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Was heißt glücklich sein?

Comments (3) Blog, Generation Y, Startup

Quelle: YouTube

Der Anlass meines neusten Blogbeitrags ist das Video von Ben Paul, über den sehr viele große Medien berichteten. Ben ist gerade einmal 24 Jahre alt und ein Studienabbrecher. Er betitelt sich selber als angeblichen Fürsprecher der Generation Y, der auch ich angehöre. Ben vertritt die Meinung, dass man auch ohne Studium beruflich erfolgreich sein kann. Dafür wirbt er in seinem Blog und auf Konferenzen als Sprecher. Er setzt sich für alternative Bildungswege ein und ist Befürworter autodidaktisches Lernen. Doch ist Ben glücklicher als ich mit klassischer Ausbildung und Studium?

Ich tat das, was meine Eltern von mir erwarteten – Abitur, Studium und erste Praktika in Werbeagenturen dann die Selbstständigkeit als freie Gestalterin und zu guter Letzt noch mein eigenes Startup mit Stipendium. Ziemlich beeindruckend sagen jetzt viele. Doch war oder bin ich glücklicher als jemand der fest angestellt ist? Erfahrung habe ich in der Zeit viele gesammelt. Ich arbeitete als freie aber auch feste Mitarbeiterin in Agenturen und kenne somit beide Seiten. Aktuell stehe ich wieder vor der Entscheidung – selber machen oder in ein Unternehmen gehen und sich in ein bestehendes Team integrieren?

Faszinierend an der Startup Welt und das selbstbestimmte Arbeiten ist ganz klar die Dynamik, die an den Tag gelegt wird. Keine stundenlangen Meetings oder Abstimmungen, flache Hierarchien und schnelle Ziele. Man sollte meinen das ideale Ökosystem um glücklich zu werden. Doch was heißt es glücklich zu sein? Ist glücklich sein nur die selbstbestimmte Entscheidungsgewalt über sich selber zu haben und keine festen Bindungen einzugehen?

Ich bin 32 Jahre und frage mich jeden Tag auf ein Neues wie meine Zukunft aussieht und wie ich diese lenken kann. Jeden Tag kämpfe ich mit Existenzängsten und muss mir oft anhören, wie einfach und toll es doch sei selbstständig zu arbeiten und sich seine Zeit frei einzuteilen. Hinzu kommen diese vielen Berichte von jungen Menschen wie zum Beispiel auch Ben, die von der grenzenlosen Unabhängigkeit und einem selbst bestimmten Leben predigen. Die absolute Idealvorstellung und Norm von glücklich sein. Was braucht man schon um zu arbeiten? Ein paar Programme und einen leistungsfähigen Rechner und schon geht es los. Egal ob Berlin, Bangkok oder New York, einfach unabhängig machen was man will. Ein Leben im absoluten Minimalismus, ohne Besitz aber mit der Freiheit jeden Tag zu entscheiden was als Nächstes kommt, ohne jede Grenze. Doch ist das so? Ist man wirklich glücklicher, wenn man sich an keinen festen Arbeitgeber bindet? Arbeitet man im Winter mit dem Laptop am Strand besser als vielleicht im kalten Berlin? Ist es heute uncool eine 5-Tage-Woche zu absolvieren und sich an ein festes Team zu binden?

In meinem eigenen Startup votingLAB sind wir durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Wir haben uns riesig gefreut, wenn wir im Unternehmen Fortschritte gemacht haben. Das Team war klein, doch die Fortschritte waren riesig und die Geschwindigkeit war beeindruckend. War ich glücklicher?

In Reflektion auf meine Erfahrung aus dieser Zeit kann ich sagen, dass es bis zu einem gewissen Level funktioniert und ich sehr glücklich war und diese Euphorie von Ben zum Teil nachvollziehen kann! Doch können gerade junge Unternehmer nur schwer mit Stillstand umgehen und das Unglücklichsein ist somit vorprogrammiert. Auf Grund der Schnelligkeit und des fehlenden Wissens passieren oft Fehlentscheidungen und man wird automatisch unglücklich. Man befindet sich in einem Rauschzustand, der aber irgendwann vorbei ist, wenn die Normalität eintritt.

Gerade als junger Mensch fehlt einem die nötige Erfahrung und Ausdauer. Diese Erfahrung lernt man zum einen durch die Praxis und zum anderen aber durch das nötige Durchhaltevermögen und nicht durch irgendwelche Ratgeberblogs im Internet, die von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit als Wundermittel predigen. Nicht nur Fordern sondern auch Durchhaltevermögen an den Tag legen und es sich selber beweisen.

Auch ich war oft an dem Punkt in meinem Leben, ab dem ich mich gefragt habe: WIESO, WESHALB und WARUM mache ich dies und jenes? Ich war sehr oft unglücklich und dem Burnout nahe. Mein Durchhaltevermögen hat mich mein Ziel erreichen lassen und ich war danach sehr glücklich. Doch ist das Glück auch nur ein Moment und kein Dauerzustand. Nach einem Tief kommt auch wieder ein Hoch und ohne Tief gäbe es womöglich auch kein Hoch. Sicherlich gibt es Menschen, die kein Studium brauchen, um erfolgreich zu sein und Ihren Weg von allein gehen. Doch pauschalisieren sollte man dieses auf keinen Fall und somit sehe ich viele Aussagen von Ben Paul eher kritisch. Ist man glücklicher wenn man in einem kleinem Zimmer auf einer Matratze schläft nur weil man flexibler ist als jemand mit eventuell einem Kind und Hund? Ist jemand mit Festanstellung und fester Struktur unglücklicher?

Das mag ich wohl bezweifeln, denn ich möchte mit Mitte dreißig nicht in einem kleinen Zimmer auf einer Matratze schlafen. Ist man hingegen mit einem eigenen Haus mit Grundstück und Familie glücklicher? Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht, denn jeder Mensch ist anders und der eine braucht Struktur und der andere nicht.

Es gibt eine Person, die mich in den letzten Monaten inspiriert hat. Reiseblogger Patrick Hundt von 101places. Dieser hat im Sommer den Reiseblog (101places.de) gestartet, als er zu seiner persönlichen Weltreise aufbrach. Der Blog zählt zu einen der größten Reiseblogs in Deutschland. Patrick reist seit mehreren Jahren um die ganze Welt und berichtet über seine Erfahrungen und gibt nützliche Reisetipps an seine Leser. Er hatte zwischenzeitlich keine feste Wohnung, er hatte alles aufgelöst. Mit seinem Bog und seinen Berichten ist er sehr erfolgreich.

Am 20. März 2016 kam dann plötzlich der Beitrag „Vom Ende einer Reise“. In diesem Beitrag schildert Patrick seine Erfahrungen. Selbst schreibt er: „Ich wollte nicht zum einsamen Wolf werden der heimatlos um die Welt zieht.“ Die vielen Reisen veränderten ihn und er hat gemerkt, dass er viele Sachen einfach nur tat, um andere Menschen durch seine Berichte glücklich zu machen. Er wurde trotz der großen Freiheit und finanzieller Unabhängigkeit unglücklich. Es gab eine Erwartungshaltung seiner Leser, die er erfüllen musste. Immer wieder auf ein Neues neue Orte entdecken und berichten. Zum einen war er frei aber zum andern waren viele Beziehungen zu seinen Lesern unbeständig.

Hinzu kommt eine weitere Vorzeige Digitale Nomadin namens Conni Biesalski (planetbackpack.de), die sehr erfolgreich ortsunabhängig lebt und arbeitet. Conni ist Anfang dreißig, wie ich, reist um die Welt und arbeiten dort, wo sie gerade ist. Sie kann von ihrem Business durch ein passives Einkommen sehr gut leben und verdient das Geld fast im Schlaf.

Zuhauf tauschen sich Leute auf ihrem Blog über Erfahrungen und Zukunftspläne des ortunabhängigen Arbeiten und Leben aus und bewundern diese Lebenseinstellung. Doch vergessen viele, dass Conny eine absolute Ausnahme ist. Conny hat im Gegensatz zu Paul das Studium beendet und geht einen Schritt weiter und teilt das Verhalten von Digitale Nomaden in Phasen ein. Jahre lang hat sie Durchhaltevermögen bewiesen und ist durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Sie befindet sich ihrer Meinung nach in der fünften und letzten Phase. Seit dem letzten Jahr lebt und arbeitet sie nun bewusster und kann sich durch ihr passives Einkommen einfach die Zeit nehmen Sachen zu probieren. Ist Conny glücklich?

Mit Interesse verfolge ich die weiteren Stationen und bin gespannt wo und wie Conny in zehn Jahren lebt.

Doch was macht mich glücklich? Nicht jeder hat das Glück erfolgreich zu werden, da auch harte Arbeit oft nicht ausreicht. Bis zum heutigen Tag bin ich ein absoluter Workaholic. Meine eigenen vier Wände, wo ich zur Ruhe komme, und Sport geben mir die nötige Kraft. Bin ich glücklich mit dem was ich mache?

Ben, Patrick, Conny und noch viele weitere Personen waren der Auslöser für mein persönliches Experiment. Im letzten Jahr entwickelte sich die Vision von einer Asientour mit meiner besten Freundin „Änn“. Mein Stipendium für votingLAB war im Sommer beendet und von Asien aus konnte ich ohne Probleme meine freien Projekte mit dem Laptop im Gepäck erledigen. Änn hingegen konnte sich von der Arbeit freistellen lassen und war von der Idee begeistert. Geplant war somit den Winter 2015/2016 für zwei volle Monate in Asien zu verbringen und digital und frei von dort aus zu arbeiten. Scheinbar einfach, wenn man den vielen Berichten von jungen Menschen im Internet folgt. Somit stand das Ziel fest und wir recherchierten in mühevoller Arbeit über Wochen Reiseziele und planten unsere Asientour, die wir uns fest in den Kopf gesetzt hatten. Thailand – Vietnam – Kambodscha – Malaysia – Singapur und Indonesien standen auf dem Plan.

Ziel war es über kulinarische Erlebnisse zu bloggen, Freunde und Familie an unserem Reiseleben teilhaben zu lassen und parallel von dort aus zu arbeiten. Einfach raus und glücklich sein!

Der Blog (rucksackblog.de) kam super an, wir bekamen Mails, SMS und Nachrichten auf Facebook, die zum Ausdruck brachten, dass den Lesern der Blog gefällt und dass sie den nächsten Beitrag kaum abwarten konnten. Voller Elan nutzen wir jede Stunde, schliefen wenig und besichtigen so viele Attraktionen wie möglich, nur um davon zu berichten und die Erwartungshaltung unserer Leser zu erfüllen. Ein Tempel hier und ein Tempel dort, wir konnten Tempel kaum noch sehen. Entstanden ist ein wundervoller Blog (www.rucksackblog.de), der eine große Resonanz erzielte. Wir konzentrierten uns voll uns ganz auf den Blog und berichteten von allen unseren Abenteuern. Doch waren wir glücklich?

In Reflektion kam ich schlussendlich an den gleichen Punkt wie Patrick von 101places. Wir machten andere Leute glücklich, aber unser Glück war oft schwer zu fassen, da wir viele Abendteuer einfach nicht genießen konnten. Nach zwei vollen Monaten kamen wir wieder in Berlin an und alle freuten sich riesig „Änn & Fränn“ live zu sehen. Doch ein paar Wochen später war alles wieder vorbei und der Alltag ging von vorne los.

 

Eins kann ich aktuell sagen: Alleine Arbeiten und die ständigen Existenzängste machen auf Dauer niemanden glücklich. Beständigkeit, Routine und Minimalismus sind für mich elementar, um zu meiner inneren Ruhe zu kommen. Somit möchte ich mich in Zukunft wieder komplett auf die Gestaltung konzentrieren und das in einem festen Netzwerk mit positiv denkenden Menschen um mich herum.
Die eigentliche Reise beginnt erst jetzt! Seit gespannt wie es weiter geht.

 

Was heißt für dich glücklich sein?
Teile deine Gedanken mit mir in den Kommentaren!

 

Zum Abschluss noch ein grandioser Song von Rio Reiser


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Vom Gründen und Scheitern

Comments (2) Blog, Generation Y, Startup

Quelle: Harry G über Start-Up Gschaftler


Meine 10 persönlichen Learnings

Um franzidesign war es die letzten zwei Jahre etwas ruhiger geworden. Der Grund dafür war meine abenteuerliche Reise in die Entrepreneurwelt als CEO und Founder 😉 in deutsch auch Geschäftsführerin und Gründerin von votingLAB ein IT Startup. In meinen Blogbeitrag Mein erstes STARTUP“ votingLAB (Alpha) hatte ich die ersten Erfahrungen geschildert. Nach genau 12 Monaten Gründungserfahrung an der TU Berlin am Zentrum für Entrepreneurship mit EXIST-Gründerstipendium folgte nach erfolgreichem Pitch (Präsentation) und Businessplan ein Anschlussstipendium an der Beuth Hochschule in Berlin.

Im Januar 2014 begann die Anschlussfinanzierung an der Gründerwerkstatt der Beuth. Die anfängliche Mission war klar, einen geeigneten Ersatz für meinen ehemaligen Mitgründer Martin (CTO, zu Deutsch Technischer Leiter oder Technischer Geschäftsführer) zu finden, der das Team perfekt ergänzt und den fehlenden Posten ersetzen kann. Alle möglichen Quellen, Kontakte und Veranstaltungen wurden durchsucht und besucht und wie durch ein Wunder entstand ein Kontakt, der die Zukunft von votingLAB veränderte. Ungefähr einen Monat intensives Netzwerken hatte es gedauert bis ich einen Anruf bekam und es folgte ein Bewerbungsgespräch.

Die anfängliche Schockstarre auf Grund der ungünstigen Startbedingungen ohne Mitgründer löste sich langsam und der Alltag begann. Nach einem Monat Einarbeitungszeit und Kundenaufträgen begannen wir im Mai 2014 mit der eigentlichen Entwicklung. Das alte Konzept der Entscheidungsplattform wurde komplett überarbeitet und wir entschieden auf Grund unserer Analyse votingLAB als Feedback App weiterzuentwickeln. Es folgten 16 Monate Stipendium mit eigenem Büro und gesichertem monatlichen Einkommen an der Gründerwerkstatt (Schöneberg). In dieser Zeit haben wir es geschafft zu zweit votingLAB komplett mobil auszurichten.

Seit Anfang 2015 ist votingLAB als App für Android und iOS (iPhone) im App Store erhältlich. Darauf sind wir sehr stolz. Doch leider blieb der große finanzielle Erfolg aus. votingLAB wird zwar weiter entwickelt und als Portfolio-App weitergeführt, doch leider können wir von der App nicht leben und somit nicht Vollzeit an der Weiterentwicklung arbeiten.

Laut Statistik kann man grob sagen, dass es nur ein Startup von zehn schafft und wir ganz klar zu den gescheiterten dazuzählen. Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig und oft gibt es nicht „den“ einen Grund, sondern eine Kombination aus verschiedenen ungünstigen Faktoren. Die Folge meiner Gründungserfahrung waren unendlich viele Learnings (Erfahrungen) in dieser Zeit.

 

Meine Learnings kurz zusammengefasst:

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Learning 1: Der Markt und das Alleinstellungsmerkmal

Ein tolles Team und eine tolle Idee reichen einfach nicht aus wenn kein geeigneter Markt vorhanden ist. In unserem Fall sind die beiden Monopolisten YELP (früher Qype) und Foursquare gnadenlos an uns vorbeigezogen, denn die schönste Idee ist vor Nachahmung nicht sicher. Wir hatten unendlich viele Ideen, doch leider waren wir oft zu langsam auf Grund fehlender Manpower. Wir haben uns von Anfang an viel zu klein fokussiert, denn ein Netzwerk nur europaweit zu denken, ist einer der größten Fehlentscheidungen, die man begehen kann.

 

 

11393272_1250535284972010_2395677629770857764_nLearning 2: Das Team

70 % der Startups scheitern schon am Team, zu dem ich mich statistisch nun auch dazu zählen kann. Bei meinem ersten (aktiv beteiligten) Startup wecide an der TU Berlin musste ich diese bittere Erfahrung erleben. Fehlendes Vertrauen, Machtgehabe und das fehlende Übertragen von Verantwortung machten es unmöglich ein Unternehmen aufzubauen. Aber auch fehlende Kompetenzen im Team sind oft Indikatoren – den technisches Know-hows allein reicht nicht aus.

 

 

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Learning 3: Unausgereiftes Geschäftsmodell und fehlende Skalierbarkeit

Am Anfang ist man voller Euphorie und schiebt geeignete Modelle und Strategien für Einnahmen vor sich hin. Werbeeinblendungen sind ein schönes Zusatzgeschäft aber sollte man diese nicht als funktionierendes Geschäftsmodell anversieren. Die Bereitschaft für die App Geld zu bezahlen war in unserem Fall sehr gering. Spätestens wenn die Idee marktreif ist und man immer noch nicht ein geeignetes Modell gefunden hat, sollte man aufwachen.

 

 

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Learning 4: Die Finanzierung

Ein Stipendium ist wunderbar, doch geht auch dieses irgendwann zu Ende. Eine Anschlussfinanzierung dauert in der Regel mindestens 6 Monate. Auch Gründer können nicht nur von Luft und Liebe allein leben.
VC (Risikokapital) macht nur Sinn, wenn man auch bereit ist etwas von seinem Kuchen abzugeben oder aber die Option einen oder mehrere Business Angels (ein erfahrener Unternehmer, der angehende Entrepreneure mit finanziellen Mitteln und Praxiserfahrungen unterstützt) in das Team zu holen, macht nur wirklich Sinn wenn diese das Team durch nötigen Kompetenzen unterstützen kann.

 

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Learning 5: Wir machen das neue Zalando. Kennen sie Doodle?

Viele Gründer vergleichen sich gerne mit großen Beispiel Marken oder anderen erfolgreichne Startups.
Warum vergleichen, wenn man doch innoativ und neu ist? Nein, es kennt nicht jeder Doodle! Es gibt Menschen da draußen, die nicht ständig online sind. Menschen, die nicht bei Facebook registriert und auch nicht alle 10 Minuten per Push-Nachricht die neusten Informationen auf ihr Smartphone bekommen.

 

Learning 6: Work hard – play hard.

In Berlin kann man eigentlich den ganzen Tag auf Events verbringen. Frühstücksmeetup, Mittagstalk, Tech Mettup am Abend mit Pizza und Bier oder aber ein Hackathon (Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“ ist eine kollaborative Software- und Hardwareentwicklungsveranstaltung zu einem bestimmten Thema) am Wochenende. Viele unwichtige Personen treiben sich auf diesen einschlägigen Events rum und stehlen einem oft die kostbare Zeit. Nicht jedes Event macht Sinn. Play Hard ist wohl eher die Ausnahme.

 

 

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Learning 7: Startups und die Rechtslage

Wer vertraut schon gerne einem jungen Unternehmen mit rechtlichen Grauzonen statt einer etablieren Beratungsagentur, gerade wenn es sich dann auch noch um sensible Daten handelt? Unsere erfolgreiche Implementierung einer komplexen Mitarbeiterumfrage für TUI.com lief zwar sehr gut aber leider war das Thema Datenschutz und das Vertrauen in Onlinetools 2013 etwas schwierig. Viele Startups operieren ungewollt in juristischen Grauzonen, verursacht durch die Neuartigkeit des Angebots, das es häufig in der Form noch nicht gibt. Rechtliche Rahmen müssen oft erst gefunden und angepasst werden. Etablierte Unternehmen sollten Startups eine Chance geben mit ihnen zusammen Dinge zu entwickeln.

 

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Learning 8: Die App-Store Einreichung

Eines der größten Probleme mit denen wir zu kämpfen hatten, war die Einreichung unserer App in den unterschiedlichen AppStores. Für Android der Google Play Store, der relativ unumständlich funktioniert und nach ca. 4 Stunden ist App zum Download bereit. Für iPhone hingegen ist dieser ganze Prozess etwas komplizierter. Man reicht die App in den iTunes Store ein und muss dann auf die Prüfung der App von Apple warten. In unserem Fall bekamen wir nach ca. 20 Tagen einen Anruf aus Amerika, wo wir nun ganze 30 Minuten am Telefon Rechenschaft zu votingLAB ablegen mussten. Eine absolute Katastrophe, da wir in dieser Zeit keine Marketingmaßnahmen planen konnten. Hinzu kommen monatliche Updates mit Produktverbesserungen, die jedes Mal von neuem von Apple überprüft werden. Die Wartezeit lag bei uns im Durchschnitt zwischen 7 bis 14 Tagen. Die Review-Zeit (Einreichungen von Verbesserungen oder Fehlerbehebung) hingegen bei nur wenigen Stunden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Learning 9: Marketing

Von Anfang an war votingLAB  eher produkt- und funktionsgetrieben, wir wollten die perfekte App veröffentlichen. Marketingmaßnahmen haben wir nebenbei betrieben. Die Folge: Ein bisschen Facebook und Twitter reichen einfach nicht aus und können keinen professionellen Vertriebs- oder Marketingmenschen ersetzen. Marketing und Analyse muss von Anfang an Vollzeit betrieben werden. Nebenbei mögliche Marketing oder Vertriebsstrategien zu entwickeln ist nahezu unmöglich. Selbst das beste Produkt verkauft sich nicht von selbst. Das Vertrauen der Zielgruppe zu gewinnen, bedeutet viel Zeit und Arbeit.

 

 

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Learning 10: App-Entwicklung und Geld verdienen

Der App Markt ist vollkommen übersättigt und unübersichtlich. Unzählige gute Apps tummeln sich in der Appstores und warten auf einen Download. Leider gibt es nur sehr wenige Erfolgsgeschichten, die es bewiesen haben, dass man mit einer App Geld verdienen kann. Bei uns blieb der große Downloaderfolg nach der Markteinführung aus. Namen wie Instagram, Snapchat, Tinder, WhatsApp kennt jeder, diese sind wachstumsorientiert und laufen klassisch sehr lange ohne Umsätze und Gewinn. Oft haben diese Unternehmen kein klares Geschäftsmodell und fangen mit den Gedanken über die Monetarisierung der Apps erst an wenn eine bestimmte Verbreitung bereits erreicht wurde und diese sind absolute Ausnahme Unternehmen. Unsere Erfahrung der letzten zwei Jahre: es herrscht nach wie vor eine App-Müdigkeit. Die Realität sieht nämlich anders aus! Schaut man sich sein persönliches Nutzungsverhalten an wird man sehr schnell feststellen, dass man selbst nur einige wenige Apps täglich nutzt. Hinzu kommen enorme Barrieren für Anbieter, die Apps für die unterschiedlichen Geräte (Android, Windows, Blackberry, Apple) anzupassen und in den unterschiedlichen Appstores einzureichen und zu pflegen. Und zu guter Letzt der Nutzer, der den kleinsten Bug (Fehler) nicht verzeiht und die App sofort von seinem Smartphone löscht und nie wieder installiert.


 

Niemand hängt einen Misserfolg gern an die große Glocke. Scheitern kann aber auch gute Grundlage für den zukünftigen Erfolg sein. Meine Erfahrungswerte der letzten Jahren sind eindeutig wertvoller als so manches Masterstudium. Meine Entscheidung zu Gründen habe ich keinen einzigen Tag bereut. Viele Entscheidungen würde ich heute anders treffen, aber gründen würde ich immer wieder.


 

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EcoToiletten

Comments (0) Blog, Nachhaltigkeit, Startup, Umwelt

 

Endlich, Abhilfe beim Toilettenproblem auf Festivals!

Es gibt da draußen wirklich bessere Konzepte mit denen man sich beschäftigen möchte als Toiletten und deren Nutzung. Aber warum gibt es dafür noch keine Lösung? Wie durch ein Wunder wurde ich im Sommer 2015 nun des besseren belehrt und ein junges Berliner Unternehmen hat sich diesem leidigen Problem angenommen.

Die Nation of Gondwana, ein alternatives Festival in der Nähe von Berlin war schon immer offen für neue Ideen und die Macher der EcoToiletten stellten dort ihre Toiletten zur Verfügung. Diese konnte man als Festivalbesucher kostenfrei nutzen. Das Besondere: Diese Toiletten sind geruchlos und ökologisch.

Natürlich musste ich das Konzept vor Ort testen und war sofort begeistert. Das Konzept ist eine echte Alternative gegenüber Dixi und Co.

Doch wie funktioniert das ganze Konzept? Ganz einfach – man verrichtet sein Geschäft und gibt nach getaner Arbeit einfach Holzspäne drauf. Die Späne nehmen den Geruch auf und der Reinigungsservice von den EcoToiletten leistet den Rest. Keine Chemie und kein zusätzliches Wasser wird benötigt. Aus dem Geschäft wird später fruchtbarer Boden. Zum anderen unterstützen die EcoToiletten die Arbeit des Vereins Non-Water Sanitation e.V., der nachhaltige Sanitäranlagen baut und Aufklärungsarbeit für Leute ohne Zugang zu angemessener Sanitärversorgung durchführt. Daumen hoch, tolles Konzept!

Weitere Informationen findet man hier: www.ecotoiletten.de

 

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141 (one-four-one). Digital anders

Comments (0) Beruf, Blog, Startup, Web

renate


Die Gründerwerkstatt der Beuth Hochschule in Berlin Schöneberg (Kurfürstenstrasse 141) war der Nährboden, an dem im Herbst 2014 die erste Idee zu 
one-four-one von mir und meinem Mitgründer Christopher entstand. Im Rahmen eines Stipendiums entwickelten wir die gemeinsame Vision mit „141“ neben dem Referenzprojekt votingLAB das komplette Spektrum an innovativen und einzigartigen Konzepten für Unternehmen anzubieten. 141 ist ein Netzwerk für analoge und digitale Medien.

 

141-skizze

Logoidee am Handy


Seit Februar 2015 arbeiten wir interdisziplinär an den unterschiedlichsten analogen und digitalen Projekten zusammen. Mit unserem eigenen Startup 
votingLAB haben wir ausreichende Gründungserfahrung in den letzten Jahren in der Berliner Start-up Szene sammeln können und möchten nun dieses Wissen weiter geben. Unsere gemeinsame Vision ist die kreative Leidenschaft und der unaufhaltsame Entdeckergeist – ortsunabhängig und in Kooperation mit den unterschiedlichsten Fotografen, Autoren, Textern und Programmierern.

Sowohl kleine als auch mittelständische Unternehmen bis hin zu Institutionen im sozialen Bereich gehören zum Kundenkreis. Von der Beratung, Strategie, Konzeption und Entwicklung bis hin zur Organisation von Workshops trifft man hier auf Expertenwissen – alles aus einer Hand. 

Zur Seite: Link

 

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