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Mai, 2016
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Der Mammutmarsch 2016: 100 km in 24 Stunden. Zu Fuß

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Alles begann mit diesen Zeilen …

Am 14. Mai 2016 findet in Berlin der fünfte Mammutmarsch statt. 100 Kilometer müssen in weniger als 24 Stunden zu Fuß zurückgelegt werden. Der Körper stößt an seine Grenzen, aber der Marsch ist für jede normalsportliche Person machbar. Der wahre Kampf findet im Kopf statt. Und selbst 30 Kilometer sind eine respektable Leistung, die die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben nicht schaffen.

Quelle: http://www.mammutmarsch.de

 

Das hörte sich für uns nach einem großartigen Abenteuer an. Diesem vermutlich erlebnisreichen Event konnten wir uns nicht verweigern und entschlossen uns bereits im Frühherbst 2015 dem Ruf des Mammuts zu folgen. Sofort fanden sich Sportbegeisterte in unserem Freundeskreis, die sich diesem Vorhaben anschließen wollten.

 

Die Vorbereitung

Zuvor waren wir noch keine größere Strecke ab 20 km+ am Stück gewandert aber es war in der Vorstellung sehr interessant einen solchen Weg einfach einmal anzutreten. Wir dachten‚ es ist ja nur Wandern, langsames Laufen oder schnelleres Gehen! Das kann ja nicht so schwer sein. Am 15. September stand das erste gemeinsame Training der neugegründeten Trainingswandergruppe an.

Der Bericht zum ersten Training: Hier klicken

 


Nach über fünf Stunden und zurückgelegten 24 km konnten wir unsere erste Meinung zu dem zukünftigen Vorhaben bilden. Das erste Mal hatten wir einen Eindruck welche Aufgaben uns bei dem Mammutmarsch erwarten werden. Schon nach 24 km schmerzten die Füße und die Beinmuskulatur. Der ein oder andere hatte Blasen an den Füßen zu beklagen. Der in Hinblick auf den Mammutmarsch relativ kurze Wandereinsatz raubte uns insgesamt viele Kräfte und hatte unsere Körper doch sichtlich in Mitleidenschaft gezogen. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir sehr großen Respekt vor den angestrebten 100 km. Es sollten weitere Trainings folgen, denn Übung macht bekanntlich den Meister.Die größte Trainingsdistanz, die wir in unserer Trainingsgruppe zurücklegten, zählte 35 abgespulte Kilometer. Leider schafften wir keine darüber hinausgehende Weglänge, da für solche Trainingsmärsche viel Zeit nötig ist. Wenn man berufstätig ist, bleiben dann auch nur die Wochenenden, welche rar übers Jahr gesät sind, zum Trainieren übrig. Aber gut, viele Teilnehmer werden eine ähnliche Ausgangslage haben. Ein kurzer zweimonatiger Asienaufenthalt, um den kalten Winter in Berlin zu überbrücken, machte uns trainingstechnisch einen weiteren Strich durch die Kilometerrechnung. Insgesamt knackten wir dreimal die 30 km Grenze. Dabei kamen wir mal schleichend und schmerzverzerrt ins Ziel, ein anderes Mal erreichten wir das Ziel glücklich, zufrieden und aufrecht gehend. Zwischenzeitlich kam immer wieder die Frage auf: „Warum machen wir das überhaupt?“ 100 km fährt man mit dem Auto oder mit dem Zug aber geht sie nicht zu Fuß. Und wer kam bitte schön auf diese seltsame Idee? Wir wissen es nicht. Und werden es auch nicht mehr erfahren. Nein, die Sehnsucht nach Abenteuer und die Möglichkeit seine Grenzen zu testen, das war der verlockende Ruf.
Auf Grund der Erfahrung der letzten Monate setzten wir uns die 50 km als persönliches Ziel am Tag des großen Marsches. Alles andere empfanden wir für uns als nahezu unmöglich und eine Überschätzung unserer körperlichen Kräfte.

 

Die Vorbereitung Die letzten Tage vor den Mammutmarsch

Mittlerweile war das Wettkampfschuhwerk so einige Mal gewechselt worden. Beim letzten Trainingslauf versagte das Schuhwerk und die schnelle Suche nach einem geeigneten „Wanderschuh“ stand als schwierigkeitsgraderhöhende Zusatzaufgabe auf unserem Vorbereitungsplan. Wir gaben je ein Paar Salomon XA Pro 3D nach ca. 60 km und dem Versuch sie einzulaufen wieder zurück. Der Schuh drückte und machte das Antreten mit ihnen beim Mammutmarsch unmöglich. Schnell musste neues Schuhwerk her. „Die Qual der Wahl“- besser konnte man die Schuhsituation nicht beschreiben. Die Aufgabe „Wanderschuh“ wurde zufriedenstellend gelöst. Wir hielten den Salomon X-ULTRA für unsere Zwecke als geeignet. Zwar hatten wir nur wenig Gelegenheit die neuen sportlichen Treter einzulaufen aber letztendlich schenkten wir ihm unser Vertrauen.

 


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Den Tag vor einem solchen Wettkampf sollte man bekanntlich nutzen um dem Körper noch einmal die bestmöglichen Nähstoffe zuzuführen und ihm erholsamen Schlaf zu gönnen. Das letzte Abendmahl vor dem großen Marsch stand an. Wir dachten uns es wäre eine gute Idee unserem Körper eine ausgewogene und würzige Mahlzeit zu gönnen. Eine ungewöhnlich scharfe thailändische Spezialität stand auf dem abendlichen Speiseplan und brachte unseren Kreislauf in Wallung. Das Essen war so scharf, dass man es kaum genießen konnte. Als der Schwindel einsetzte, wurde uns so langsam bewusst, dass die Idee möglicherweise doch nicht so gut war, wie anfangs gedacht. Die Quittung für diese leichtsinnige Essenswahl bekamen wir mit nächtlichem Durchfall auf der Toilettenschüssel präsentiert. Die Entscheidung als letzte Speise vor dem Wettkampf ein feuriges Thaigericht einzunehmen, kam der Idee gleich einen Trainingslauf barfuß über Scherben oder glühenden Kohlen zu absolvieren. Getreu dem Motto: was uns nicht umbringt, macht uns stark. Das war aber der falsche Weg, wie wir jetzt wissen. Eine bekömmliche Speise, die die Kohlenhydratspeicher auffüllt und nicht künstlich entleert, wäre durchaus sinnvoller gewesen.

 

Der große Tag war gekommen

Am 14. Mai war es dann soweit und der Mammutmarsch konnte beginnen. Angekommen am Sportzentrum Erkner ging es nach einer kurzen und schmerzlosen Anmeldung auch gleich los. Wir traten als Team, bestehend aus drei wanderlustigen Mädels, in der zweiten Startgruppe um 16 Uhr Ortszeit an.

 


Zuvor entschieden wir uns unsere Pausen und Verpflegungsübergaben selber zu koordinieren, da die erste Übergabe mit den selbstgepackten Verpflegungsbeutel im Rahmen des Gepäcktransportes des Veranstalters erst bei 44 km veranschlagt war. Das war uns zu weit. Wir benötigten schon vorher unseren Verpflegungsnachschub um die verbrauchte Energie wieder aufzufüllen.Unsere Pauseneinteilung lag bei 15 km – 30 km – 40 km – 44 km (Streckenposten 2) – 50 km – 59 km (Streckenposten 3) Die Koordination der übrigen Pausen ließen wir erst einmal offen.Los ging es! Die ersten Kilometer machten großen Spaß. Wir waren super motiviert und das Wetter spielte auch mit. Obwohl wir wussten was uns in einigen Kilometern erwarten würde, dachten wir nicht an die bevorstehenden Qualen und versuchten frohen Mutes Schritt vor Schritt zu setzen.

 

 

In der ersten Pause bei Kilometer 15 hatte das erste Teammitglied leider schon mit den ersten Blasen am Fuß zu kämpfen. Dank der mitgeführten Blasenpflaster alles kein Problem, da diese unerwünschten Blessuren damit richtig versorgt und so wunderbar der Lauf fortgesetzt werden konnte. Ab Kilometer 16 erreichten wir dann den ersten offiziellen Versorgungsposten vom Veranstalter. Es gab kaltes Wasser, Milchbrötchen, Salzstangen, Bananen und Müsliriegel als kleinen Snack, um die Reserven wieder aufzutanken. Wir füllten unsere Wasserflaschen auf, griffen uns die dort angebotenen Snacks und setzten den Marsch in Richtung Kilometer 30 fort.


 

Bei Kilometer 30 angekommen, gab es von unserem treuen Begleiter Ryco, der mit dem Auto zu den ausgemachten Pausenpunkten kam, einen heißen Kaffee zum Aufwärmen. Frische Socken plus weitere Blasenpflaster für die Füße gönnten wir uns zur Linderung der Schmerzen. Nach kurzer Stärkung und Lockerung der Muskulatur ging es weiter. Das nächste Etappen Ziel, die 40 Kilometer, ganz fest im Wesir. Mittlerweile hatte die Nacht mit ihrem treuen Begleiter der Dunkelheit den Tag abgelöst. Es wurde Zeit für unsere Stirnlampen, denn ohne diese wäre die Wanderung über die dunkeln Feld- und Waldpfade nicht möglich gewesen. Auch durch Dörfer und schmale Gassen ging es beim nächsten Streckenabschnitt. Wir durchquerten einen sandigen Feldweg. Der aufgewirbelte Staub der Vorderleute erschwerte das Weiterlaufen. Die einsetzenden Schmerzen an Fuß, Rücken und Oberschenkeln rückten sich langsam aber sicher in den Vordergrund. Es fiel uns schwer nicht an die körperlichen Leiden zu denken. Man musste zudem aufpassen, dass man aus Unachtsamkeit nicht mit den Füßen umknickte. Es war ein Drahtseilakt sich auf das Laufen zu konzentrieren aber wiederum nicht ans Laufen zu denken. Kilometer für Kilometer spulten wir ab. Die nächste Pause war in Sicht. Das Auto stand am vereinbarten Treffpunkt bei Kilometer 40 bereit. Auf einer Decke nahmen wir am Straßenrand Platz und streckten die Füße in die Höhe. Wie die Käfer lagen wir auf dem Rücken. Die Schmerzen waren das erste Mal fast unerträglich und auch die Kälte machte uns sehr zu schaffen. Wir wussten, wir müssten noch ein wenige durchhalten. Ein wenig mehr. Der zweite von vier Streckenposten war aber nicht mehr weit entfernt. Unser gemeinsamer Wille war stark. Weiter!

 

Der erste große Streckenposten: 44 km

Nach 44 km kamen wir mehr oder weniger an die körperlichen Grenzen. Am zweiten Streckenposten musste unser Team eine Entscheidung fällen. Aufgeben und die Urkunde mit den dokumentierten 44 absolvierten Kilometern entgegennehmen oder sich bis 59 km zum nächsten Ausstiegspunkt schleppen? Jetzt auszusteigen wäre keine Schande gewesen. Hunderte andere Wanderer täten uns dies gleich, denn die Haltestelle für den Busshuttle zum nächsten Bahnhof war bereits überfüllt. Oder eben doch einfach weiter laufen? Der dritte Versorgungspunkt lag bei 59 km, diese müssten wir auch erst einmal erreichen. Wir liefen weiter.

 


Die folgenden acht Kilometer waren eine Qual. Unsere Schritte wurden immer kleiner und langsamer. Die Kälte bohrte sich in unsere Gelenke. Keine Bewegung war jetzt mehr schmerzfrei. Wir benötigten für das Zurücklegen dieser Distanz fast zwei Stunden. Hinzu kam, dass wir unterwegs über Facebook erfuhren, dass der Mammutmarsch angeblich abgebrochen sei. Was? Wieso? Warum?

Das offizielle Statement des Veranstalters auf Facebook:„Es tut uns sehr leid euch mitteilen zu müssen, dass wir den Mammutmarsch letzte Nacht aus Sicherheitsgründen abbrechen mussten. Am Posten in Bruchmühle sind mehrere Teilnehmer wegen Kreislaufproblemen behandelt worden und es kam zu mehreren Rettungseinsätzen und einer dadurch ausgelösten Zusammenziehung der Rettungskräfte der Region. Als unser Sanitätsdienst in Rehfelde dann nicht erschienen ist, haben wir beschlossen zur Sicherheit aller Teilnehmer den Mammutmarsch abzubrechen. Es tut uns unglaublich leid, aber wir hoffen, dass wir die verantwortungsvollste und sicherste Entscheidung für unsere Teilnehmer getroffen haben.“ 

 

Ein glücklicher und zufriedener Abbruch

Nach 52 km zu Fuß und der Einstellung unserer persönlichen Bestleistung sammelte uns Ryco mit dem Auto in der Nähe vom Bahnhof Straußberg ein. Wir beschlossen zum naheliegenden dritten Streckenposten zu fahren und uns die Urkunde als kleine Erinnerung abzuholen. Dort angekommen informierte man uns über den Abbruch der Veranstaltung. Oh je!

 


Sehr schade für die Teilnehmer, die sich Monate lang auf diesen Tag vorbereitet hatten. Sie standen nun vor der Entscheidung: Abbruch oder auf eigene Gefahr weiter laufen. Zu viele Teilnehmer mussten ärztlich versorgt werden, es gab nicht ausreichend Rettungskräfte.Für uns haben wir den Lauf im Team erfolgreich abgeschlossen und wir sind stolz auf unsere Leistung und das Körpergefühl, das zuvor richtig eingeschätzt wurde.Im Vorfeld haben wir einige Trainingsmärsche bestritten und spätestens nach dem zweiten Trainingsmarsch war klar, dass man die 100 Kilometer nicht so einfach aus dem Hut schütteln kann. Eventuell hätten wir aus eigener Kraft den dritten Streckenposten noch erreicht aber die Signale des Körpers mit Schwindel und Schlechtsein wollten wir nicht einfach überhören.

Wir hatten das große Glück, dass Ryco uns die ganze Zeit parallel mit dem Auto folgte und uns super versorgte. Zwar hatten wir aus Unwissenheit den Gepäcktransport zuvor gebucht aber durch die Erfahrungen im Training entschieden, dass uns die offiziellen Verpflegungsbeutelübergabepunkte bei 44, 59 und 75 km eindeutig zu weit voneinander entfernt waren und wir schon vorher und zwischendurch unsere persönlichen Sachen und Essenpakete benötigen.

 


Man benötigt viel Zeit und Willensstärke, die man nicht von heut auf morgen trainiert.
 Jedenfalls war uns dies nicht in die Wiege gelegt. Unsportlichkeit kann man uns auch nicht zu unseren Lasten legen. Wir sind zwar keine Marathonläufer aber Trainingseinheiten im Fitnessstudio liegen auf unserem regelmäßigen Sportplan. Das Fahrrad wird täglich genutzt und trägt uns bei Wind und Wetter zu allen Zielen dieser Stadt. Aber wir haben uns die 100 km nicht zugetraut. Vielleicht lag uns die Gesundheit mehr am Herzen als das Austesten über seine Grenzen hinaus zu gehen.
 Wir ziehen den Hut vor all die Wanderer, die die 100 km schafften, eine großartige Leistung. Die Entscheidung den Lauf abzubrechen war aus der Sicht des Veranstalters völlig richtig.

 

Der Tag danach

Kurz war die Nacht oder der Morgen danach. Gegen sechs Uhr morgens erreichten wir unsere heimischen Quartiere. So richtig schlafen konnten wir nicht, der Adrenalinspiegel war noch einfach zu hoch. Wir beschlossen gegen Mittag den Schlafversuch abzubrechen. Es wartete ein weiteres Abenteuer auf uns. Der Karneval der Kulturen in Berlin. Bevor wir mit den Fahrrädern zum Straßenfest fuhren, gönnten wir uns eine sehr schmackhafte Pizza. Unsere Körper waren noch ganz gierig auf nahrhaftes Essen. In wenigen Minuten verschlungen wir die runde italienische Teigscheibe. Auf dem Festgeländer trafen wir uns mit Freunden und ließen den Abend heiter ausklingen. Sogar einige Kilometer zu Fuß absolvierten wir bei diesen Feierlichkeiten. Muskelkater oder sonstige Beschwerden hatten wir nicht. Die Beine funktionierten wieder ganz gut und die Schritte waren unbeschwert. Vielleicht waren wir ja doch noch nicht an die hintersten Grenzen unseres Körpers gelangt? Oder hatten wir einfach nur rechtzeitig die richtige Entscheidung getroffen?

Änn & Fränn

 

 

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Der Geist der das Netz spaltet! Snapchat

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snapchat

 

Kaum ein Medienhaus hat noch nicht über die Foto- und Video-Messenger App mit dem kleinen Geist berichtet. Der Social Media Trend der aktuellen Stunde heißt Snapchat. Das neue große Ding oder doch nur eine Blase?

 

 


Seit einigen Jahren besuche ich mehr oder weniger systematisch Veranstaltungen der digitalen Szene und habe ein Gespür dafür, wie analoge und digitale Welt noch viel zu sehr getrennt voneinander betrachtet werden.

In der letzten Woche folgte ich der Veranstaltung mit dem Titel: „Snapchat, Instagram & Co. – Die Rolle des Bildes in der digitalen Kommunikation“. Auch hier konnte man dieses Phänomen sehr gut beobachten. Es herrschte Ausnahmezustand im Telefónica BASECAMP. Berghain-ähnliche Zustände spielten sich in der Mittelstraße in Berlin ab. Mit etwas Glück hatten wir es kurz nach 18 Uhr geschafft die Räumlichkeiten zu betreten. Vor Ort tummelte sich so fast jeder, der in der Agentur- oder Marketingwelt etwas zu sagen hat. Jeder wollte dabei sein und filmte mit seinem Smartphone das Szenario und manche veröffentlichten einen sogenannten „Snap“ auf Snapchat. Viele von den anwesenden Ü25 waren keine aktiven Nutzer der App und hatten scheinbar überhaupt keinen Plan was man mit Snapchat überhaupt machen kann. Viel zu laut und nicht wirklich interessant folgten wir der Veranstaltung tapfer bis zum Ende.

Der Mitschnitt der Veranstaltung (26.04.2016): https://www.youtube.com/watch?v=GXQkYhCkSKU

 

 

Eine Woche später folgte das zweite Snapchat Event Happy Snapping am Dienstagabend parallel zur größten Digital Messe der re:publica in den Räumlichkeiten von Einhorn, OriginalUnverpackt, und Buzzbird in Kreuzberg. Vielen Dank an der Stelle für die tolle Organisation und die schnelle Antwort von Philip von einhorn auf Snapchat. Die Moderation übernahm Philipp Steuer, Onlineredakteur, Blogger für Internettrends, Berater für Onlinemarketing und selbsternannter Snapchat Experte, der extra aus Köln anreiste. Wer sich näher für Snapchat interessiert der kann sich das kostenfreie Buch „SNAP ME IF YOU CAN“, in dem Philipp (Snapchat: philippsteuer) die Entwicklung von Snapchat genau erklärt und Nachhilfe gibt herunterladen.

 


Im Gegenzug zu der Veranstaltung in der letzten Woche hatten die meisten Anwesenden einen ungefähren Plan davon was man mit der App machen kann. Der größte Teil war scheinbar auch aktiv auf Snapchat. Dies konnte man zum Ende der Veranstaltung an der „In der Nähe“ adden Funktion in der App bemerken. Man konnte unzählige Personen zu seinem Snapchat Netzwerk hinzufügen. Die meisten, wie auch ich, fügten ohne jeglichen Sinn einfach jeden hinzu. Meine Aufgabe ist es nun alle Profile in Ruhe zu sichten und abzuwägen wer für mich persönlich interessant ist und wer nicht.

Kurz vor halb neun ging es dann endlich los. Die Speaker waren bunt gemischt und wir fühlten uns sehr unterhalten. Wir folgten dem tollen Beispiel zum Thema Stadtmarketing von Ninia LaGrande, Autorin und Moderatorin aus Hannover (Snapchat: ninialagrande). Sie berichtet über Hannover, welches man durch ihr Snapchat Profil neu entdecken kann und welche Orte man in Hannover gesehen haben sollte, fernab des Touristenführers.

Manuel Lorenz, Journalist (Snapchat: hellobild) berichtet für die Bild in kleinen persönlichen Geschichten und zeigt, dass die Bild auch anders kann. Abgerundet wurde das Programm von Richard Gutjahr, Journalist und Ü25 (1973 geboren). Er präsentierte vor Ort ein paar beeindruckende Beispiele (Snapchat: richardgutjahr) und machte den älteren Anwesenden Mut, dass es nicht zu spät sei mit Snapchat anzufangen. Noch ist alles neu und man hat die Möglichkeit viel auszuprobieren.

 

Eigene kleine Geschichten, Public Placement, Skeptiker, Bildungsinhalte per Snapchat aber auch der gehobene Marketingzeigefinger von der Agentur Brandpunkt waren dabei – eine durchaus gelungene Veranstaltungsreihe die ich nur jedem einzelnen, der sich mit Social Media beschäftigt, empfehlen kann.

 

Meine persönlichen Snaps an dem Abend

 

Welche Relevanz hat Snapchat in Deutschland und warum kommt der Hype erst jetzt zu uns?

Kurz zur Geschichte und ein paar Zahlen. Die erste Version von Snapchat erschien 2011 und wurde von drei Studenten der Stanford University gegründet. Kurze Zeit später bot Facebook dem jungen Startup mehr als 3 Milliarden US-Dollar für die Übernahme, doch die Gründer lehnten ab – mutig. Aktuell zählt das Unternehmen mit einer Firmenbewertung von 16 Milliarden US-Dollar zu den wertvollsten Startups der Welt. In den USA gilt Snapchat schon lange als „the next big thing“. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer belief sich im Jahr 2014 auf 200 Millionen. Mehr als die Hälfte der Snapchat-Nutzer ist zwischen 16 und 24 Jahre alt. Snapchat belegte in einem Ranking der Apps mit dem höchsten Wachstum der Nutzerzahl den dritten Platz. Solche Zahlen kann man nicht außer Betracht lassen und sprechen für sich.

Allgemeine Skepsis und digitale Faulheit herrschen nach wie vor an. Typisch Deutsch! Wir sind wie immer vorsichtig und schauen uns Bewegungen erst an bevor wir uns einlassen. Bloß nicht eine App sofort laden und seine E-Mail Adresse angeben, erstmal abwarten. Bestes Beispiel die Einführung von Google Streetview. Viele hatten Angst und waren sehr skeptisch. Die Folge waren verpixelte Häuserfronten. Heute ist Streetview nicht mehr wegzudenken.

 

Warum nutzen so viele junge Menschen Snapchat und warum versteht die Generation Ü25 diese App nicht?

Heutzutage herrscht ein Umfeld von faktisch unendlich viel Content. Immer und überall online und immer auf dem aktuellen Stand. Doch Gleichzeitig verringert sich auf Grund der Masse an Inhalt unsere Aufmerksamkeitsspanne. Das heißt für den Nutzer, dass er sehr bedacht entscheidet, welche Art von Inhalt er konsumiert. Niemand will etwas verpassen, Snapchat macht es möglich, live dabei zu sein egal wo man sich gerade auf der Welt aufhält und ist im Gegensatz zu Facebook oder Twitter ein viel intimeres Netzwerk, in dem sich die User sicherer und weniger beobachtet fühlen. Somit genau richtig, um neue Sachen zu entdecken.

Hinzu kommt die Benutzerführung der App. Auf den ersten Blick ist die Bedienung für viele Menschen ungewohnt, da es bestehende Verhaltensmuster bricht. Die meisten öffnen die App und sind komplett überfordert. Du machst ein Foto, sendest es an einen Freund und entscheidest, wie lange dein Freund das Bild sehen kann. Danach ist das Bild weg. Für immer! Das ist natürlich auch etwas nervig gerade bei Videos mit Ton – auch das muss man erst lernen. Die Bilder und Videos sind bei Snapchat nicht perfekt, sie zeigen den Nutzer oder die Marke hinter den Kulissen. Lustige immer wechselnde Filter mit Temperatur- oder Geschwindigkeitsanzeige kommen hinzu. Ein absoluter Spaßfaktor und die kurze Haltbarkeit des Contents senkt die Hemmschwelle zur Veröffentlichung.

In sogenannten „Stories“ eine Art Video-Tagebuch, die 2013 eingeführt worden sind, kann man Bilder und Videos präsentieren die nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden. Snapchat macht Millionen Nutzer zu Hauptdarstellern und Regisseuren ihrer eigenen Big-Brother Sendung. Die Nutzer werden zu ihren eigenen Paparazzi und entscheiden was sie teilen möchten und was nicht. Die Menschen zeigen sich wie sie wirklich sind und man kann selber entscheiden, wer was sehen darf.

 

Macht es Sinn Snapchat für ein Unternehmen zu nutzen?

Auf jeden Fall! Neben den Beispielen am Dienstag bei der Veranstaltung gibt es viele weitere tolle und informative Profile. Zum Beispiel der Snapchat Account von ProSieben (Snapchat: pro7official). Sechs Tage lang snapchatten aktuell sechs Mitarbeiter aus sechs ProSieben-Abteilungen. Man bekommt Hintergrundgeschichten und interessante Liveberichte in Echtzeit von den unterschiedlichen Produktionen. Sogar das Europäische Parlament hat einen Accout (Snapchat: europarl) mit dem Ziel, den Nutzern einen Blick hinter die Kulissen des EU-Parlaments zu liefern. Jeden Freitag gibt es einen Wochenrückblick, der die Themen der vergangenen sieben Tage auf kreative und unterhaltsame Weise zusammenfasst. Daumen hoch und los geht es!

Gerade als Unternehmen sollte man sich auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse einstellen und sich neuen Kommunikationskanälen nicht verschließen. Natürlich sollte auch klar sein, dass man hierfür Zeit und eine gewisse Strategie benötigt die nicht sofort ersichtlich ist. Was möchte ich präsentieren und wie? Nur so kann ich meine Zielgruppe bei Laune halten.

Die Mechanik von Snapchat stellt viele Nutzer und Unternehmen vor neuen Herausforderungen, da die Herangehensweise neu ist. Im Gegenzug zu Facebook, Instagram, YouTube und Co können nur die Ersteller die Abrufzahlen der Stories selbst sehen. Es gibt keine für alle sichtbaren Likes und Kommentare und Du selbst rückst in den Fokus. Es geht nicht um die Kontrolle sondern die Bereitschaft Dinge zu teilen.

Des weiteren gibt es einen Discover Bereich, bei dem beispielsweise National Geographic, Vice, Yahoo, People, Daily Mail, Cosmopolitan oder aber CNN extra für Snapchat aufbereitete Inhalte präsentieren und somit neue Leser gewinnen. Die Qualität unterscheidet sich deutlich von den normalen Stories, da sie viel aufwendiger produziert wurden und äußerst unterhaltsam sind.

 

Was funktioniert am besten?

Natürlich reicht es nicht Inhalte zu kopieren. Jeder einzelne Marketingkanal muss individuell angepasst werden. Muss bei Facebook oder Instagram das Bild und der Text perfekt sein, so zählt bei Snapchat der Moment. Je authentischer, umso besser und größer die Reichweite. Dieses ist kein Trend, sondern eine Entwicklung, die man nicht außer Bedacht lassen kann. Ein spontanes Foto mit einem Filter, eine Zeichnung oder aber ein kurzes Video der Kreativität ist keine Grenze gesetzt und genau das macht es auch spannend.

Persönlich nutze ich die Social Media Kanäle schon seit Jahren sehr aktiv. Kundenpflege und Neukundenakquise passiert bei franzidesign zu 90 Prozent über die neuen Kanäle. Mit Snapchat habe ich die Möglichkeit mich und meine Arbeit authentisch zu präsentieren und mit Kunden überall auf der Welt in Kontakt zu treten. Räumliche Distanz behindert Kreativität. Menschen lieben Geschichten und folgen Menschen. Steifer gesellschaftlicher Umgang oder soziale Konventionen sind in der heutige Zeit absolut überholt. Jeder kann frei entscheiden wem er folgt und was er an Inhalt konsumiert. Ich kann selber selektieren was für mich persönlich Sinn macht und was nicht. Dieser Trend ist absolut spannend und hat mir schon sehr viele Aufträge, die ich sonst nie bekommen hätte, ermöglicht. Je mehr ich mich in Snapchat vertiefe, umso mehr begreife ich meinen persönlichen Nutzen. Snapchat steht für eine neue Generation und ihr Kommunikationsverhalten, der man sich nicht verschließen sollte.

Persönlich folge ich auf Snapchat Fotografen, Künstler und Journalisten, die mir einen Einblick in ihren Alltag gewähren und von denen ich neue Dinge lernen kann. Gerne teile ich auch ein Stück meiner persönlichen Geschichte.

 

Add mich unter dem Namen (Snapchat: franzidesignbln) oder fotografiere meinen Snapcode. Noch bin ich am Anfang aber ich lerne Tag für Tag dazu und mal schauen wo die Reise hingeht.

 

 

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