sprich die Antihaltung der Zielgruppe, die die BVG nicht mag und gerne schwarzfährt an. Die Kampagne wendet sich direkt an die „Coolsten“. Adidas Originals bietet den perfekten Partner, um diese besondere Zielgruppe direkt anzusprechen. Der klassische Adidas Fan muss nicht immer sportlich sein. Er oder sie interessiert sich für viele Dinge, aber muss kein Sport-Enthusiast sein. Das trendige Modelabel von Adidas Originals vereint Sport und Modelabel – Urban und Streetware. Für den Fan ist sie mehr eine Lifestylemarke, somit eine perfekte Kooperation für so eine Kampagne. Die Zielgruppe ist offen für Trends und Neues. Schon in den 80er Jahren wurde Adidas zum Mythos als der Rapper Run DMC das Adidas Dreiblatt und die drei Streifen zu ihrem Erkennungszeichen machten. Das Dreiblatt verkörpert Kultstatus und Adidas erlangte den Rang einer Kultmarke. Immer wieder gibt es Kooperationen mit Stars wie dem Rapper Kanye West oder aber limitierte Auflagen die Adidas zusätzlichen Schub in der Modewelt geben. Teil der Markenidentität von Adidas Originals und das Markenversprechens ist immer wieder dasselbe: Wer die Marke Adidas trägt, ist immer ein bisschen cooler als die Anderen. Die Kampagne befriedigt gleich zwei Bedürfnisse: die große Begeisterungsfähigkeit der Sneaker-Gemeinde und die Geiz-ist-Geil-Mentalität der Verbraucher.

 


Schon vor dem Verkaufsstart wurde der Schuh für mehrere tausend Euro auf eBay angeboten. Nicht nur Schnäppchen Jäger einer Jahreskarte, Weiterverkäufer sondern auch Sneaker Sammler haben großes Interesse. Mehrere Tage vorher haben die Nutzer auf Twitter und Facebook die Schuhe heiß diskutiert. Damit ist die Strategie der BVG wieder einmal aufgegangen. Ein genialer Marketing-Coup der die Medien und die Konsumenten gleichermaßen mobilisierte. So muss Werbung sein.

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Mein ganz persönlicher Rückblick 2017 (#2)

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Hallo, ich bin Hochsensibel
Mein Leben ist eine Achterbahnfahrt. Bloß keine Pause, bloß nicht zur Ruhe kommen und bloß nicht scheitern. Schneller, höher, weiter. Das Größte ist mir nicht groß genug und das Schnellste ist mir nicht schnell genug. Ich könnte an dieser Stelle über so viele überwältigende Themen aus dem Jahr 2017 berichten, doch wo fange ich an? Was war meine größte Entwicklung? Was meine stärksten Themen? Sind es Themen wie Yoga, Persönlichkeitsentwicklung, Lauferfahrungen, Konferenzen, Seminare oder aber fachliche Themen wie meine Snapchat Spectacles, der Bitcoin Boom, KI (Künstliche Intelligenz), Google Updates, Chatbots, Voice UI oder mein Steckenpferd UX/UI?

Heute ist der 19. Dezember 2017 und ich schreibe die ersten Zeilen von meinem Jahresrückblick nieder. Drei Worte fassen mein Jahr sehr gut zusammen: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wenn ich nicht gerade gearbeitet habe, waren Yoga, Meditation und regelmäßige Läufe meine ständigen Begleiter.
Das Jahr fing mit einem einmonatigen intensiv Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) an, was mein Leben grundlegend veränderte. Ich beschäftigte mich seitdem ausgiebig mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung. Mein Alltag und meine Denkmuster haben sich seit dem grundlegend verändert. Doch das soll heute nicht das Hauptthema sein. Was bewegte mich 2017 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Neben meiner Festanstellung als UX/UI Designerin arbeite ich seit fast zehn Jahren als freie Kommunikationsdesignerin unter dem Namen franzidesign. 2017 war beruflich ein sehr bewegtes Jahr. Zwei freie Projekte mit denen ich Erfolge erzielte, vielen Dank für das Vertrauen meiner Kunden an dieser Stelle, aber auch zwei Projekte die gescheitert sind. So ist nun mal das Leben, es dreht sich immer weiter und auf jeden Fall eine weitere Lektion für das neue Jahr:


„Vorsicht bei der Zusammenarbeit mit bestimmten Kundengruppen oder Dienstleistungen.“


Fazit für 2018: Endlich wieder mehr Projekte in denen ich mich und meinen eigenen Stil verwirklichen kann, Projekte die Spaß machen.

Seit Mai 2016 arbeite ich Vollzeit an einem neuen Projekt, dass im Mai dieses Jahres online gegangen ist. Es folgte die Festanstellung als Lohn und Vertrauen in meine Arbeit. Das aktuelle Projekt war nach meinem Startup votingLAB das nächste große Projekt, was durch die Decke gehen sollte. Doch alles kam wieder anders als geplant. Das Projekt wurde im Herbst auf Eis gelegt. Aktuell will und kann ich an dieser Stelle nicht näher auf das Thema eingehen, da es zu komplex und nicht öffentlich geteilt werden darf.
2017 war ein Jahr mit vielen Hürden die ich mit Bravur gemeistert habe und auf die ich stolz bin. Egal ob fachliche Qualifikation oder privat war es ein herausragendes Jahr.
Im November gab es die verdiente Auszeit für meine Mühen. Vier Wochen Rundreise durch Myanmar, um an meinem Herzensprojekt dem Rucksackblog (www.rucksackblog.de) weiter zu arbeiten und neue Kraft für das kommende Jahr zu tanken. Grandiose Eindrücke, die ich nie vergessen werde.

Nach vier Wochen reisen kam ich nach Berlin zurück. Ich funktionierte von Null auf Hundert, alles war beim Alten. Neues Projekt mit einem neuem Team, doch irgendetwas war anders bei mir.
Im Dezember kam dann die Abrechnung und mein Körper streikte. Beim IKEA Besuch nach dem Büro überkam mich ein plötzlicher Panikanfall. Von einer Sekunde auf die nächste stand ich mit meinem Einkaufskorb mitten in der Menge. Mir war alles zu viel, die Geräusche wurden immer lauter und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen und musste das Gebäude verlassen. Ich hatte panische Angst nicht mehr zu funktionieren. Ich hatte die Kontrolle über mich verloren – alles war mir zu viel.
Trotz Anfall bin ich weiter ins Büro gegangen, alles funktionierte tadellos und niemand bemerkte etwas doch die Situation verschlimmerte sich. Ab diesem Zeitpunkt habe ich in vielen Situationen Geräusche intensiver wahrgenommen, war gestresst, konnte keinen klaren Gedanken fassen und war gereizt. Ich hatte panische Angst jeden Moment umzukippen und die Kontrolle über mich zu verlieren. Es gab keinen anderen Ausweg, ich musste zum Arzt. Die Diagnose: F-48.O.G. In der Gesellschaft auch verbreitet unter dem Namen „Burnout“ Syndrom. Blutbild, EKG und drei Wochen Büroverbot und Abstand von der Arbeit.
Ich wurde in meinem Leben noch nie, so lange krankgeschrieben. Mit 34zig mein zweites Burnout? Wo ist meine Lebensfreude geblieben? Hatte ich im November doch erst vier Wochen Jahresurlaub und bin nach zwei Wochen Büro ausgebrannt? Die Worte der Ärztin: „Ihr Zustand ist aktuell nicht tragbar!“ Ich war fassungslos und brach zusammen.

Die Reaktionen aus meinem Umfeld: Burnout?

… aber wo hast du den Stress?
… aber hast du etwa private Probleme?
… aber du hast doch eine Festanstellung.
… aber du hast doch Geld für deine Leistung bekommen.
… aber du hast doch kein Risiko.
… aber du bist doch noch jung.
… aber du arbeitest doch nicht schwer körperlich.
… aber, aber, aber…

Niemand versteht mich. Wirklich niemand? In der heutigen Leistungsgesellschaft hat doch jeder Zweite Burnout. Ein Trend, eine Modeerscheinung. Dabei arbeite ich in meinem absoluten Traumberuf, der mich erfüllt. Nicht eine Sekunde würde ich über einen anderen Beruf nachdenken. Jeden Monat ein geregeltes Einkommen, keine privaten oder familiären Probleme, kein Risiko.
Warum Burnout und warum gerade ich? Ich habe lange überlegt, ob ich das Thema mit der Welt teilen und die Schwäche zugeben sollte. Doch warum soll der Mensch nicht Mensch sein und seine Schwächen zeigen und seine Erfahrungen teilen? Vielleicht gibt es Menschen denen ich helfen kann. In meinem Studium und der parallelen Selbstständigkeit hatte ich zuvor schon Mal ein Burnout. Aus dem letzten Burnout hatte ich viel gelernt, ich wurde achtsamer zu mir und habe mich wieder auf meine wirklichen Ziele fokussiert. Mein Körper zog die Notbremse und ich lernte aus meinen Fehlern.
Diesmal steckte ich wieder im Arbeitsmodus fest und ich hatte alles andere um mich vergessen. Eine Aufgabe nach der nächsten, einfach funktionieren dabei hatte ich vergessen, worauf es wirklich im Leben ankommt – nämlich mich selbst. Entweder mache ich so weiter wie zuvor bis ich irgendwann wieder zusammen breche oder ich höre auf meinen Körper, nehme die Signale ernst und bin endlich achtsamer mit mir.


Was war der Auslöser?
Vor über 1,5 Jahren habe ich mich nach meiner langjährigen Selbstständigkeit für eine Festanstellung entschieden. Warum? Weil mich das aktuelle Thema begeistert. Ich hatte mit meinem Startup votingLAB an der TU Berlin und danach an der Beuth Hochschule an einer ähnlichen Thematik gearbeitet. In dem Projekt hatte ich nun endlich ein großes Team mit ganz anderen Möglichkeiten, als wir uns es damals in unserm Team erträumt hätten. Am Anfang war es eine große Umstellung von der permanenten Erreichbarkeit, ohne geregelten Urlaub und Krankheit in die Festanstellung mit geregelten Arbeitszeiten – ein Traum. Ich hatte wieder Zeit für mich doch mit dem Druck wuchs auch mein Fokus. Ich konnte an nichts anderes außer Arbeit denken.

Im Mai diesen Jahres wurde das neue Produkt der Welt präsentiert, der große Erfolg blieb aus. Es war ein beruflichen Rückschlag. Das Projekt war mein Lebensfokus und nun wurde es auf Eis gelegt. Gehen sie zurück auf Los. Die Situation war ein Rückschlag für meine Arbeit des letzten Jahres. Projekt „Zurück auf Los“ scheiterte, ich war machtlos. Ich hatte mich für eine andere Vision anstellen lassen und nun ist alles vorbei? Wie eine bunte Seifenblase, die platzt. Festplatte gelöscht.


Hochsensibel und Burnout

Voller Herzblut steckte ich all meine Energie in das neue Projekt doch es scheiterte. Auf meiner einmonatigen Reise durch Myanmar hat mein Körper das Jahr verarbeitet. Er ist durch die Ablenkung runtergefahren. Stopp! Bis hier hin und nicht weiter. Er hat sich gegen die Situation gewährt. Die Ampel schaltete auf Rot.
Durch die Persönlichkeitsentwicklung habe ich dieses Jahr den Grund gefunden. Warum ist mein Leben eine Achterbahnfahrt? Warum komme ich einfach nicht zur Ruhe und muss immer nach der Perfektion streben? Aufmerksam bin ich durch unzählige Artikel, Blogs und Videos im Internet geworden. Im Laufe des Jahres habe ich durch Workshops und Seminare festgestellt, dass ich Hochsensibel bin und eine andere Wahrnehmung auf die Umwelt habe als die meisten anderen Menschen um mich herum. Ich beschäftigte mich immer tiefer mit dem Thema. Die Beschreibungen und Erfahrungen von betroffenen Personen sind wie ein Spiegel meiner Seele. Endlich Menschen die mich verstehen. In den letzten Monaten wurde sehr viel über das Thema hochsensible Menschen berichtet. Nein, dass ist kein Trend Thema und auch keine neue Modekrankheit. Laut Statistik sind 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel. Es ist eine angeborene, geschlechtsunabhängige und genetisch bedingte Form von Intelligenz, also eine spezifische Ausprägung von Hochbegabung. Hochsensible Menschen sind besonders kreativ, empathisch und innovativ. Ich nehme mich und meine Umwelt intensiver wahr. Hochsensible Personen grübeln viel und weinen häufiger. Ich erkenne Fehler häufig schneller als andere und habe eine hohe soziale Kompetenz, die vielen manchmal auch einfach zu viel ist. Ich kann mich gut in andere hineinversetzen, reflektiere öfter als andere. In bestimmten Fällen kann es hinderlich aber auch förderlich sein, wenn man weiß, dass jemand diese Eigenschaft besitzt. Wird das Potenzial erkannt, ist es sehr effizient, wenn nicht dann leiden hochsensible Menschen stark. Kreative Personen benötige Freiraum, um frei zu denken und kreativ zu sein. In meinem Berufsfeld ist das noch relativ einfach, da mein Beruf von den meisten Menschen als kreativ wahrgenommen wird. Viele andere hochsensible Personen haben es da schwerer.


Video: Hochsensible Menschen – Fühlen ohne Filter

Dauer: 5 Minuten, 
https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/hochsensible-menschen-102.html


Hochsensibel? Wie wirkt sich das auf das Umfeld aus?
Hochsensibilität ist schwer erkennbar. Viele Betroffene sind sich der Eigenschaft nicht bewusst und auch gern verdrängt wird. Bis vor ein paar Monaten wusste ich auch noch nicht, dass ich hochsensibel bin.


Es gibt verschiedene Indizien, die auf Hochsensibilität hinweisen können: 

  • Besonders kreatives Potenzial
  • Unkonventionelles Denken
  • Blick über den Tellerrand
  • Differenzierte Aussagen
  • Erhöhter Zeitaufwand zur Aufgabenlösung
  • Ausgeprägter Blick für Feinheiten und Details
  • Tendenz zu Perfektionismus
  • Ausgeprägte Intuition
  • Vermögen sich in das Gegenüber hineinzuversetzen
  • Scheinbar schüchternes, zurückhaltendes Verhalten 
  • Häufige Gedankensprünge, Nervosität, Unsicherheit
  • Verstärkte Reaktionen auf Veränderungen

Quelle: https://www.perso-net.de/rkw/Hochsensible_Mitarbeiter


Personen die mich kennen, können das wahrscheinlich so unterschreiben. Seitdem ich es weiß, sehe ich es auch nicht mehr als Schwäche, sondern als Stärke. Es ist eine besondere Wahrnehmungsbegabung. Bilder und Emotionen gehen bei mir schneller in das Unterbewusstsein. Ich nehme die Informationen und Reize intensiver wahr als andere, verarbeite diese tiefer und stellen den Informationsgehalt automatisch in den Kontext ihrer bisherigen Erfahrungen was beruflich von Vorteil ist und den Erfolg von nun fast zehn Jahren franzidesign bestätigt.

Immer komplexer werdende Märkte erfordern dynamische Teams. Hochsensible Mitarbeiter besitzen ein ausgeprägtes Vermögen, Komplexität in einzelnen Facetten zu erfassen, sowie innovative und kreative Ideen zu entwickeln. Wir haben eine ausgeprägte Intuition, mit der wir frühzeitig Strömungen und Trends erkennen können. Wir lesen zwischen den Zeilen und können die unterschiedlichen Perspektiven synchronisieren wodurch neue Produkte und Lösungen entstehen. Wir spüren Defizite schneller auf und können durch unsere Einfühlsamkeit einen großen Beitrag leisten.
Problem nur, dass Empathie und Sensibilität in unseren Breitengraden noch Neuland für Unternehmen ist. Google und Apple haben es schon heute erkannt und fördern hochsensible Mitarbeiter, sie haben das Potenzial für interdisziplinäre Teams erkannt, denn hochsensible Menschen sind besonders kreativ, produktiv und innovativ im Handeln.

Das Jahr 2017 ist nun vollendet so wie die Phönix Tätowierung auf meinem rechten Arm. Ein mythischer Vogel – ein Sinnbild der Wiederauferstehung aus der eigenen Asche. Er verkörpert die Leidenschaft für Dinge zu brennen, zu kämpfen und immer wieder aufzustehen. Ich schätze meine besondere Gabe und sehe das letzte Jahr als große Chance und werde ab jetzt achtsamer mit mir umgehen. Gerade in diesen schweren Phasen lernt man am meisten und wächst über sich hinaus. Nach jedem Tief kommt ein Hoch. Umso größer das Problem oder die Konfrontation, umso größer die Lernkurve. Ich liebe die Herausforderung, ich liebe meine Berufung, ich will mich wieder selbst spüren und freue mich riesig auf die neuen Herausforderungen und das neue Jahr! Ich bin gespannt…

Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2018?

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Digitale Nomaden: Ein Traum und die Wirklichkeit

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DNX 2017


Am 27. Mai 2017 war es wieder soweit. Die Veranstalter Felicia Hargarten und Marcus Meurer luden zum sechsten Mal zur DNX, der Digitalen Nomaden Konferenz, nach Berlin ein. Dieser Kongress setzt auf Real-Life-Erfahrungen seiner Speaker. Digitale Nomaden sind Personen, die von überall aus Arbeiten können – sie brauchen kein festes Büro, sie arbeiten ortsunabhängig am Laptop. Sie betreiben Websites, haben eigene Produkte oder arbeiten als Freelancer oder Berater.

Seit mehreren Jahren verfolge ich die Szene, die sich um den Lifestyle der sogenannten Digitalen Nomaden dreht. Das Thema ortsunabhängiges Arbeiten und Leben wird immer beliebter. Außenstehende Personen haben dabei ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Arbeitsalltag eines solchen ortsunabhängigen Unternehmers.
Diese Personen arbeiten von zu Hause, im Flugzeug, haben keine festen Arbeitszeiten, sitzen mit dem Laptop unter Palmen, reisen um die Welt bis hin zur Aufgabe des festen Wohnsitzes, um nur noch im Paradies zu leben und zu arbeiten.

Pünktlich um 8:30 Uhr holte ich mir mein Einlassband an der Registrierung ab. Gespannt ging es in die erste Runde, doch leider gab es nach dem Intro von Felicia Hargarten und Marcus Meurer technische Probleme. Die Talks verzögerten sich und alle mussten eine Zwangspause einlegen. Doch nicht nur der Strohmausfall bei der Technik, sondern auch beim Catering gab es Probleme. Zum Mittag hin lief dann endlich alles ohne weitere Probleme.

Bei 31 Grad Außentemperatur lauschte ich den ganzen Tag den Vorträgen der Crème de la Crème der Digitalen Nomaden Szene. Erfahrungsberichte, Talks und Live Hacks wurden präsentiert. Neben den informativen Vorträgen stand Networking auf der Tagesordnung. Viele aus dem Publikum stehen noch ganz am Anfang ihrer Reise. Ingenieure, Anwälte und viele weitere unzufriedene und wissbegierige Personen tauschten sich an diesem heißen Samstag im Funkhaus in Berlin aus. Die Stimmung war besonders, da alle eines gemeinsam hatten – Veränderung! Ausbrechen aus der Norm, Sachen anders machen. Das Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem aktuellen Job verband die Teilnehmer auf seltsame Art miteinander. Keine Lust auf Dienst nach Vorschrift oder aber nicht genügend Freiraum für die persönliche Entfaltung. In der dunklen Halle konnte man den Willen, den Mut und die Bereitschaft neue Wege zu gehen förmlich spüren.

 

 

Persönlich begeisterte mich Laura Seiler durch ihre äußerst positive Ausstrahlung. Laura Seiler ist Mindful Empowerment Coach. Seit mehreren Monaten verfolge ich mit Spannung wöchentlich ihren Podcast auf iTunes Happy, Holy & Confident. Sie vermittelt eine Mischung aus Achtsamkeit, Mediation und mentale Stärke. Vor ein paar Monaten absolvierte ich bei ihr die Online University und nun konnte ich sie endlich live erleben.
Ein weiterer grandioser Speaker war Tobias Beck, der mich mit seiner grenzenlosen Begeisterung und Lebensenergie in seinen Bann zog. Sein aktuelles Programm „Bewohnerfrei“ überzeugte die Masse. Er teilt die Menschen in Bewohner, Ameisen, Diamanten und Superstars. Bewohner sind die Menschen, die sich über alles und jeden beschweren. Im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Tobias Beck gibt neue Impulse und motiviert sein Publikum zum „einfach mal quer zu denken“ auf eine sehr erfrischende Art und Weise.

Aber auch über Tabuthemen wie Burnout, Scheitern, Konventionen und Normen wurde gesprochen. Conny Biesalski berichtete von ihrem steinigen Weg. Sie war eine der ersten erfolgreichen Reisebloggerinnen in Deutschland. Sehr authentisch erzählte sie von ihrer steinigen Reise zu Erfolg und Ruhm.

 

 

Das Leben eines Digitalen Nomaden besteht nicht nur aus Reise an die schönsten Orte der Welt und aus Arbeiten am Strand, unter Palmen und schlürfend mit einer Kokosnuss in der Hand. Nein, die Arbeit eines Digitalen Nomaden ist hart und diese Art zu leben trägt auch viele Schattenseiten. Angst, Einsamkeit und Selbstzweifel können ein ständiger Begleiter sein und passen garantiert in jedes Handgepäck.

Eines hatten alle Anwesenden gemeinsam. Nicht nur die Speaker, sondern auch das Publikum sind sogenannte Early Adopter. Sie leben ein Leben, welches aus der Norm ausbricht oder sie haben es zumindestens vor. Early Adopter probieren Sachen aus, sind offen für Neues und teilen ihre Erfahrungen mit der Community.

 

 

Persönlich habe ich beide Phasen schon durchlebt und finde es äußerst spannend, wie sich die Szene entwickelt. Erst selbstständig, dann ein eigenes Unternehmen, aktuell in Festanstellung und nebenbei selbstständig mit franzidesign.
Es beginnt gerade die nächste Phase der Digitale Nomaden – Version 2.0. Ging es früher um Tipps und Tricks, wie man als digitaler Nomade um die Welt reist, so geht es heute viel mehr um die Erfahrungen ohne Tabuthemen. Die lange Zeit geprädigte 4-Stunden Woche funktioniert nur bei den wenigsten Menschen. Tägliche Routine, Achtsamkeit, gesunde Ernährung, Sport, genügend Schlaf, Meditation und Kontrolle sind sehr wichtig, um ein erfolgreiches Business auf die Beine zu stellen.

 

Die Verschmelzung von Arbeit und Reisen ist nicht so einfach wie es scheint. In der Realität ist das Leben eines Digitalen Nomaden dann doch etwas mehr als das Arbeiten an einsamen weißen Stränden, im Café oder aber in einer großen bunten Metropole.

 

Die Speaker 2017

Conni Biesalski, 
PLANET BACKPACK

Ehrenfried Conta Gromberg,
SMART BUSINESS CONCEPTS

Jennifer Lachs,
DIGITAL NOMAD GIRLS

Benjamin Jaworskyj,
BENJAMIN JAWORSKYJ

Tobias Beck,
BEWOHNERFREI

Robert Gladitz,
AWESOME PEOPLE CONFERENCE

Lars Müller,
DOINGLEAN

Ka Sundance,
SUNDANCE FAMILY

Sascha Boampong,
DIGITALE NOMADEN PODCAST

 

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ALIKE: Ein Animationsfilm der keine Übersetzung braucht

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Ein Kurzfilm von Daniel Martínez und Rafa Cano Mendez

 

Das perfekte Leben.
Gibt es ein richtig oder falsches Leben?

Disziplin und Leistungsdenken bestimmen den Alltag. Bloß keine Schwäche oder zu viel Emotionen zeigen. Mit dem Beginn der Schulzeit geht uns die Ausgelassenheit, Leichtigkeit und Naivität verloren. Bloß keine dumme Frage stellen. Keine Fehler machen.
Wie Marionetten bewegen wir uns durch den Alltag und probieren ein perfektes Leben zu führen. Doch was sind unsere wahren Werte? Wofür lohnt es sich zu leben?

Zeit für sich selber, Zeit für Personen die uns wichtig sind. Zeit für uns …

 

Viel Spaß beim Anschauen:

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„Du bist verrückt mein Kind, du musst …

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… an der 24. Berliner Polarnacht 2017 teilnehmen.

Vor noch nicht einmal einem halben Jahr hatte ich mir geschworen keine weiteren extremen Wandertouren im Streckenbereich der 50 km oder gar mehr zu absolvieren. Aber scheinbar war der Schmerz vom Mammutmarsch im letzten Jahr schon wieder vergessen und mein innerer Ansporn einfach zu groß, dass ich erneut diese Herausforderung suchte. Übung macht bekanntlich ja den Wandermeister und da ich seit Juli 2016 regelmäßig jogge, wollte ich mich erneut dieser Herausforderung stellen.
Im November letzten Jahres wurde ich mehr oder weniger zufällig über Facebook durch die MarschgruppeEarnYourBacon“, mit der wir im letzten Jahr bereits eine Trainingswanderung absolvierten, auf die im Januar 2017 stattfindende Berliner Polarnacht aufmerksam. Diesmal war es eine geführte Wanderung vom Wandersportverein Rotation Berlin e.V. mit den Distanzen 50 oder 100 km. Für einen Geldbetrag von 3 Euro für 50 km oder aber 5 Euro für die etwas längere 100-km-Strecke sollte Muskelkater garantiert sein. Schnell fand ich ein Team von Wanderlustigen, die sich mir sofort begeistert anschlossen. Wir entschieden uns für die Nachttour durch Berlin über 50 km bis zum Zielort Falkensee.

Mit Spannung verfolgten wir Tage zuvor den Wetterbericht. Nur zwei Tage vor der Wanderung herrschte ein reger Schneesturm und niemand konnte sich vorstellen bei diesen Bedingungen durch die Nacht zu wandern.
Am Freitag den 13. Januar starten wir pünktlich um 20 Uhr vom DB Reisezentrum an der Friedrichstraße mit fast 100 Wanderfreunden. Vor der Kälte schützen, sollte mich das altbewerte Zwiebelsystem. Ausgerüstet mit den passenden Schuhen, die mir schon beim Mammutmarsch treu zur Seite standen, einer Stirnlampe gegen die Dunkelheit und ausreichend Verpflegung im Rucksack konnte die neue herausfordernde Mission beginnen. Eis, Schnee und Glätte? Man muss wohl verrückt sein! Es hätte eigentlich nur noch Regen gefehlt, um den Albtraum perfekt zu gestalten.

 

 

Bei 3 Grad ging es im schnellen Laufschritt quer durch die Stadt. Die Wege waren teilweise vereist, dies verlangte uns zusätzlich sehr viel Kraft ab. Bis zur ersten Pausenstation nach 21 km bei McDonald´s an der Zitadelle gestaltete sich die Wanderung noch relativ entspannt. Die ersten Blasen wurden versorgt und nach ca. 40 Minuten setzten wir den Marsch mit dem Zwischenziel Eiskeller fort.

 

 

Der Vollmond schien hell und leuchtete uns den Weg. Die Gruppe legte ein strammes Marschtempo an den Tag bzw. an die Nacht. Die Streckenführung gleich einem Hindernislauf, der Weg war übersät mit bedrohlichen Stolperfallen. Es war stellenweise gefährlich glatt und nicht nur die Muskeln, sondern auch die Stimmung war sichtbar angespannt. Alle Wanderer waren sehr gefasst von der Situation und setzten bedacht Schritt vor Schritt. Niemand wollte stürzen und auch wollte keiner die anderen mit seinen Ängsten anstecken. Nach und nach setzen die Schmerzen ein und jeder hatte mit sich zu kämpfen. Bei Kilometer 30 hatte ich mein erstes gravierendes Tief, welches ungefähr eine halbe Stunde andauerte. Um meine Gefühlslage in dieser Tiefphase passend zu beschreiben, würde ich formulieren, ich hegte für einen Augenblick den Wunsch meine Mitstreiter aus der Wanderung zu entfernen, kurz gesagt, ich hätte sie töten können, hätten sie mich angesprochen. Immer und immer wieder stellte man sich die Frage:


Warum nimmt man an solchen Veranstaltungen teil?
Warum quält man sich an einem Freitag bei Nacht durch die glattesten Straßen des eisig kalten Berlins?

 

Es war die Sehnsucht nach Abenteuer und die Möglichkeit an seine Grenzen zu gelangen. Diese Begründung schien angesichts des Tiefs absurd. Mit dem Wissen, dass auf dem Tief für gewöhnlich ein Hoch folgt, läuft man einfach weiter und erträgt die schlechten Gedanken bis der Willen sich wieder gefangen hat. Schritt für Schritt, getragen von der Gruppe und immer mit dem Ziel vor Augen. Doch nur kurze Zeit später kündigte sich das nächste Tief an. Wir zählten Kilometer 35, noch 15 km bis zum Ziel. Eine weitere Pause, um uns aufzuwärmen, die Muskeln zu lockern oder einfach nur die Blase zu erleichtern, war bis Falkensee nicht in Sicht. Die Schmerzen in den Beinen und in den Füßen hörten einfach nicht mehr auf, ein Dauerschmerz setzte ein. Wie Zombies liefen wir durch die Straßen, die jetzt zu eisigen Waldwegen entlang der Havel wurden. Das Passieren der Wanderstrecke erschwerte der unebene und stark vereiste Untergrund. Nicht nur körperliche sondern auch volle geistige Aufmerksamkeit verlangte die Wanderstrecke von jedem ab. Wir versuchten uns im Team gegenseitig zu motivieren, es wurde still, da jeder mit sich und seiner eigenen körperlichen Verfassung zu kämpfen hatte.

Endlich in Schönwalde an einer Kreuzung angekommen, mussten wir im Team eine schwere Entscheidung treffen: entweder weitere 8 km Richtung Eiskeller mit der Gruppe zu laufen, eine riesige Schleife für eine kurze Pause im Freien, oder aber in unserem Dreierteam auf dem direkten Weg sich Richtung Ziel zu bewegen. Wir entschieden uns für die 5 Kilometer auf dem direkten Weg zum Bäcker in Falkensee.

Schon auf dem Zahnfleisch kriechend, erreichten wie die große Chaussee. Die letzten Kilometer auf der Straße zogen sich wie ein zäher und endloser Kaugummi. Die Verzweiflung war uns ins Gesicht geschrieben. In einem tranceartigen Zustand humpelten wir Schritt für Schritt die Chaussee entlang und konnten komischerweise für einige Augenblicke lachen. Die aussichtslose Lage und die gewöhnungsbedürftige Art unserer Fortbewegung ließen uns albern über unsere Situation scherzen. Nach ca. einem unendlich wirkenden Kilometer entschieden wir uns, um uns den Zusammenbruch aller körperlichen Kräfte zu ersparen, unsere Taktik zu ändern und vierrädrige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir versuchten vorbeifahrende Autos anzuhalten, die uns eventuell die letzten 2 Kilometer bis nach Falkensee mitnehmen würden. Damit die Fahrzeugführer uns im Dunkeln des Waldes wahrnehmen konnten, ließen wir uns eine listige Methode einfallen. Immer wenn sich ein Auto näherte, riss mit letzter Kraft eine von uns die Hände kräftig in die Höhe, die andere leuchtete sie mit der Stirnlampe an und die dritte Wanderin unseres kleinen Teams probiere ebenfalls mit Winken auf uns aufmerksam zu machen. Das ganze Spektakel absolvierten wir Auto für Auto, doch niemand wollte uns mitnehmen. Kein Wunder! Es war 5:30 Uhr am Samstagmorgen auf einer einsamen Landstraße zwischen Schönwalde und Falkensee. Zudem machte unser lahmende und hinkende Laufstil eine bedenkenfreie Beurteilung unserer Personen für den potentiellen netten Lebensretter schwierig.

Plötzlich bremste ein PKW mit bulgarischem Kennzeichen, fuhr Schritttempo, überlegte kurz uns mitzunehmen. Ein kurzer Augenblick der Freude, doch es fuhr dann einfach weiter. Wir gaben nicht auf und wiederholten die einstudierte Performance bis sich wie durch ein Wunder ein weißer Transporter erbarmte anzuhalten. Wir mobilisierten die letzte Energie und rannten zum Transporter. Dem Mann mit polnischem Akzent schilderten wir unsere missliche Lage. Er hatte erkennbar Mitleid, öffnete umgehend die Tür und wir durften einsteigen. Wir erzählten ihm von unseren Erlebnissen der Nacht. Dankbarkeit, Freude, das Gefühl war unbeschreiblich und nur wenige Minuten später setzte er uns am Zielort ab.

 

Gesichtsausdruck nach 47 Kilometer

 

Wir kehrten erschöpft aber glücklich beim Bäcker ein, gönnten uns einen großen heißen Kaffee und einen kleinen Snack. Die wohlverdiente Auszeichnung in Form einer Urkunde nahmen wir stolz in Empfang. Auf den gemütlich weichen Stühlen verschnauften wir kurz, bis wir dann humpelnd den Weg Richtung Bahnhof, wohlgemerkt zu Fuß, antraten. Jeder verdammte Kilometer machte mich ersichtlich stolz diese weitere Herausforderung angenommen zu haben.

 

 

Mal schauen was für ein nächstes Abenteuer wartet!

Änn & Fränn

 


Zusammenfassung vom Veranstalter
Wanderteilnehmer: 97
Streckenlänge (100 km): 18 Wanderer erfolgreich absolviert
Streckenlänge (50 km): 63 Wanderer erfolgreich absolviert
Durchschnittliche Streckenlänge: 56 km

 


Meine persönlichen Daten (Runtastic)
Kilometer: 47,09 (bis zur Urkunde, ohne Nachhauseweg)
Dauer: 9:13:23 Stunden
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 5,1 km/h
Pausenzeit: 56 Minuten

 

 

 

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Mein ganz persönlicher Rückblick 2016 (#1)

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Ab diesem Jahr habe ich mir fest vorgenommen nun jedes Jahr einen persönlichen Rückblick zu schreiben und meine positiven als auch negativen Erlebnisse in dieser Zeit zu reflektieren sowie meine Erfolge und Misserfolge zu analysieren.
Es ist wichtig mir meine Fehler bewusst zu machen, sie zu akzeptieren, aus den Erfahrungen zu lernen und mich auf neue Dinge einzulassen. Aus Misserfolgen lernt man am meisten, um neue positive Sachen zu erleben und neue Geschichte zu schreiben. Also fange ich an!

 

Es war ein Jahr voller Ereignisse. Bei den meisten wird das Jahr 2016 in keiner guten Erinnerung bleiben. Die Wahl von Donald Trump, Panama Papers, AfD, der BER ist immer noch nicht fertig, Terroranschläge in Brüssel und Nizza, die Strafaffäre Böhmermann, Brexit, Flüchtlingskrise, viele berühmte Persönlichkeiten verließen uns und zum Schluss noch der Anschlag in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt. Doch es war nicht alles schlecht. WhatsApp verschlüsselt seine Nachrichten, endlich kein Flash mehr, YouTube einigt sich mit der Gema, Pokemon Go und das iPhone7.

 

Heute schaue ich auf die letzten 12 Monate zurück und fasse in meinem Jahresrückblick die wichtigsten Ereignisse zusammen. Für mich war es ein sehr spannendes Jahr. Nach über 8 Jahren Selbstständigkeit, die ich ausschließlich der Arbeit widmete, war ich komplett ausgebrannt. Erst Ausbildung dann Studium, Freelancer Tätigkeit in den unterschiedlichsten Agenturen und dann zwei Stipendien mit eigenem Büro und Startup.

Mein Startup „votingLAB“ und die damit verbundene Verantwortung als „CEO & FOUNDER“ hatten sichtliche Spuren bei mir hinterlassen. Die Rakete wollte einfach nicht fliegen und somit stand dann Ende des letzten Jahres fest mit „votingLAB“ abzuschließen. Diese Entscheidung fiel mir sehr schwer. Wer beerdigt schon gerne seinen Traum an dem er hart gearbeitet hat.
Ich war auf der Suche nach meinem persönlichen Sinn im Leben – weniger Arbeit und mehr Bewusstsein, um sich wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren.


War ich ein Idiot, der etwas riskiert hat?
Niemand hat Bock zu verlieren. Wo gehobelt wird, fallen auch Spänne. 
Fuck Up – egal und im Nachhinein war es die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

 

Ab dem 28. Dezember 2015 nahm ich mir eine Auszeit von zwei Monaten, um nach Asien aufzubrechen. Heute vor genau einem Jahr saß ich mit meiner besten Freundin Änn in Bangkok mit zwei thailändischen Männern am Straßenrand. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Anschließend reisten wir in den nächsten 60 Tagen als Backpacker quer durch Südostasien. Es entstand ein wundervoller Blog (www.rucksackblog.de), in dem wir unsere Reisegeschichten verewigten. In dieser wundervollen Zeit konnte ich endlich neue Kraft tanken und mich nach Jahren der Anstrengung von beruflichen Höhen und Tiefen wieder erden. Thailand, Vietnam, Kambodscha, Singapur, IndonesienMalaysia, viele neue Kulturen und Eindrücke, welche immer in meinen Erinnerungen bleiben werden. Die Reise hat mich nicht nur mental sondern auch geistig sehr weit gebracht. Für diese Entscheidung bin ich sehr dankbar.

Ende Februar wieder in Berlin angekommen, ging es dann weiter mit Yoga, Meditation und der Persönlichkeitsentwicklung, die einen festen Bestandteil meines alltäglichen Lebens geworden sind. Statt die große Freiheit überwiegte auf einmal das Sicherheitsgefühl und ich hatte die Chance mich ausgiebig mit meinen Zukunftsplänen auseinander zu setzen. Selbstoptimierung durch Sport, Meditation, dem Verzicht und Reduktion auf das Wesentliche wurden wichtige Dinge in meinem Leben. Habe ich die Jahre zuvor nur den Körper optimiert, folgte nun Yoga und Meditation, die mich auf ein ganz neues Level gebracht haben. Durch die Achtsamkeit und Meditation kann ich meine Gedanken besser kontrollieren, bin gelassener, kann Dinge bewusster wahrnehmen und ich habe eine höhere emotionale Ausgeglichenheit. Für mich ist es mehr als nur ein flüchtiger Trend. Es gibt mir Raum für neue Impulse, um mich und meinen Geist besser kennenzulernen. Es hat mich und meine Persönlichkeit beeinflusst und ist aus meinen Leben nicht mehr wegzudenken.

Im März und April folgten zwei beruflich träge Monate in denen ich meine Gedanken nun in Taten umsetzen musste. In Asien wurde mir klar, dass ich wieder fest in ein Team arbeiten möchte und mich voll und ganz auf den Bereich UX/UI Design spezialisieren will. Somit entschloss ich mich klassisch zu bewerben. Wie der Zufall es wollte, kam das Angebot bei Testberichte in der Produktentwicklung als UX/UI Designerin zu arbeiten. Das Projekt ist äußerst spannend, die Kollegen sehr nett und wie das Schicksal es wollte, bin ich seit Mai nun fest angestellt. Letztendlich wollte ich mehr Zeit in die Dinge investieren, die mir Spaß machen. Dies ist mir durch den neuen Job gelungen. Immerhin reduziere ich mich von einer 60+ auf eine 40 Stundenwoche und habe seitdem auch wieder mehr Zeit für mich.

 

 

Im Mai stand mein erstes großes sportliches Ereignis 2016 bevor. Beim Mammutmarsch haben wir im Team über 52 km am Stück absolviert. Innerhalb nur weniger Monaten hatten wir uns auf das Event vorbereitet und es mit Bravur gemeistert. Eine Erfahrung, die ich definitiv nicht vergessen werde und vielleicht schaffe ich irgendwann auch die 100 km am Stück.

Der Festival Sommer verlief relativ unspektakulär. Aus zeitlichen Gründen hatte ich es nur auf die Nation und auf das Feel Festival geschafft. So wenige Festivalbesuche wie noch nie in meinem Leben. Dafür schenkte ich dem Berghain meine volle Aufmerksamkeit. Die regelmäßigen Besuche stellten sich als guter Ausgleich dar. Viele tolle Stunden verbrachte ich im Garten und im Rüdersdorfer Biergarten und konnte den Sommer genießen.

Durch den neuen Job und die damit verbundene Anmeldung beim Firmenlauf, dem B2RUN im September, kam eine weitere Challenge auf mich zu und ab Juli begann ich mit dem Lauftraining. Die Folge ist, dass das regelmäßige Joggen aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken ist.

 

 

Im Spätsommer kündigte sich als nächstes mein privates Highlight an, eine Segeltour mit meinem Vater. Im hohen Alter von 79 Jahren stand nun endlich der jahrzehntelang versprochene Segelausflug an. Über Monate hatte er das über fünfzig Jahre alte Boot restauriert. Wir ließen das Boot gemeinsam zu Wasser. Es ging für mich das erste Mal auf See. Ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

 

 

Im Herbst ging es dann weiter mit einer neuen Tätowierung am rechten Unterarm. Auch dieser Lebensabschnitt sollte verewigt werden und eine bestimmte Bedeutung bekommen. Ein Phönix, ein mythischen Vogel, der von der Bedeutung nicht besser hätte passen können. Er gilt als Sinnbild der Wiederauferstehung – aus der eigenen Asche und verkörpert die Leidenschaft für Dinge zu brennen, zu kämpfen und immer wieder aufzustehen. Hoffentlich wird dieses Projekt im Frühjahr 2017 vollendet sein. 

Zum Abschluss des Jahres trat ich noch einmal eine große Reise an, um neue Kraft für 2017 zu tanken. Es ging für 17 Tage an die Westküste der USA. Wir starteten in Los Angeles und reisten bis nach San Francisco und wieder zurück. Ein perfekter Roadtrip, um das alte Jahr abzuschließen.

 

Für das neue Jahr wünsche ich mir weniger Angst Sachen falsch zu machen, Sachen anzupacken, einfach machen und mein Leben so zu leben, dass ich es jeden Tag liebe.
Niemanden geht es so gut wie mir (uns) und dafür bin ich sehr dankbar!

 

Wie war Euer Jahr 2016?

 

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Service Design (Human-Centered Design)

Comments (0) Blog, Design, Web

 

Die NEUE Revolution


Die Grenze zwischen physischen Produkten und digitalen Dienstleistungen verschwimmt zunehmend durch die digitale Transformation. Unternehmen müssen umdenken um sich langfristig am Markt zu positionieren. Es gibt viele neue zunehmend digitale Berührungspunkte mit den Kunden, die es aufeinander abzustimmen gilt. Vom Onlineshop zur Auktionsplattform bis hin zur komplexen Applikation. Die Kunden nutzen immer mehr Endgeräte und erwarten heutzutage ein einheitliches und ansprechendes Kundenerlebnis auf den unterschiedlichen Geräten.
Mobile Versionen für Smartphone, Tablet und Touchscreen sind Pflicht!
Service Design eröffnet dabei neue Möglichkeiten für Dienstleitungen und Innovation. Es fordert die Unternehmen heraus die unterschiedlichen Kanäle zielgruppengerecht zu bedienen. Service Design ist nutzerzentriert und analytisch.

 

Nutzerbedürfnisse und interdisziplinäre Teamkraft

Immer mehr Unternehmen entdecken Service Design als Methode, um Kundenzufriedenheit und Innovationspotenziale zu erkennen und zu optimieren. Nutzerorientiertes Denken und Handeln kann durch Service Design in den Alltag eines jeden Unternehmen integriert werden. In diesem Zusammenhang bietet Service Design ein nutzerzentriertes Vorgehen an, um Dienstleistungen bedürfnisorientiert zu gestalten. Regelmäßige kurze Interviews mit Verbrauchern und Nutzern helfen Einblicke in bestehende Probleme zu bekommen.

Service Designer denken Produkt- und Service-Ideen konsequent, betriebswirtschaftlich und nutzerzentriert und ermitteln aus den daraus ableitbaren Konzepten neue Geschäftsmodelle. Die Dienstleistungen werden stets aus Nutzersicht konzipiert, um ein einzigartiges Kundenerlebnis zu erzielen. Nur wer seinen Nutzer (Kunden) kennt kann eine optimale Dienstleistung entwickeln. Nutzerbedürfnisse verstehen, Bedürfnisse aufspüren, Kundenzufriedenheit steigern, Innovationspotentiale erkennen und Verhaltensänderung einfacher machen.

Die Einbindung von Methoden aus dieser Disziplin helfen dabei enorm, den Nutzer bzw. Kunden tiefgehend zu verstehen und ein innovatives Produkt zu kreieren, das Nutzerinteressen und Unternehmensziele in Balance hält. Sinn und Zweck ist es, dass irrelevante Funktionen implementiert oder Interaktionen konzipiert werden, die für den Nutzer nicht relevant sind. Dieses schafft man durch Nutzerbefragung, Interviews und ein interdisziplinäres Team aus Designern, Programmierern, Konzeptern und Projektmanagern die eng zusammenarbeiten und die Probleme aus den unterschiedlichen Fachrichtungen beurteilen, bearbeiten und ganzheitlich betrachten.

 

 

Die iterativen Phasen des Service-Designs

  • Exploration (wie tickt der Nutzer und wie interagiert er)

    Methoden: Personas, User Journeys, Interviews und Umfragen
  • Kreation (Storyboards, Scribbles, Mock-up, erste Klickdummys und Prototypen verschiedener Sichtweisen – Mitarbeiter und Kunde/Nutzer)
  • Reflektion und Nutzertest (AB-Test, Interviews, Card-Sorting, Validierung)
  • Implementierung (Prototyp)

… Optimieren! Testen! Optimieren! Testen!

 

Fazit: Durch die steigende Komplexität der Kundenbeziehungen reicht die Ästhetik und die technischen Merkmale eines Produktes allein nicht mehr aus. Erst das Erlebnis am und mit dem Produkt schafft eine nachhaltige Kundenbindung und somit zum nachhaltigen Erfolg. Service Design macht Unternehmen zukunftsfähig und dient nicht nur dazu, neue Dienstleistungen zu entwickeln, sondern hat auch grundlegende Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. Service Design umfasst komplette Prozesse innerhalb eines Organisationsmodell und bildet die Schnittstelle zwischen Marketing, Design und Technologie und verbindet viele unterschiedliche Disziplinen wie Produktdesign, Grafikdesign, Datenanalyse, Experience Design und viele weitere.

 

Die Prinzipien von Service Design von Yosef Shuman

 

 

Podcast zum Thema: Service Design Thinking
Abends in der Kreativwirtschaft (AKW)
Von: Jan Jura (Teamleiter Konzeption und User Interface Design)

Zum Podcast

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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