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Mein ganz persönlicher Rückblick 2018 (#3)

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Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere

Es ist 20:40 Uhr, der 21. Dezember 2018, es war mein letzter offizieller Arbeitstag für dieses Jahr, ich sitze auf dem Sofa, die Regentropfen klopfen an das Fenster und ich schreibe die ersten Zeilen, von meinem Jahresrückblick nieder. Es ist verrückt, vor genau einem Jahr wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Freude am Leben haben kann. Es ging mir alles andere als gut. Ich hatte ein Burnout und wusste nicht mehr, wie es weiter geht. Meine Ärztin empfahl mir, dass ich meine Arbeit kündigen und mir psychologische Hilfe suchen sollte. Schlechter hätte ein Jahr kaum enden können. Zurückblickend fasse ich mein Jahr in drei Worte: Neuanfang, Neuausrichtung und tiefe Dankbarkeit für all die verrückten, traurigen und spannenden Dinge, die passiert sind. Danke 2018.

Warum ich das Jahr reflektiere?
Um mich vom alten Jahr zu verabschieden.
Um zu würdigen, was ich erlebt habe.
Um meine Erfolge zu feiern.
Um herauszufinden, wo ich stehe.
Um zu lernen.
Um mich neu auszurichten.

2018: Ein Jahr wie sein Sommer: heißer, als es manchen lieb war. Immuntherapie gegen Krebs, Donald Trump, Brexit, Razzien in Bassiani, Fußball WM, Königshochzeit, der Tod von Stephen Hawking, der Suizid von Avicii, Rückzug von Merkel als CDU-Chefin, Turbulenzen an den Finanzmärkten, Reduzierung von Plastikmüll, Klimawandel, Google Home und Amazon Echo, Apple Pay, Sony WH-1000XM3, Google Pixel 3, Apple Watch Series 4, …

 


Was bewegte mich 2018 und was möchte ich mit der Welt teilen?

Januar 2018: Die Aussichten für das Jahr waren alles andere als gut. Den Rat meiner Ärztin mit der psychologischen Hilfe musste ich nach mehreren Anläufen Anfang des Jahres abbrechen, da es unmöglich war in Berlin einen Termin zu bekommen. Ich hatte nicht die Kraft einen Therapeuten zu finden. Das Thema war mir äußerst unangenehm da Burnout oder Depression gesellschaftlich für viele Menschen noch immer schwer verständlich sind. Ich fühlte mich missverstanden und hilflos. Entweder gab es keine Termine oder aber man sucht sich eine private Praxis, wo die Preise ab 100 € pro Sitzung losgehen. Für einen kranken Menschen nur schwer realisierbar zum einen wird man zusätzlich unter Druck gesetzt und zum anderen weiß man nicht wie lange so eine Krankheit andauern kann – ein Teufelskreis. Ich entschied mich für eine andere Lösung und startete mit nur wenig Kraft in das neue Jahr, es ging mir sonderlich schlecht und ich wusste nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen sollte. Aufgeben war wie immer keine Option für mich, bloß keine Schwäche zeigen. Mit aller Kraft wollte ich die zwei Jahre für den Lebenslauf in Festanstellung voll bekommen, komme, was wolle. Im Nachhinein weiß ich das es eine dumme Idee war und ich die Horrorshow schon viel früher hätte abbrechen müssen, doch ich war im Hamsterrad gefangen. Immer 100 Prozent geben und es auch von allen anderen erwarten – diese Rechnung ging natürlich nicht auf.

Viele fragten mich, wie ich aus dem Burnout herausgekommen bin. Das regelmäßige Meditieren wurde zur Routine, 2106 Minuten und 227 Mediationen waren es 2018. Ich habe das Jahr wie die Jahre zuvor mit einem einmonatigen Coaching mit Laura Malina Seiler (Rise Up & Shine University) gestartet. 5 Tage die Woche jeden Morgen vor der Arbeit ca. 45 bis 60 Minuten ein Live Coaching plus Hausaufgaben, einen ganzen Monat lang. Es fiel mir durch meine aktuelle Situation sichtlich schwer das Programm durchzuhalten, aber es gab mir Halt und ich konnte einen Fortschritt der Besserung erkennen. Es gab noch andere Menschen, die die gleichen oder ähnliche Probleme hatten. Wir tauschten uns aus und lernten voneinander. Der Höhepunkt war das letzte Januarwochenende mit dem Abschlussevent des Coaching Programms. Über 600 Absolventen trafen sich in den Bolle Festsäle in Moabit und teilten ihre Erfahrungen. Es war ein großer Saal mit unheimlich viel positiver Energie. Ich hatte wieder neuen Mut und Kraft gesammelt und den absoluten Willen mein Leben in die Hand zu nehmen. Am Sonntag folgte ein weiterer Tag Coaching mit Tobias Beck „Masterclass of Personality“ mit meiner besten Freundin Änn. Das Thema war ebenfalls Persönlichkeitsentwicklung und Visionsfindung. Ein Wochenende der Superlative und ein Monat, der es in sich hatte und mir Kraft für das neue Jahr gab. 

Februar/März: Ein Wochenende in Hamburg. Mein neues Smartbike von Vanmoof. Ich schleppte mich von Monat zu Monat. Es kam, wie es kommen musste. Am 21. März wurde ein Drittel der Firmenbelegschaft gekündigt. Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern, wo im Townhall die Botschaft verkündet wurde. Jeder einzelne Mitarbeiter bekam nach der Verkündung eine E-Mail mit einer Anweisung wie es bei ihm oder ihr weiter geht. Aus unserem Team musste eine Person gehen, es gab Veränderungen im Management und es war ein Rückschlag für die Firmengeschichte, aber natürlich auch eine Chance. Für den großen Relaunch wurden über 20 neue Mitarbeiter eingestellt und da der Relaunch ein FuckUp war, mussten die Stellen natürlich wieder abgebaut werden. Spätestens jetzt war meine Zeit gekommen mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und eine Entscheidung zu treffen. Unser Team in der Produktentwicklung schrumpfte in nur acht Monaten von acht auf zwei Personen.

1.590 Kilometer zurückgelegt (seit Mai 2018)

Zu Ostern folgten ein paar entspannte Tage an der polnischen Ostsee, wo ich mir weitere Gedanken gemacht hatte. Der Entschluss stand fest, meine berufliche Reise war an der Stelle beendet. Ich kam nicht mehr weiter da die Veränderungen und der Rückschlag zu lange gedauert hätten. Ich hatte für den Relaunch dort angefangen und das Projekt gab es in dem Sinne nicht mehr. Der Trümmerhaufen war zu groß und zu viele gute Leute mussten das Unternehmen verlassen.
Körperlich und geistig litt ich immer noch unter Kontrollverlust, ich hatte Angst vor der Zukunft und glaubte den Müll den manche Menschen mir erzählten. Ich wollte wieder frei sein, Menschen um mich herum haben die mit mir lachen, die fröhlich sind und Ziele im Leben haben und keine Nörgler. Menschen mit Visionen, Menschen die so denken wie ich, Menschen die ihre Arbeit und ihr Leben mögen.

April: Das Jubliläum – 10 Jahre franzidesign, hunderte von digitalen und analogen Projekten füllen mein Portfolio. Hunderte von kleinen, mittleren und große Kundennamen durfte ich in den letzten Jahren betreuen und alle schenkten mir ihr Vertrauen.
Ich hatte es bei franzidesign in diesem Jahr endlich geschafft mehr und mehr „Nein“ zu sagen und wirklich nur Projekte anzunehmen die mir Spaß machen. Durch die Festanstellung bin ich unabhängig und frei und kann entscheiden mit wem ich zusammen arbeite oder aber auch nicht, was eine große Befreiung ist.

Ich fasste den Entschluss meine zwei Jahre für den Lebenslauf vollzumachen, 100 Prozent zu geben und bis dahin alles Menschenmögliche in Bewegung zu setzen, um etwas zu ändern. Natürlich brauchte ich auch einen Plan B, da ich bestimmte Dinge nicht beeinflussen kann, somit nahm ich Gespräche mit Recruitern auf. Eine Dame hatte es durch sehr viel Sympathie geschafft mein Interesse zu wecken und ich entschied mich für eine Vorstellungsrunde. Es war Anfang April, ein Monat vor dem Vollenden der zwei Jahre Festanstellung, ich nahm das Gespräch an. Neugelb – eine Service Design Agentur, eine Tochter der Commerzbank mit Sitz in Berlin und Frankfurt war die erste Wahl. Im letzten Jahr hatte ich auf der UX Konferenz in Frankfurt einen ersten Eindruck von Neugelb bei einem Vortrag bekommen.
Vom Verbraucherportal Relaunch zum Bankenwesen? Egal ob Mode, Medizin, Carsharing, Startup, Beauty oder Kunst, ich habe schon auf den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet. Banking fehlte noch im Portfolio – eine komplett andere Richtung, genau das ist es was ich an meinen Beruf liebe, die unterschiedlichsten Facetten, Bereiche und Herausforderungen. Ich hatte in den letzten zwei Jahren bei Testberichte so unendlich viel dazu gelernt das mich der Relaunch der Commerzbank reizte. Somit folgte ich der Einladung nach Kreuzberg auf den Hinterhof in der Nähe vom Görlitzer Park. Das Gespräch war angenehm und ich fühlte mich endlich wieder wertgeschätzt. Die neuen Herausforderungen klangen äußerst spannend und anspruchsvoll, noch dazu ein internationales Team. Problem nur, ich konnte Mariana auf keinen Fall zurücklassen. Wir haben uns bei Testberichte kennengelernt und eine turbulente Zeit zusammen durchlebt, sie war immer für mich da und hat mir in der ganzen Zeit immer zur Seite gestanden und wusste, was wir durchgemacht hatten. Doch nun war unsere Zeit gekommen, Zeit für Neues. Wir sind ein Dreamteam, beruflich und privat kann man uns nicht trennen. Kurz bevor ich mich von dem Bewerbungsgespräch verabschiedete entdecke ich eine Stellenausschreibung auf dem WC. Mariana schickte ihre Unterlagen ebenfalls hin und wie der Zufall es wollte bekamen wir beide eine Zusage. Somit war klar, das war ein Zeichen und wir müssen das Zeichen wahrnehmen. Wir entschieden uns umgehend zu kündigen.

Mai/Juni: Am 8. Mai wurde in unserer alten Firma verkündet, dass wir gehen. Unser letzter Arbeitstag stand rot im Kalender, Donnerstag, der 24. Mai 2018. Es war Zeit für neue Herausforderung und unsere Reise war an der Stelle beendet. Danke an alle Weggefährten bei Testberichte, danke für das Vertrauen im Branding Prozess, danke für die vielen Ideation Stunden, danke für die Design Sprints, danke für die Erfahrungen, die ich sammeln durfte.

Am Abend ging es zum letzten gemeinsamen Bier mit den Kollegen ins Golgatha. Ich bin unendlich dankbar, dass mir so viele diese letzte Ehre erwiesen haben. Im Nachhinein bin ich dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und möchte auch anderen den Mut machen ihren Weg zu gehen, hört auf euer Herz.
Das letzte Mai Wochenende wurde nochmal turbulent. Am 24.5. war unser letzte Arbeitstag, am 26.5. ging es zur DNX Konferenz wo es um das Thema ortsunabhängiges Arbeiten dreht, am 27.5. wurde es nochmal sportlich – die XLETIX-Challenge M mit 18+ Kilometer Hindernislauf.

Am 28.5. in die verdiente Auszeit nach Kroatien zum Yoga Retreat und Rundreise durch Kroatien, um neue Energie zu tanken und mit frischem Wind in neue Projekte zu starten. Eine Woche Yoga, unser Tagesprogramm bestand aus Yoga vor dem Frühstück und vor dem Abendessen und zwischendrin viel Entspannung.

In Kroatien konnte ich mich wieder neu ausrichten und ich war gespannt, was der neue Job für mich bringt. Was erwartet mich? Werde ich wieder 100 Prozent funktionieren? Sind die Kollegen nett? Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Kunden?
Ich hatte große Angst international zu arbeiten, jeder der im Osten aufgewachsen und über 30zig ist weiß, wovon ich rede. Für alle Wessi‘s die mitlesen: wir hatten die schlechtesten Englischlehrer des Planeten und uns wurde früher eingeredet das Russland die Weltmacht wird. Somit hatte ich zu der Zeit großes Bedenken wie ich mich schlagen werde. Ende Juni ging es zur Eingewöhnung für zwei Wochen zum Englisch Intensivkurs und ich war tierisch gespannt was mich in der neuen Agentur erwartet.

Juli: Anfang des Monats war es so weit und wir hatten unseren ersten Tag. Wir wurden herzlich empfangen. Wir starteten mit einem Projekt zum Thema Wertpapier. Ein komplexes Thema, in das wir uns erstmal einarbeiten mussten. WKN (Wertpapierkennnummer), ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) sind nun keine fremden Abkürzungen mehr.

August/September: Ein Sommer wie er im Buche steht. Zwei relativ unspannende Monate. Ich arbeitete viel und genoss den Sommer in Berlin. Ich bekam mein erstes eigenes Projekt bei Neugelb. Wie der Zufall es wollte mit Mariana als Projektmanager und ich als UX Designer, somit konnte gar nichts schiefgehen und wir führten unseren ersten Design Sprint mit der Commerzbank durch. Es war mega lustig, zwei junge Frauen und die vielen Bänker in Anzug. Ich mit Nasenpiercing und Tattoos zwischen den ganzen Bankingtürmen in Frankfurt. Es war spannend und aufregend zugleich. Endlich hatte ich wieder Hoffnung und war wieder bei meinen 100 Prozent, die alte Franzi war wieder da und ich konnte wieder von Herzen lachen, ich war wieder mitten im Leben, da wo ich hingehöre.
Es gab ein grandioses Sommerfest „Disconnect“ – zwei Tage Auszeit im Harz mit den lieben Kollegen und Ende August ging es zur Female Future Force Konferenz (FFF) ins Funkhaus.
Und dank IP Garten gab es jeden Freitag frisches Gemüse bis an die Haustür.

Oktober: Zeit für einen Tapetenwechsel: Und so ging es für ein Wochenende nach Stockholm. Die Stadt ist auf 14 Inseln verteilt, bargeldlos und umgeben von Parks, Wäldern. Es war ein goldener Herbst, es war wundervoll warm und ich kann den Oktober als Reisemonat nur empfehlen. Drei Tage in der schwedischen Hauptstadt ohne Münzen und Scheine. Alles digital und problemlos mit der Kreditkarte bezahlbar, selbst die öffentliche Toilette kann per Kreditkarte bezahlt werden. In einigen Geschäften kann man sogar ausschließlich digital bezahlen. Erst fand ich es ungewohnt doch gewöhnt man sich sehr schnell dran. Wenn man Design, Kultur und Natur mag ist man hier genau richtig.

November: Es wurde nochmal sportlich und ich schaffte es, Mariana von dem Litte Mammutmarsch zu überzeugen – 30 Kilometer zu Fuß, ein Spaziergang der besonderen Art. Wir meldeten uns an und liefen mit hunderten von verrückten Menschen um den Müggelsee, wir reflektierten, wir lachten und wir teilten unseren Schmerz zusammen bis ins Ziel.

Dezember: Als ob das Jahr nicht schon turbulenter hätte sein könnten entschloss ich mich den lang geplanten Umzug in eine größere Wohnung noch in diesem Jahr abzuschließen. Gesagt getan und nach nur einer handvoll Besichtigungen war dann die Traumwohnung dabei.
Mitten im Umzugsstress ging es zum zwei Tages-Seminar mit Jacob Drachenberg „Die Macht der gesunden Stressbewältigung“. Statt Selbstoptimierung ging es zum Jahresabschluss, um das Thema Stress. Stress nicht als negativ zu sehen, sondern als Antrieb, der uns helfen kann. Bis heute fällt es mir sehr schwer abzuschalten. Den Moment im hier und jetzt zu genießen. Einfach mal nichts tun. Selbst gerade in diesem Moment sitze ich am Macbook und tippe diese Zeilen nieder statt ein Buch zu lesen und einfach zu entspannen. Etwas verrückt, wenn ich es genauer betrachte. Mit Stress umgehen und diesen nutzen fällt mir nach wie vor schwer. Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für das kommende Jahr. Einfach mal noch mehr „Nein“ sagen. Noch mehr Zeit für mich investieren. Achtsam zu mir sein, achtsam zu meinem Körper.

Musikalisch war es nicht mein Jahr. Meine berufliche Neuausrichtung forderte viel Kraft somit blieb es 2018 eher ruhig. Meine musikalische Ausbeute 2018: Suicde Circus, 2 x Berghain, Fusion Sonntag, Nation of Gondwana Wochenende, CSD, Wilde Möhre Festival, Kraftwerk auf dem Lollapalooza und Deadmou5.

Eine letzte Sache, die mich dieses Jahr sehr bewegt hat: Viele haben mich in den letzten Wochen und Monaten auf Facebook, Instagram oder Messanger angeschrieben und nachgefragt was mit Änn & Fränn los ist. Was ist aus den spannenden Reisegeschichten auf www.rucksackblog.de geworden und warum es so ruhig geworden ist. Natürlich gehört auch das in meinen Rückblick 2018. Leider kann und will ich an dieser Stelle nicht so weit ausholen. Manchmal brauchen Dinge einfach seine Zeit.

Zusammenfassend hätte das Jahr 2018 nicht turbulenter und meine Phönix Tätowierung auf dem rechten Arm hätte wieder nicht passender sein können. Diese Jahresreflexion ist für mich ein Motivator, um vermeidliche Schwächen aufzudecken. Sie ist die Chance mich neu auszurichten. Für das kommende Jahr wünsche ich mir noch mehr Achtsamkeit und Dankbarkeit. Auch dieses Jahr haben mich die schweren Phasen wachsen lassen. Leid macht uns stark, ist unser Lehrer und uns wird gezeigt das das Leben nicht perfekt ist. Das Leben ist nicht in Stein gemeißelt. Es läuft in Phasen und Zyklen. Leben ist ewiges Lernen. Leben ist ständige Bewegung und somit ständige Veränderung. Man sollte alles nicht zu ernst nehmen und einfach mal in den Tag leben, ungesund essen, auf Sport pfeifen und glücklich sein. Nicht immer nur auf die Dinge schauen, was man noch braucht, sondern was man bereits hat. Für mich war es ein grandioses Jahr und ich freue mich riesig auf das kommende Jahr mit meinen neuen Herausforderungen. Ich bin so unendlich gespannt …

Was sind deine Ziele und Wünsche für das Jahr 2019?

 

Mein ganz persönlicher Rückblick
2017: https://franzidesign.de/mein-rueckblick-2017

2016: https://franzidesign.de/mein-ganz-persoenlicher-rueckblick-2016-1

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Service Design (Human-Centered Design)

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Die NEUE Revolution

Die Grenze zwischen physischen Produkten und digitalen Dienstleistungen verschwimmt zunehmend durch die digitale Transformation. Unternehmen müssen umdenken, um sich langfristig am Markt zu positionieren. Es gibt viele neue zunehmend digitale Berührungspunkte mit den Kunden, die es aufeinander abzustimmen gilt. Vom Onlineshop zur Auktionsplattform bis hin zur komplexen Applikation. Die Kunden nutzen immer mehr Endgeräte und erwarten heutzutage ein einheitliches und ansprechendes Kundenerlebnis auf den unterschiedlichen Geräten. Mobile Versionen für Smartphone, Tablet und Touchscreen sind Pflicht!
Service Design eröffnet dabei neue Möglichkeiten für Dienstleistungen und Innovation. Es fordert die Unternehmen heraus die unterschiedlichen Kanäle zielgruppengerecht zu bedienen. Service Design ist nutzerzentriert und analytisch.

 

Nutzerbedürfnisse und interdisziplinäre Teamkraft

Immer mehr Unternehmen entdecken Service Design als Methode, um Kundenzufriedenheit und Innovationspotenziale zu erkennen und zu optimieren. Nutzerorientiertes Denken und Handeln kann durch Service Design in den Alltag eines jeden Unternehmen integriert werden. In diesem Zusammenhang bietet Service Design ein nutzerzentriertes Vorgehen an, um Dienstleistungen bedürfnisorientiert zu gestalten. Regelmäßige kurze Interviews mit Verbrauchern und Nutzern helfen Einblicke in bestehende Probleme zu bekommen. Service Designer denken Produkt- und Service-Ideen konsequent, betriebswirtschaftlich und nutzerzentriert und ermitteln aus den daraus ableitbaren Konzepten neue Geschäftsmodelle. Die Dienstleistungen werden stets aus Nutzersicht konzipiert, um ein einzigartiges Kundenerlebnis zu erzielen. Nur wer seinen Nutzer (Kunden) kennt, kann eine optimale Dienstleistung entwickeln. Nutzerbedürfnisse verstehen, Bedürfnisse aufspüren, Kundenzufriedenheit steigern, Innovationspotentiale erkennen und Verhaltensänderung einfacher machen.
Die Einbindung von Methoden aus dieser Disziplin helfen dabei enorm, den Nutzer bzw. Kunden tief gehend zu verstehen und ein innovatives Produkt zu kreieren, das Nutzerinteressen und Unternehmensziele in Balance hält. Sinn und Zweck ist es, dass irrelevante Funktionen implementiert oder Interaktionen konzipiert werden, die für den Nutzer nicht relevant sind. Dieses schafft man durch Nutzerbefragung, Interviews und ein interdisziplinäres Team aus Designern, Programmierern, Konzeptern und Projektmanagern die eng zusammenarbeiten und die Probleme aus den unterschiedlichen Fachrichtungen beurteilen, bearbeiten und ganzheitlich betrachten.

Die iterativen Phasen des Service-Designs

  • Exploration (wie tickt der Nutzer und wie interagiert er)

    Methoden: Personas, User Journeys, Interviews und Umfragen
  • Kreation (Storyboards, Scribbles, Mock-up, erste Klickdummys und Prototypen verschiedener Sichtweisen – Mitarbeiter und Kunde/Nutzer)
  • Reflektion und Nutzertest (AB-Test, Interviews, Card-Sorting, Validierung)
  • Implementierung (Prototyp)

… Optimieren! Testen! Optimieren! Testen!

 

Fazit: Durch die steigende Komplexität der Kundenbeziehungen reicht die Ästhetik und die technischen Merkmale eines Produktes allein nicht mehr aus. Erst das Erlebnis am und mit dem Produkt schafft eine nachhaltige Kundenbindung und somit zum nachhaltigen Erfolg. Service Design macht Unternehmen zukunftsfähig und dient nicht nur dazu, neue Dienstleistungen zu entwickeln, sondern hat auch grundlegende Auswirkungen auf die Unternehmenskultur. Service Design umfasst komplette Prozesse innerhalb eines Organisationsmodell und bildet die Schnittstelle zwischen Marketing, Design und Technologie und verbindet viele unterschiedliche Disziplinen wie Produktdesign, Grafikdesign, Datenanalyse, Experience Design und viele weitere.

 

Die Prinzipien von Service Design von Yosef Shuman

Podcast zum Thema: Service Design Thinking
Abends in der Kreativwirtschaft (AKW)
Von: Jan Jura (Teamleiter Konzeption und User Interface Design)

Zum Podcast

 

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UX/UI-Design? Wo liegt der Unterschied?

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ui-ux
Entwickeln, testen, verbessern und wiederholen …

Die meisten, die diesen Artikel lesen, surfen täglich etliche Stunden berufsbedingt oder in ihrer Freizeit auf den unterschiedlichsten Internetseiten oder nutzen gelegentlich Apps, um sich das Wetter oder die nächste Verbindung auf ihrem Smartphone anzeigen zu lassen. Egal ob Tablet, PC, Laptop oder Handy. Die Herausforderung ist es für die unterschiedlichen Geräte und Anwendungen die passenden Lösungen zu entwickeln. Waren es vor ein paar Jahren noch einfache Informationsseiten, so sind es heutzutage komplexe Applikationen, Oberflächen oder aber Chatboots, die dem Nutzer Echtzeitfeedback geben und unser Leben verändern.

Lange Zeit bestand die Aufgabe von Designern darin grafische Oberflächen zu gestalten. Schön musste es sein, doch haben sich im Laufe der Jahre die Anforderungen stark geändert und es kamen immer neue Aufgaben und damit verbundene Berufsbezeichnungen hinzu. Wie im Wilden Westen verwendet jeder nach Lust und Laune die unterschiedlichsten Job Definitionen. Webdesign, Screendesign, Motion Design, Visual Design, UX-Design, UI-Design, Interaktionsdesign, Interfacedesign, User Interface Design, Human Interface Design und noch viele weitere.

Als Kommunikationsdesignerin kann man sich der digitalen Transformationen nicht verschließen und muss viele Dinge ausprobieren und sich immer weiterentwickeln. Die gelernten gestalterischen Ansätze sind dabei von enormer Bedeutung bei der Konzeption. Im Grundsatz geht es aber immer um die reibungslose Interaktion zwischen Mensch und Maschine, die sogenannte UX (User Experience – das Nutzererlebnis). Es ist eine Kombination aus Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen und Verstehen von Prozessen und die damit verbundene Umsetzung.
 

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hat der amerikanische Architekt Louis Sullivan einen Begriff geprägt. Dieser bringt die Entwicklung vom UI- zum UX-Design gut auf den Punkt: Form folgt Funktion. „Form follows function“

 

Wie die digitale Transformation ändern sich, wie oben schon beschrieben, die Aufgabenbereiche im Bereich Kommunikationsdesign. Aktuell arbeite ich hauptberuflich als Interactionsdesignerin (UX- und UI-Designerin) und gestalte Interaktionsabläufe für Software-, Internet- und mobile Applikationen. Das oberstes Ziel ist es, dass der Nutzer das Konzept versteht und reibungslos agieren kann, wobei der Fokus der Gestaltung ganz klar auf der Interaktion und den Bedürfnissen der Nutzer liegt. Meine Aufgabe ist es die Bedürfnisse und das Verhalten menschlicher Interaktion (Nutzerführung) mit dem Computer (human-computer interaction) zu analysieren und diese dann auf eine intuitive und verständliche Benutzeroberfläche zu transferieren. Jeder der sich bei der Bedienung eines Deutsche Bahn Ticketautomaten am Bahnsteig schon mal geärgert hat wird, sicherlich verstehen was ich meine.

In der Praxis unterscheidet man zwischen dem User Interface (UI), das Schnittstellendesign, und der User Experience (UX). Beim UI sorgt der Designer dafür, dass die User Interface Elemente einer Applikation, nämlich Interaktionshelfer wie z. B. Buttons, Schieberegler, Formulare etc., in einem erfassbaren Zusammenhang stehen und vom Nutzer verstanden werden.
Die User Experience (UX) ist für das Nutzererlebnis einer Applikation verantwortlich, damit die Erwartungen des Nutzers erfüllt werden und eine reibungslose Bedienung gegeben ist. Hierbei geht es zum Beispiel um die Animation, die das Erlebnis der Benutzerführung unterstützen soll. Wie zum Beispiel ein Fortschrittsbalken (Ladebalken), ein Eingabefeld mit Hilfetext beim Ausfüllen eines Formulars oder einer Kontaktanfrage. Die Frage ist dabei immer die gleiche:

„Wie kann man eine dezente Animation hinterlegen, die dem Nutzer hilft die Oberfläche einfach zu bedienen und keine Fragen offen lässt?“

Ein einfaches Beispiel: Eine Person nutzt eine App oder Plattform und muss aufgrund von Ladezeiten warten bis sich eine neue Seite oder ein Prozess aufbaut. Die meisten Personen brechen nach nur wenigen Sekunden ohne Rückmeldung ab. Die Lösung: Den Nutzer durch kleine Interaktionen (Microinteractions) wie zum Beispiel ein Zahnrad oder ein Ladebalken abholen damit dieser eine unmittelbare Rückmeldung bekommt, dass es einen kurzen Moment dauern kann.

ladebalken

Wobei man beide Bereiche UX (Verhalten und die Zufriedenheit der Nutzer) und das UI (User Interface) nur schwer voneinander trennen kann. Beide Bereiche müssen immer zusammen betrachtet werden. Die User Experience entscheidet über Erfolg und Misserfolg eines Produktes. Nur durch die Kombination beider Bereiche schafft man es seine Zielgruppe zu begeistern.

 

Zum Schluss noch ein schönes Zitat von Steve Jobs:
If the user is having a problem, it’s our problem”

 

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Der Geist der das Netz spaltet! Snapchat

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snapchat

Kaum ein Medienhaus hat noch nicht über die Foto- und Video-Messenger App mit dem kleinen Geist berichtet. Der Social Media Trend der aktuellen Stunde heißt Snapchat. Das neue große Ding oder doch nur eine Blase?


Seit einigen Jahren besuche ich mehr oder weniger systematisch Veranstaltungen der digitalen Szene und habe ein Gespür dafür, wie analoge und digitale Welt noch viel zu sehr getrennt voneinander betrachtet werden.

In der letzten Woche folgte ich der Veranstaltung mit dem Titel: „Snapchat, Instagram & Co. – die Rolle des Bildes in der digitalen Kommunikation“. Auch hier konnte man dieses Phänomen sehr gut beobachten. Es herrschte Ausnahmezustand im Telefónica BASECAMP. Berghain-ähnliche Zustände spielten sich in der Mittelstraße in Berlin ab. Mit etwas Glück hatten wir es kurz nach 18 Uhr geschafft die Räumlichkeiten zu betreten. Vor Ort tummelte sich so fast jeder, der in der Agentur- oder Marketingwelt etwas zu sagen hat. Jeder wollte dabei sein und filmte mit seinem Smartphone das Szenario und manche veröffentlichten einen sogenannten „Snap“ auf Snapchat. Viele von den anwesenden Ü25 waren keine aktiven Nutzer der App und hatten scheinbar überhaupt keinen Plan was man mit Snapchat überhaupt machen kann. Viel zu laut und nicht wirklich interessant folgten wir der Veranstaltung tapfer bis zum Ende.

Der Mitschnitt der Veranstaltung (26.04.2016): https://www.youtube.com/watch?v=GXQkYhCkSKU

 

 

Eine Woche später folgte das zweite Snapchat Event Happy Snapping am Dienstagabend parallel zur größten digital Messe der re:publica in den Räumlichkeiten von Einhorn, OriginalUnverpackt, und Buzzbird in Kreuzberg. Vielen Dank an der Stelle für die tolle Organisation und die schnelle Antwort von Philip von einhorn auf Snapchat. Die Moderation übernahm Philipp Steuer, Onlineredakteur, Blogger für Internettrends, Berater für Onlinemarketing und selbsternannter Snapchat Experte, der extra aus Köln anreiste. Wer sich näher für Snapchat interessiert der kann sich das kostenfreie Buch „SNAP ME IF YOU CAN“, in dem Philipp (Snapchat: philippsteuer) die Entwicklung von Snapchat genau erklärt und Nachhilfe gibt herunterladen.

 


Im Gegenzug zu der Veranstaltung in der letzten Woche hatten die meisten Anwesenden einen ungefähren Plan davon was man mit der App machen kann. Der größte Teil war scheinbar auch aktiv auf Snapchat. Dies konnte man zum Ende der Veranstaltung an der „In der Nähe“ adden Funktion in der App bemerken. Man konnte unzählige Personen zu seinem Snapchat Netzwerk hinzufügen. Die meisten, wie auch ich, fügten ohne jeglichen Sinn einfach jeden hinzu. Meine Aufgabe ist es nun alle Profile in Ruhe zu sichten und abzuwägen, wer für mich persönlich interessant ist und wer nicht.

Kurz vor halb neun ging es dann endlich los. Die Speaker waren bunt gemischt und wir fühlten uns sehr unterhalten. Wir folgten dem tollen Beispiel zum Thema Stadtmarketing von Ninia LaGrande, Autorin und Moderatorin aus Hannover (Snapchat: ninialagrande). Sie berichtet über Hannover, welches man durch ihr Snapchat Profil neu entdecken kann und welche Orte man in Hannover gesehen haben sollte, fernab des Touristenführers.

Manuel Lorenz, Journalist (Snapchat: hellobild) berichtet für die Bild Zeitung in kleinen persönlichen Geschichten und zeigt, dass die Bild auch anders kann. Abgerundet wurde das Programm von Richard Gutjahr, Journalist und Ü25 (1973 geboren). Er präsentierte vor Ort ein paar beeindruckende Beispiele (Snapchat: richardgutjahr) und machte den älteren Anwesenden Mut, dass es nicht zu spät sei mit Snapchat anzufangen. Noch ist alles neu und man hat die Möglichkeit viel auszuprobieren.

Eigene kleine Geschichten, Public Placement, Skeptiker, Bildungsinhalte per Snapchat aber auch der gehobene Marketingzeigefinger von der Agentur Brandpunkt waren dabei – eine durchaus gelungene Veranstaltungsreihe die ich nur jedem einzelnen, der sich mit Social Media beschäftigt, empfehlen kann.

 

Meine persönlichen Snaps an dem Abend

 

Welche Relevanz hat Snapchat in Deutschland und warum kommt der Hype erst jetzt zu uns?

Kurz zur Geschichte und ein paar Zahlen. Die erste Version von Snapchat erschien 2011 und wurde von drei Studenten der Stanford University gegründet. Kurze Zeit später bot Facebook dem jungen Startup mehr als 3 Milliarden US-Dollar für die Übernahme, doch die Gründer lehnten ab – mutig. Aktuell zählt das Unternehmen mit einer Firmenbewertung von 16 Milliarden US-Dollar zu den wertvollsten Startups der Welt. In den USA gilt Snapchat schon lange als „the next big thing“. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer belief sich im Jahr 2014 auf 200 Millionen. Mehr als die Hälfte der Snapchat-Nutzer ist zwischen 16 und 24 Jahre alt. Snapchat belegte in einem Ranking der Apps mit dem höchsten Wachstum der Nutzerzahl den dritten Platz. Solche Zahlen kann man nicht außer Betracht lassen und sprechen für sich.

Allgemeine Skepsis und digitale Faulheit herrschen nach wie vor an. Typisch Deutsch! Wir sind wie immer vorsichtig und schauen uns Bewegungen erst an bevor wir uns einlassen. Bloß nicht eine App sofort laden und seine E-Mail-Adresse angeben, erstmal abwarten. Bestes Beispiel die Einführung von Google Streetview. Viele hatten Angst und waren sehr skeptisch. Die Folge waren verpixelte Häuser Fronten. Heute ist Streetview nicht mehr wegzudenken.

 

Warum nutzen so viele junge Menschen Snapchat und warum versteht die Generation Ü25 diese App nicht?

Heutzutage herrscht ein Umfeld von faktisch unendlich viel Content. Immer und überall online und immer auf dem aktuellen Stand. Doch gleichzeitig verringert sich aufgrund der Masse an Inhalt unsere Aufmerksamkeitsspanne. Das heißt für den Nutzer, dass er sehr bedacht entscheidet, welche Art von Inhalt er konsumiert. Niemand will etwas verpassen, Snapchat macht es möglich, live dabei zu sein egal wo man sich gerade auf der Welt aufhält und ist im Gegensatz zu Facebook oder Twitter ein viel intimeres Netzwerk, in dem sich die User sicherer und weniger beobachtet fühlen. Somit genau richtig, um neue Sachen zu entdecken.

Hinzu kommt die Benutzerführung der App. Auf den ersten Blick ist die Bedienung für viele Menschen ungewohnt, da es bestehende Verhaltensmuster bricht. Die meisten öffnen die App und sind komplett überfordert. Du machst ein Foto, sendest es an einen Freund und entscheidest, wie lange dein Freund das Bild sehen kann. Danach ist das Bild weg. Für immer! Das ist natürlich auch etwas nervig gerade bei Videos mit Ton – auch das muss man erst lernen. Die Bilder und Videos sind bei Snapchat nicht perfekt, sie zeigen den Nutzer oder die Marke hinter den Kulissen. Lustige immer wechselnde Filter mit Temperatur- oder Geschwindigkeitsanzeige kommen hinzu. Ein absoluter Spaßfaktor und die kurze Haltbarkeit des Contents senkt die Hemmschwelle zur Veröffentlichung.

In sogenannten „Stories“ eine Art Video-Tagebuch, die 2013 eingeführt worden sind, kann man Bilder und Videos präsentieren die nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden. Snapchat macht Millionen Nutzer zu Hauptdarstellern und Regisseuren ihrer eigenen Big-Brother Sendung. Die Nutzer werden zu ihren eigenen Paparazzi und entscheiden was sie teilen möchten und was nicht. Die Menschen zeigen sich wie sie wirklich sind und man kann selber entscheiden, wer was sehen darf.

 

Macht es Sinn Snapchat für ein Unternehmen zu nutzen?

Auf jeden Fall! Neben den Beispielen am Dienstag bei der Veranstaltung gibt es viele weitere tolle und informative Profile. Zum Beispiel der Snapchat Account von ProSieben (Snapchat: pro7official). Sechs Tage lang snapchatten aktuell sechs Mitarbeiter aus sechs ProSieben-Abteilungen. Man bekommt Hintergrundgeschichten und interessante Liveberichte in Echtzeit von den unterschiedlichen Produktionen. Sogar das Europäische Parlament hat einen Accout (Snapchat: europarl) mit dem Ziel, den Nutzern einen Blick hinter die Kulissen des EU-Parlaments zu liefern. Jeden Freitag gibt es einen Wochenrückblick, der die Themen der vergangenen sieben Tage auf kreative und unterhaltsame Weise zusammenfasst. Daumen hoch und losgeht es!

Gerade als Unternehmen sollte man sich auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse einstellen und sich neuen Kommunikationskanälen nicht verschließen. Natürlich sollte auch klar sein, dass man hierfür Zeit und eine gewisse Strategie benötigt, die nicht sofort ersichtlich ist. Was möchte ich präsentieren und wie? Nur so kann ich meine Zielgruppe bei Laune halten.

Die Mechanik von Snapchat stellt viele Nutzer und Unternehmen vor neuen Herausforderungen, da die Herangehensweise neu ist. Im Gegenzug zu Facebook, Instagram, YouTube und Co können nur die Ersteller die Abrufzahlen der Stories selbst sehen. Es gibt keine für alle sichtbaren Likes und Kommentare und du selbst rückst in den Fokus. Es geht nicht um die Kontrolle, sondern die Bereitschaft Dinge zu teilen.

Des Weiteren gibt es einen Discover Bereich, bei dem beispielsweise National Geographic, Vice, Yahoo, People, Daily Mail, Cosmopolitan oder aber CNN extra für Snapchat aufbereitete Inhalte präsentieren und somit neue Leser gewinnen. Die Qualität unterscheidet sich deutlich von den normalen Stories, da sie viel aufwendiger produziert wurden und äußerst unterhaltsam sind.

 

Was funktioniert am besten?

Natürlich reicht es nicht Inhalte zu kopieren. Jeder einzelne Marketingkanal muss individuell angepasst werden. Muss bei Facebook oder Instagram das Bild und der Text perfekt sein, so zählt bei Snapchat der Moment. Je authentischer, umso besser und größer die Reichweite. Dieses ist kein Trend, sondern eine Entwicklung, die man nicht außer Bedacht lassen kann. Ein spontanes Foto mit einem Filter, eine Zeichnung oder aber ein kurzes Video der Kreativität ist keine Grenze gesetzt und genau das macht es auch spannend.

Persönlich nutze ich die Social Media Kanäle schon seit Jahren sehr aktiv. Kundenpflege und Neukundenakquise passiert bei franzidesign zu 90 Prozent über die neuen Kanäle. Mit Snapchat habe ich die Möglichkeit mich und meine Arbeit authentisch zu präsentieren und mit Kunden überall auf der Welt in Kontakt zu treten. Räumliche Distanz behindert Kreativität. Menschen lieben Geschichten und folgen Menschen. Steifer gesellschaftlicher Umgang oder soziale Konventionen sind in der heutigen Zeit absolut überholt. Jeder kann frei entscheiden, wem er folgt und was er an Inhalt konsumiert. Ich kann selber selektieren, was für mich persönlich Sinn macht und was nicht. Dieser Trend ist absolut spannend und hat mir schon sehr viele Aufträge, die ich sonst nie bekommen hätte, ermöglicht. Je mehr ich mich in Snapchat vertiefe, umso mehr begreife ich meinen persönlichen Nutzen. Snapchat steht für eine neue Generation und ihr Kommunikationsverhalten, der man sich nicht verschließen sollte.

Persönlich folge ich auf Snapchat Fotografen, Künstler und Journalisten, die mir einen Einblick in ihren Alltag gewähren und von denen ich neue Dinge lernen kann. Gerne teile ich auch ein Stück meiner persönlichen Geschichte.

 

Add mich unter dem Namen (Snapchat: franzidesignbln) oder fotografiere meinen Snapcode. Noch bin ich am Anfang, aber ich lerne Tag für Tag dazu und mal schauen, wo die Reise hingeht.

 

 

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2D Logo-Relaunch bei AUDI

Comments (3) Blog, Design, Flat Design, Grafikdesign, Logodesign

Die Automarke MINI hat es im letzten Jahr vorgemacht und setzt auf Minimalismus mit schwarz-weißer Zweidimensionalität. Nach 2001 wurde das Logo von der Digitalagentur KKLD aus Berlin überarbeitet und AUDI zieht nun nach.

 

Quelle: www.bmwblog.com

 

Da offenbar gerade eine gute Zeit für frische Designs ist, hat nun auch AUDI eine Überarbeitung vollzogen. Die letzte Logo Überarbeitung ist noch gar nicht so lange her als AUDI zur IAA 2009 seinen letzten Relaunch vollzogen hat. Das Logo bekam eine dreidimensionale Darstellung (Chrom-Effekt) mit neuem Markenclaim: „Vorsprung durch Technik“ womit AUDI moderner wirken wollte. Die Typografie und die vier Ringe in der Bildmarke wurden von der Agentur MetaDesign überarbeitet.

 

 

Audi_Logo

 

 

Nach nun sieben Jahren gibt es eine Überarbeitung der Vorgängerversion. Bereits im letzten Jahr holte AUDI die Agentur Strichpunkt als neue CI/CD Agentur an Bord. AUDI setzt aktuell auf Flat Design und verabschiedet sich von seinem 3D Effekt. Aus dem bestehenden 3D Logo wurde ein 2D Logo. Die vorherige Komplexität wurde reduziert und das neue Logo wird nun einfarbig dargestellt. Auch hier gilt das Prinzip »weniger ist mehr«.


 

Audi_Logo_neu

 

In Hinsicht auf die ansteigende digitale Entwicklung und die damit verbundene mobile Nutzung von Handy, Smartwatch und weiteren Displays ist die Strategie von AUDI genau der richtige Weg aus der grafisch überladenen Gegenwart in eine funktionale Zukunft. Die Flächen im Logo lassen sich stufenlos auf allen unterschiedlichen Geräten skalieren was sich zum einen positiv auf die Ladezeiten (Ressourcen sparend) und zum anderen auf die einwandfreie mobile Darstellung auswirkt. Im Gegensatz zum alten Logo wirkt das neue Logo sehr klar und reduziert. Flat Design hip oder nicht hip. Minimalismus ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

 

Philipp Brune, Geschäftsführer Strichpunkt: „Im Zuge der digitalen Transformation der Automobilbranche, wird das Interface zum zentralen Träger der Marke. Wir freuen uns sehr, für und mit Audi an der umfassenden Gestaltung des Markenauftritts für alle digitalen Medien von Audi-Apps bis zur Smartwatch, von Displays bis zum Dashboard, arbeiten zu dürfen.“

 

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