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April, 2016
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2D Logo-Relaunch bei AUDI

Comments (3) Blog, Design, Flat Design, Grafikdesign, Logodesign

Die Automarke MINI hat es im letzten Jahr vorgemacht und setzt auf Minimalismus mit schwarz-weißer Zweidimensionalität. Nach 2001 wurde das Logo von der Digitalagentur KKLD aus Berlin überarbeitet und AUDI zieht nun nach.

 

Quelle: www.bmwblog.com

 

Da offenbar gerade eine gute Zeit für frische Designs ist hat nun auch AUDI eine Überarbeitung vollzogen. Die letzte Logoüberarbeitung ist noch gar nicht so lange her als AUDI zur IAA 2009 seinen letzten Relaunch vollzogen hat. Das Logo bekam eine dreidimensionale Darstellung (Chrom-Effekt) mit neuem Markenclaim: „Vorsprung durch Technik“ womit AUDI moderner wirken wollte. Die Typografie und die vier Ringe in der Bildmarke wurden von der Agentur MetaDesign überarbeitet.

 

 

Audi_Logo

 

 

Nach nun sieben Jahren gibt es eine Überarbeitung der Vorgängerversion. Bereits im letzten Jahr holte AUDI die Agentur Strichpunkt als neue CI/CD Agentur an Bord. AUDI setzt aktuell auf Flat Design und verabschiedet sich von seinem 3D Effekt. Aus dem bestehenden 3D Logo wurde ein 2D Logo. Die vorherige Komplexität wurde reduziert und das neue Logo wird nun einfarbig dargestellt. Auch hier gilt das Prinzip »weniger ist mehr«.


 

Audi_Logo_neu

 

In Hinsicht auf die ansteigende digitale Entwicklung und die damit verbundene mobile Nutzung von Handy, Smartwatch und weiteren Displays ist die Strategie von AUDI genau der richtige Weg aus der grafisch überladenen Gegenwart in eine funktionale Zukunft. Die Flächen im Logo lassen sich stufenlos auf allen unterschiedlichen Geräten skalieren was sich zum einen positiv auf die Ladezeiten (Ressourcen sparend) und zum anderen auf die einwandfreie mobile Darstellung auswirkt. Im Gegensatz zum alten Logo wirkt das neue Logo sehr klar und reduziert. Flat Design hip oder nicht hip. Minimalismus ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

 

Philipp Brune, Geschäftsführer Strichpunkt: „Im Zuge der digitalen Transformation der Automobilbranche, wird das Interface zum zentralen Träger der Marke. Wir freuen uns sehr, für und mit Audi an der umfassenden Gestaltung des Markenauftritts für alle digitalen Medien von Audi-Apps bis zur Smartwatch, von Displays bis zum Dashboard, arbeiten zu dürfen.“

 

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Was heißt glücklich sein?

Comments (3) Blog, Generation Y, Startup

Quelle: YouTube

Der Anlass meines neusten Blogbeitrags ist das Video von Ben Paul, über den sehr viele große Medien berichteten. Ben ist gerade einmal 24 Jahre alt und ein Studienabbrecher. Er betitelt sich selber als angeblichen Fürsprecher der Generation Y, der auch ich angehöre. Ben vertritt die Meinung, dass man auch ohne Studium beruflich erfolgreich sein kann. Dafür wirbt er in seinem Blog und auf Konferenzen als Sprecher. Er setzt sich für alternative Bildungswege ein und ist Befürworter autodidaktisches Lernen. Doch ist Ben glücklicher als ich mit klassischer Ausbildung und Studium?

Ich tat das, was meine Eltern von mir erwarteten – Abitur, Studium und erste Praktika in Werbeagenturen dann die Selbstständigkeit als freie Gestalterin und zu guter Letzt noch mein eigenes Startup mit Stipendium. Ziemlich beeindruckend sagen jetzt viele. Doch war oder bin ich glücklicher als jemand der fest angestellt ist? Erfahrung habe ich in der Zeit viele gesammelt. Ich arbeitete als freie aber auch feste Mitarbeiterin in Agenturen und kenne somit beide Seiten. Aktuell stehe ich wieder vor der Entscheidung – selber machen oder in ein Unternehmen gehen und sich in ein bestehendes Team integrieren?

Faszinierend an der Startup Welt und das selbstbestimmte Arbeiten ist ganz klar die Dynamik, die an den Tag gelegt wird. Keine stundenlangen Meetings oder Abstimmungen, flache Hierarchien und schnelle Ziele. Man sollte meinen das ideale Ökosystem um glücklich zu werden. Doch was heißt es glücklich zu sein? Ist glücklich sein nur die selbstbestimmte Entscheidungsgewalt über sich selber zu haben und keine festen Bindungen einzugehen?

Ich bin 32 Jahre und frage mich jeden Tag auf ein Neues wie meine Zukunft aussieht und wie ich diese lenken kann. Jeden Tag kämpfe ich mit Existenzängsten und muss mir oft anhören, wie einfach und toll es doch sei selbstständig zu arbeiten und sich seine Zeit frei einzuteilen. Hinzu kommen diese vielen Berichte von jungen Menschen wie zum Beispiel auch Ben, die von der grenzenlosen Unabhängigkeit und einem selbst bestimmten Leben predigen. Die absolute Idealvorstellung und Norm von glücklich sein. Was braucht man schon um zu arbeiten? Ein paar Programme und einen leistungsfähigen Rechner und schon geht es los. Egal ob Berlin, Bangkok oder New York, einfach unabhängig machen was man will. Ein Leben im absoluten Minimalismus, ohne Besitz aber mit der Freiheit jeden Tag zu entscheiden was als Nächstes kommt, ohne jede Grenze. Doch ist das so? Ist man wirklich glücklicher, wenn man sich an keinen festen Arbeitgeber bindet? Arbeitet man im Winter mit dem Laptop am Strand besser als vielleicht im kalten Berlin? Ist es heute uncool eine 5-Tage-Woche zu absolvieren und sich an ein festes Team zu binden?

In meinem eigenen Startup votingLAB sind wir durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Wir haben uns riesig gefreut, wenn wir im Unternehmen Fortschritte gemacht haben. Das Team war klein, doch die Fortschritte waren riesig und die Geschwindigkeit war beeindruckend. War ich glücklicher?

In Reflektion auf meine Erfahrung aus dieser Zeit kann ich sagen, dass es bis zu einem gewissen Level funktioniert und ich sehr glücklich war und diese Euphorie von Ben zum Teil nachvollziehen kann! Doch können gerade junge Unternehmer nur schwer mit Stillstand umgehen und das Unglücklichsein ist somit vorprogrammiert. Auf Grund der Schnelligkeit und des fehlenden Wissens passieren oft Fehlentscheidungen und man wird automatisch unglücklich. Man befindet sich in einem Rauschzustand, der aber irgendwann vorbei ist, wenn die Normalität eintritt.

Gerade als junger Mensch fehlt einem die nötige Erfahrung und Ausdauer. Diese Erfahrung lernt man zum einen durch die Praxis und zum anderen aber durch das nötige Durchhaltevermögen und nicht durch irgendwelche Ratgeberblogs im Internet, die von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit als Wundermittel predigen. Nicht nur Fordern sondern auch Durchhaltevermögen an den Tag legen und es sich selber beweisen.

Auch ich war oft an dem Punkt in meinem Leben, ab dem ich mich gefragt habe: WIESO, WESHALB und WARUM mache ich dies und jenes? Ich war sehr oft unglücklich und dem Burnout nahe. Mein Durchhaltevermögen hat mich mein Ziel erreichen lassen und ich war danach sehr glücklich. Doch ist das Glück auch nur ein Moment und kein Dauerzustand. Nach einem Tief kommt auch wieder ein Hoch und ohne Tief gäbe es womöglich auch kein Hoch. Sicherlich gibt es Menschen, die kein Studium brauchen, um erfolgreich zu sein und Ihren Weg von allein gehen. Doch pauschalisieren sollte man dieses auf keinen Fall und somit sehe ich viele Aussagen von Ben Paul eher kritisch. Ist man glücklicher wenn man in einem kleinem Zimmer auf einer Matratze schläft nur weil man flexibler ist als jemand mit eventuell einem Kind und Hund? Ist jemand mit Festanstellung und fester Struktur unglücklicher?

Das mag ich wohl bezweifeln, denn ich möchte mit Mitte dreißig nicht in einem kleinen Zimmer auf einer Matratze schlafen. Ist man hingegen mit einem eigenen Haus mit Grundstück und Familie glücklicher? Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht, denn jeder Mensch ist anders und der eine braucht Struktur und der andere nicht.

Es gibt eine Person, die mich in den letzten Monaten inspiriert hat. Reiseblogger Patrick Hundt von 101places. Dieser hat im Sommer den Reiseblog (101places.de) gestartet, als er zu seiner persönlichen Weltreise aufbrach. Der Blog zählt zu einen der größten Reiseblogs in Deutschland. Patrick reist seit mehreren Jahren um die ganze Welt und berichtet über seine Erfahrungen und gibt nützliche Reisetipps an seine Leser. Er hatte zwischenzeitlich keine feste Wohnung, er hatte alles aufgelöst. Mit seinem Bog und seinen Berichten ist er sehr erfolgreich.

Am 20. März 2016 kam dann plötzlich der Beitrag „Vom Ende einer Reise“. In diesem Beitrag schildert Patrick seine Erfahrungen. Selbst schreibt er: „Ich wollte nicht zum einsamen Wolf werden der heimatlos um die Welt zieht.“ Die vielen Reisen veränderten ihn und er hat gemerkt, dass er viele Sachen einfach nur tat, um andere Menschen durch seine Berichte glücklich zu machen. Er wurde trotz der großen Freiheit und finanzieller Unabhängigkeit unglücklich. Es gab eine Erwartungshaltung seiner Leser, die er erfüllen musste. Immer wieder auf ein Neues neue Orte entdecken und berichten. Zum einen war er frei aber zum andern waren viele Beziehungen zu seinen Lesern unbeständig.

Hinzu kommt eine weitere Vorzeige Digitale Nomadin namens Conni Biesalski (planetbackpack.de), die sehr erfolgreich ortsunabhängig lebt und arbeitet. Conni ist Anfang dreißig, wie ich, reist um die Welt und arbeiten dort, wo sie gerade ist. Sie kann von ihrem Business durch ein passives Einkommen sehr gut leben und verdient das Geld fast im Schlaf.

Zuhauf tauschen sich Leute auf ihrem Blog über Erfahrungen und Zukunftspläne des ortunabhängigen Arbeiten und Leben aus und bewundern diese Lebenseinstellung. Doch vergessen viele, dass Conny eine absolute Ausnahme ist. Conny hat im Gegensatz zu Paul das Studium beendet und geht einen Schritt weiter und teilt das Verhalten von Digitale Nomaden in Phasen ein. Jahre lang hat sie Durchhaltevermögen bewiesen und ist durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Sie befindet sich ihrer Meinung nach in der fünften und letzten Phase. Seit dem letzten Jahr lebt und arbeitet sie nun bewusster und kann sich durch ihr passives Einkommen einfach die Zeit nehmen Sachen zu probieren. Ist Conny glücklich?

Mit Interesse verfolge ich die weiteren Stationen und bin gespannt wo und wie Conny in zehn Jahren lebt.

Doch was macht mich glücklich? Nicht jeder hat das Glück erfolgreich zu werden, da auch harte Arbeit oft nicht ausreicht. Bis zum heutigen Tag bin ich ein absoluter Workaholic. Meine eigenen vier Wände, wo ich zur Ruhe komme, und Sport geben mir die nötige Kraft. Bin ich glücklich mit dem was ich mache?

Ben, Patrick, Conny und noch viele weitere Personen waren der Auslöser für mein persönliches Experiment. Im letzten Jahr entwickelte sich die Vision von einer Asientour mit meiner besten Freundin „Änn“. Mein Stipendium für votingLAB war im Sommer beendet und von Asien aus konnte ich ohne Probleme meine freien Projekte mit dem Laptop im Gepäck erledigen. Änn hingegen konnte sich von der Arbeit freistellen lassen und war von der Idee begeistert. Geplant war somit den Winter 2015/2016 für zwei volle Monate in Asien zu verbringen und digital und frei von dort aus zu arbeiten. Scheinbar einfach, wenn man den vielen Berichten von jungen Menschen im Internet folgt. Somit stand das Ziel fest und wir recherchierten in mühevoller Arbeit über Wochen Reiseziele und planten unsere Asientour, die wir uns fest in den Kopf gesetzt hatten. Thailand – Vietnam – Kambodscha – Malaysia – Singapur und Indonesien standen auf dem Plan.

Ziel war es über kulinarische Erlebnisse zu bloggen, Freunde und Familie an unserem Reiseleben teilhaben zu lassen und parallel von dort aus zu arbeiten. Einfach raus und glücklich sein!

Der Blog (rucksackblog.de) kam super an, wir bekamen Mails, SMS und Nachrichten auf Facebook, die zum Ausdruck brachten, dass den Lesern der Blog gefällt und dass sie den nächsten Beitrag kaum abwarten konnten. Voller Elan nutzen wir jede Stunde, schliefen wenig und besichtigen so viele Attraktionen wie möglich, nur um davon zu berichten und die Erwartungshaltung unserer Leser zu erfüllen. Ein Tempel hier und ein Tempel dort, wir konnten Tempel kaum noch sehen. Entstanden ist ein wundervoller Blog (www.rucksackblog.de), der eine große Resonanz erzielte. Wir konzentrierten uns voll uns ganz auf den Blog und berichteten von allen unseren Abenteuern. Doch waren wir glücklich?

In Reflektion kam ich schlussendlich an den gleichen Punkt wie Patrick von 101places. Wir machten andere Leute glücklich, aber unser Glück war oft schwer zu fassen, da wir viele Abendteuer einfach nicht genießen konnten. Nach zwei vollen Monaten kamen wir wieder in Berlin an und alle freuten sich riesig „Änn & Fränn“ live zu sehen. Doch ein paar Wochen später war alles wieder vorbei und der Alltag ging von vorne los.

 

Eins kann ich aktuell sagen: Alleine Arbeiten und die ständigen Existenzängste machen auf Dauer niemanden glücklich. Beständigkeit, Routine und Minimalismus sind für mich elementar, um zu meiner inneren Ruhe zu kommen. Somit möchte ich mich in Zukunft wieder komplett auf die Gestaltung konzentrieren und das in einem festen Netzwerk mit positiv denkenden Menschen um mich herum.
Die eigentliche Reise beginnt erst jetzt! Seit gespannt wie es weiter geht.

 

Was heißt für dich glücklich sein?
Teile deine Gedanken mit mir in den Kommentaren!

 

Zum Abschluss noch ein grandioser Song von Rio Reiser


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